FÜR jeden, der Sinn für die Detaildramatik in der Geschichte der Technik hat, selbstverständlich für alle ship lovers, für Professionals der Seefahrt, vom Reeder bis zum Ingenieurassistenten, schließlich-für jeden, den die Elemente der Kunst in alten und neuen Schiffskonstruktionen faszinieren –

William Avery Baker: „Vom Raddampfer zum Atomschiff“, Geschichte der maschinengetriebenen Schiffe; Verlag Delius, Klasing & Co., Bielefeld und Berlin; 268 S., 88,–DM, in Luxuskassette 98,– DM.

ES ENTHÄLT im Format 27,5 mal 25,5 Zentimeter das Ergebnis internationaler Teamarbeit von Fachleuten, – eine lexikongenaue Darstellung, dazu hundert ganzseitige Schiffszeichnungen, davon 44 farbig, und weitere 124 Illustrationen im Text, ferner Register und Quellenverzeichnis.

ES GEFÄLLT, weil hier den besten Werken über Segelschiffsgeschichte zum ersten Male eine gleichrangige Arbeit über Schiffe mit Dampf-, Diesel- und Kernkraftantrieb gegenübergestellt wird. Dabei kommen auch die Vorläufer im vortechnischen Zeitalter nicht zu kurz; der Reiz „mechanischer Antiquitäten“ wird spürbar. Die Zeichnungen charakterisieren exakt die Kontinuität der technischen Entwicklung wie ihre Brüche, ihre Höhepunkte wie ihre Routine. Ob Tanker oder Wolgafähre, Ocean-Liner oder Eisbrecher, nichts, was dieser Charakterisierung dienen kann, ist ausgelassen. Im schnörkellosen Text braucht auch der Laie an Wortklippen wie „Verbunddampfmaschine“ nicht zu scheitern: Alles wird verständlich erklärt. Der ökonomische Hintergrund und die kulturhistorische Kulisse werden nicht vernebelt. Und nicht zuletzt gefällt dieses Lese- und Handbuch, weil es frei ist von nationalem Stolz-wehtdie-Flagge-Pathos. Es ist ein Standardwerk internationaler Schiffs- und Schiffstechnikgeschichte. Alexander Rost