Der Programmbeirat des Norddeutschen Rundfunks hat dem Intendanten folgendes empfohlen:

„1. Die Verantwortung für das Programm trägt der Intendant. Das schließt das Recht ein, bereits produzierte Sendungen abzusetzen. Die Ausübung dieses Rechts stellt keine Zensur dar.

2. Der Programmbeirat sieht nach Vorführung und ausführlicher Diskussion der für den 29. Dezember 1965 produzierten Sendung keinen Anlaß, ihre Absetzung zu beanstanden.

3. Die Sendereihe „Hallo Nachbarn“, die als Experiment gesehen wird, soll fortgesetzt werden. Dabei sollen die folgenden, vom Intendanten erläuterten Grundsätze weiterhin Beachtung finden:

Es hat sich klar herausgestellt, daß eine Sendung wie „Hallo Nachbarn“ keineswegs als unverbindliche, nicht ganz erstzunehmende Spielerei am Rande des Programms mitläuft, sondern daß sie eine politische Sendung ist und politische Wirkungen auslöst. Eine solche Sendung muß einer Reihe von Forderungen entsprechen, die an politische Sendungen in Hörfunk und Fernsehen allgemein gestellt werden.

Diese Sendungen müssen von Fakten, nicht von Fiktionen ausgehen. Existierende Personen, Personengruppen oder Vertretern solcher Gruppen dürfen nicht Äußerungen unterstellt werden, die sie in Wahrheit nicht getan haben.

Bewußte Verzerrungen eines Sachverhaltes müssen als solche erkennbar sein, dem darüber nicht informierten Zuschauer dürfen sie nicht als der wirkliche Sachverhalt erscheinen.