Die Agrarmarktordnungen der EWG werden für die Bundesrepublik teurer, als die grüne Front das wahrhaben will. Franz Josef Strauß sieht sich plötzlich der Tatsache gegenüber, daß er zweimal für die Landwirtschaft zahlen soll – einmal in Bonn und einmal in Brüssel. Bereits in diesem Jahr umfaßt der Agrarhaushalt des Bundes einschließlich der Beträge aus dem Eventualhaushalt viereinhalb Milliarden Mark, der Beitrag zum EWG-Agrarfonds kostet weitere zwei Milliarden.

In den nächsten Jahren werden die Beiträge für den Agrarfonds auf mehr als drei Milliarden Mark steigen, ohne daß sich die grüne Front dazu bereit erklären würde, etwa einen entsprechend verminderten Agrarhaushalt des Bundes in Kauf zu nehmen. Als Argument wird dabei angeführt, die für Brüssel bestimmten Beiträge kämen ja nicht der heimischen Landwirtschaft zugute und die Rückflüsse aus Brüssel seien in erster Linie dazu bestimmt, die Marktordnungen zu finanzieren.

Dabei wird geflissentlich übersehen, daß die hohen Kosten der Marktordnungen für Stützungskäufe, Vorratshaltung und für subventionierte Exporte vor allem deshalb entstehen, weil den Bauern innerhalb der EWG bestimmte Erzeugerpreise unabhängig von der Nachfrage garantiert werden. Um dies klar zu sehen, muß der Bundestag allerdings seine grüne Brille absetzen. Der Finanzminister hat es bereits getan.

j.e.