Frauen-Ärzte stimmen jetzt zu

Neue Hilfsmittel zur Geburtenkontrolle

Von Erwin Lausch

Die Frauenärzte, die zur 67. Tagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Gynäkologie gekommen waren, saßen dicht gedrängt im Festsaal des Hotels „Hannover Intercontinental“. Es herrschte bereits Hochspannung. Doch der Hauptreferent des Tages, Professor Dr. Heinz Kirchhoff, heizte die Spannung noch weiter an. Bevor Kirchhoff, Direktor der Göttinger Universitäts-Frauenklinik und von den Kollegen geschätzter Referent für heikle Gynäkologen-Themen, seinen Vortrag begann, zog er eine Brille aus der Tasche und kündigte an, er werde zum erstenmal sein Referat ablesen. Die Worte erschienen ihm diesmal zu wichtig.

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Thema des Vortrages, dem sich der temperamentvolle Göttinger Gynäkologe mit betonter Umsicht widmete, waren die neuesten und verheißungsvollsten Hilfsmittel zur Geburtenkontrolle. Es handelt sich um sogenannte intra-uterine Pessare, um kleine Kunststoffgebilde, die in die Gebärmutter eingeführt werden und dort auf Jahre hinaus „wartungsfrei“ – so der Hamburger Gynäkologe Dr. Rudolf Hellmann – unerwünschte Schwangerschaften verhindern.

Weit über eine Million Frauen in aller Welt, schätzte ein Expertenkomitee der Weltgesundheitsorganisation Anfang dieses Monats, benutzen bereits intra-uterine Pessare (IUP; in Amerika spricht man meist von IUCD: Intra-Uterine Contraceptive Device). Mehr als dreißig Länder haben Versuchsprogramme eingeleitet. Insbesondere viele Entwicklungsländer erhoffen sich von IUPs Hilfe für die Lösung ihres Übervölkerungsproblems.

Billiger und einfacher

Für die Menschen in den Entwicklungsländern – aber durchaus nicht nur für sie – bieten IUPs gegenüber ovulationshemmenden Hormonpräparaten („Antibabypillen“) entscheidende Vorteile: Sie sind erstens eine einmalige Anschaffung und kosten nicht ständig Geld; zweitens setzt ihre Anwendung keinerlei Disziplin und Intelligenz voraus, während Antibabypillen an zwanzig Tagen im Monat regelmäßig eingenommen werden müssen.

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