Die vierte Bombe

Möge das Ereignis als Anekdote weiterleben: Da waren am Himmel Spaniens zwei amerikanische Flugzeuge zusammengestoßen, von denen eines vier Atombomben geladen hatte. Drei Bomben fand man sogleich. Die vierte aber, die nahe dem Dorfe Palmares ins Meer gefallen war, wurde nach mehr als zweieinhalb Monaten – genau: nach 89 Tagen – soeben aus einer Tiefe von 750 Metern durch ein U-Boot der Task Force 65 aufgefischt und ans Tageslicht befördert. Sie hatte, acht Kilometer von der Küste entfernt, an einer Stelle gelegen, die den Angaben eines Fischers entsprach: Er hatte sie fallen sehen – mit bloßem Auge. Man schätzt, daß sie mindestens tausendmal so viel Zerstörungskraft hatte wie die Bombe von Hiroshima.

Das Ereignis ist in zweierlei Weise interpretiert worden: Welch ein verbrecherischer Unfug, Wasserstoffbomben mitten im Frieden spazierenzufliegen. Welch’ heroische Leistung, den millionenfachen Tod aus seinem Versteck hervorzuholen, ohne daß der Teufel aus der Kiste sprang.

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Selten hat ein Ereignis so viel Aufregung hervorgerufen wie dieses, nicht nur in jenem armen spanischen Fischer- und Bauerndorf, sondern überall in der Welt. Die Atom-Flieger sind unter uns. Doch zugleich kommt auch der Trost: Ihre Bomben, sie können fallen, aber sie müssen nicht explodieren.

Zwei Möglichkeiten, sich auf allfällige Wiederholungen zu präparieren: Das nächste Kino aufzusuchen, wo ein James-Bond-Film spielt, oder aber die nächste Kirche... J. M.-M.

 
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