Krach um Peron
Unter den Anhängern des argentinischen Ex-Diktators Juan Perón ist ein offener Machtkampf ausgebrochen. Von den 52 peronistischen Abgeordneten im Kongreß haben sich 24 einem neuen „Kommando“ unterstellt, das angeblich dem 71jährigen Diktator zur Rückkehr aus dem spanischen Exil verhelfen will. Angeführt wird diese Gruppe von seiner jungen Frau Isabel, die zum zweitenmal als Sendbotin ihres Mannes nach Argentinien eingereist ist. Vermutlich kam sie mit stillschweigender Billigung der Regierung Illia, der eine Spaltung der Peronisten nur erwünscht sein kann.
Da Peróns Wiederkehr unwahrscheinlich ist – er müßte sofort nach der Ankunft mit seiner Verhaftung rechnen –, scheint es um anderes zu gehen; um einen Machtkampf zwischen zwei Fraktionen: dem neo-peronistischen Gewerkschaftsflügel, der zwar vom Mythos Peróns profitieren, sich aber nicht von ihm befehlen lassen will, und den Perón ergebenen Orthodoxen. Der eigentliche Gegenspieler Peróns ist Augusto Vandor, Generalsekretär der mächtigen Stahlarbeitergewerkschaft, genannt „der Wolf“. Wenn die von ihm dirigierten Neo-Peronisten, wie er hofft, bei der Kongreßwahl im März 1967 die Mehrheit erringen, wäre Peron endgültig aufs Altenteil verwiesen.
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