Die Forderungen der IG Metall summieren sich auf bis zu 15 Prozent: 9 Prozent Lohnerhöhung, 3,1 Prozent Lohnausgleich für Arbeitszeitverkürzung, zusätzliche Kosten für Überstunden, neue Arbeitskräfte oder Rationalisierungsmaßnah- men zur Aufrechterhaltung der Produktionsleistung bei Arbeitszeitverkürzung 1 bis 3 Prozent.

Die Metallindustrie müßte 1966 zwischen vier und fünf Milliarden Mark mehr an Personalkosten (1965: 34 Milliarden) aufbringen.

Der reale Kaufkraftzuwachs der Arbeitnehmer in der Metallindustrie war 1965 höher als in manchen früheren Jahren. Trotz der Steigerung der Lebenshaltungskosten um 3,5 Prozent ergab sich eine Reallohnsteigerung von 7 Prozent. Dagegen wird die Zunahme der Nettoeinkommen aus „Unternehmertätigkeit und Vermögen“ nur auf 5 bis 5,5 Prozent geschätzt.

Eine Abkühlung der Konjunktur ist in fast allen Bereichen der Metallverarbeitung erkennbar. Die Auftragseingänge sind rückläufig. Das Produktionswachstum von sieben Branchen der Metallindustrie lag 1965 unter dem Durchschnitt der gesamten Industrie. Gleichzeitig ist die Einfuhr von Metallerzeugnissen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent gestiegen.

Die ständige Erhöhung der Arbeitskosten hat die Wettbewerbsfähigkeit weiter Bereiche der deutschen Metallindustrie verringert. Vielfach sind sie auch zu Lasten des Ertrags gegangen. „Die zunehmende Einengung der Ertragsspanne hat entscheidend dazu beigetragen, daß neuerdings die Investitionsbereitschaft der Unternehmer zurückgegangen ist.“