• Ausgabe 09/1968

    Ausgabe 09/1968

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Ohnmächtige Revolutionäre

    m abgelegenen Dschungel des südlichen Boliviens wurde an einem Oktobertag des Jahres 1967 bei Nacht ein Leichnam schnell verscharrt. Aber schon am nächsten Tag wurde er wieder ausgegraben und sogleich verbrannt.

    Von Hans Gresmann

  • Ohnmächtige Revolutionäre

    Warum Che Guevaras Revolutionsrezept fehlgeschlagen ist – Die Massen versagten sich den Guerilleros

  • Wahlrecht unter der Lupe

    Es steht zu hoffen, daß die Behandlung der Wahlrechtsfrage nicht symptomatisch für die künftige Arbeit der großen Koalition ist.

  • Freiheit ist mehr als Reis und Fisch

    Unter den jungen Leuten, die sich hierzulande über Vietnam Gedanken machen, sind einige, die dazu besonders berufen sind: die dreihundert vietnamesischen Studenten, die an etlichen Universitäten der Bundesrepublik eingeschrieben sind.

  • Rote Klausur am Donau-Ufer

    Das sind unsere Genossen!“ Schützend breitete der tschechoslowakische Parteisekretär Koucky seine Arme aus vor den Prager kommunistischen Journalisten, denen es gelungen war, genau fünf Meter weit in die Halle des Budapester „Gellert“-Hotels vorzudringen, wo sie sogleich von breitschultrigen Türhütern abgefangen wurden.

    Von Hansjakob Stehle

  • Den Revoluzzern nicht gewachsen

    Für die Demonstrationsfreiheit, die ein Teilgebiet des Grundrechts der Versammlungsfreiheit darstellt, hat man sich juristisch bisher nicht allzusehr interessiert.

    Von Theodor Eschenburg

  • Wolfgang Ebert:

    Sterne für Studenten

    Ihnen ist sicher aufgefallen, daß ich Sie neulich, als wir uns auf dem Kurfürstendamm trafen, nur verstohlen gegrüßt habe. Hoffentlich ist dadurch bei Ihnen kein falsches Bild von mir entstanden.

  • Hat Amerika den Krieg provoziert?

    Noch hat sich Amerika nicht völlig vom Schock der Vietcong-Offensive in Vietnam erholt, da wird die Nation schon wieder von neuen Zweifeln am Sinn dieses Krieges geplagt.

  • Fernsehen in der Schußlinie

    Zu dem alten Vorwurf, das Fernsehen lasse sich in seinen politischen Sendungen zu sehr von der „Lust am Negativen“ leiten, ist in letzter Zeit ein neuer hinzugekommen: das Fernsehen biete der außerparlamentarischen Opposition, insbesondere den radikalen Studenten, zuviel Gelegenheit, ihre Ideen und Ziele zu propagieren; es berichte zu ausführlich über Studentendemonstrationen und -krawalle und sorge dadurch für die Verbreitung der Unruhe.

    Von Dietrich Schwarzkoni

  • Die Protestaktionen in Berlin haben die Öffentlichkeit erregt Das Für und Wider spiegelt sich in diesen Artikeln

    Demonstration mit Nachhilfe

    Westberlin feierte in der vergangenen Woche Fasching auf eigene Art. Den politischen Narren und Närrinnen gehörten Straßen, Plätze und Rednertribünen zu gefährlichem Treiben: Auf einen Vietnam-Umzug, dessen ernstes Anliegen sich hinter Parolen und Pappköpfen aus der revolutionären Requisitenkammer verbarg, folgte die Persiflage auf jenes Berlin, das zwanzig Jahre lang für „Freiheit und Frieden“ stand.

    Von Kai Hermann

  • Langsam voran in Brüssel

    Vor dem Pariser Treffen zwischen Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Kiesinger überwogen in Bonn die pessimistischen Prognosen; den Brüsseler Beratungen über die Möglichkeiten für einen Beitritt Großbritanniens und der vier anderen Länder zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft sah man jedoch weniger skeptisch entgegen.

    Von Robert Strobel

  • Wirtschaft
  • Schiffahrt

    Mit 100 000 Mark dabei

    Die Finanzierung deutscher Großtanker hat sich die in Hamburg von mehreren Banken (darunter die drei Großbanken) gegründete Deutsche Tanker-Finanz GmbH zur Aufgabe gestellt.

  • Gespräche am Bankschalter

    Sturm auf Europas Geld

    Müssen wir uns, meine verehrten Leser, als zinsbewußte Sparer von Renditen von knapp unter 7 Prozent zufriedengeben, wie sie uns zur Zeit die in der Bundesrepublik aufgelegten Anleihen bieten? Ich meine: Genau so wie wir es allmählich lernen, bei der Aktienanlage über die Grenzen zu sehen, so sollten wir auch den deutschen Rentenmarkt nur als Teilgebiet betrachten, wenn wir Geld in festverzinslichen Papieren anzulegen haben.

  • ZEIT SPART GELD

    Mit einer mehrfachen Überzeichnung wird bei der 7 1/4prozentigen Anleihe des staatlichen norwegischen Energiekonsortiums Sira-Kvina Kraftselskap gerechnet.

  • Unsere besten Kunden

    Nur die Vereinigten Staaten schieben sich in der Liste unserer besten Kunden zwischen die EWG-Länder – immerhin erst auf Platz drei hinter Frankreich und den Niederlanden.

  • Demagogie

    Auch Bundesernährungsminister Höcherl kann es der Grünen Front nicht recht machen. Er ist, wie angeblich die ganze Bundesregierung, landwirtschaftsfeindlich – so kann es jeder auf den Protestkundgebungen von Schleswig-Holstein bis Bayern hören.

  • ZEITRAFFER

    Der Bundesrat hat der konjunkturpolitischen Zielsetzung der Bundesregierung, wonach ein reales Wachstum von vier Prozent angestrebt wird, zugestimmt.

  • IBM

    Verschlossen

    Der Aufstieg von IBM Deutschland, der größten Tochtergesellschaft des nordamerikanischen IBM-Konzerns, dessen drei Buchstaben bei einer Umfrage über Computerhersteller über 90 Prozent der Befragten nannten, hat amerikanische Ausmaße erreicht.

  • Die ZEIT fragt Walter Arendt:

    Werden Kumpels knapp?

    Walter Arendt, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie, hat Aufsehen erregt. Denn nach seiner Meinung hat für den Bergmann eine „goldene Zeit“ begonnen, weil Bergleute wieder gesucht sind.

  • Illusion

    Die Kampnagel AG in Hamburg, ein Unternehmen mit hundertjähriger Tradition im Bau von Schiffskränen und Hafeneinrichtungen, wird ihren Betrieb einstellen.

  • Ungeachtet aller „Warnungen“ der Neoliberalen setzen sich auch in der CDU die Befürworter der „Neuen Wirtschaftspolitik“ durch

    Wer kommt nach Schiller?

    Die Stimmung der Partner in der Großen Koalition wird schlechter, die Nervosität wächst. Es genügt, daß ein SPD-Staatssekretär mit FDP-Abgeordneten zu Abend ißt, um Gerüchte über einen bevorstehenden „Abfall“ der Sozialdemokraten laut werden zu lassen.

    Von Dietber Stolze

  • Börsen-Report

    Zum Kauf zu teuer?

    Seit Januar bewegen sich die deutschen Aktienkurse innerhalb einer durchschnittlichen Schwankungsbreite von 5 Prozent. Gelegentliche Versuche des Börsenberufshandels, durch massierte Käufe die Auswärtsbewegung wieder in Gang zu bringen und dadurch das Publikum in die Aktien zu locken, scheiterten.

  • Dollar hinter Gittern

    Schon in New York wurde Ludwig Erhard seinen guten Vorsätzen wieder untreu. „Ich werde dort überall Vorträge halten und Begegnungen mit den Repräsentanten der einzelnen Regierungen haben.

    Von Michael Jungblut

  • Wolfgang Krüger:

    Aufschwung – aber nicht für die Löhne

    In den nächsten Wochen wird nicht nur die konzertierte Aktion ihre „Bewährungsprobe“ ablegen müssen; die bevorstehende lohnpolitische Weichenstellung wird auch zu einem guten Teil darüber entscheiden, ob der von Bundeswirtschaftsminister Schiller anvisierte „Aufschwung nach Maß“ gelingt oder möglicherweise in einem Fiasko endet.

  • Rechnet für Schiller ...

    Von Erhard verkannt: Propheten im Wirtschaf Isministerium wurden aufgewertet

    Von Kurt Simon

  • Kritik aus Amerika

    Europas Manager schlafen noch

    Wenn man die Ereignisse der letzten Zeit überschaut, dann gelangt man zu einer unbestreitbaren Feststellung: In Europa besteht eine echte und weitverbreitete Angst vor der Fähigkeit der amerikanischen Industrie, sich die Wissenschaft dienlich zu machen, selbst wenn die öffentlichen Äußerungen zu diesem Thema zum Teil recht unrealistisch sind.

  • Minianleihe

    Um die Sparbriefe, mit denen die Bundesregierung sich die Spargroschen des „kleinen Mannes“ erschließen will, ist eine hitzige Diskussion entbrannt.

  • Agfa-Gevaert

    Kamera-Sorgen

    Agfa-Kameras werden heute in 144 Ländern der Welt verkauft. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges fertigte das Kamerawerk in München über zehn Prozent aller in der westlichen Welt hergestellten Photoapparate.

  • Reaktorbau

    Erfolg

    Siemens triumphiert – die Amerikaner sind bekümmert. Der deutsche Elektrokonzern hat von Argentinien einen Auftrag erhalten, der nicht nur von der Höhe her ungewöhnlich ist; vielmehr bedeutet dieser Auftrag, daß zum ersten Male ein deutsches Kernkraftwerk auf dem Weltmarkt verkauft wird.

  • Wissen
  • Die Tat der Weißen Rose

    Während der Gedenkfeier für die vor fünfundzwanzig Jahren hingerichteten Geschwister Scholl in der Münchner Universität, an der zweitausend Studenten teilnahmen, sind die Reden des Historikers Professor Bussmann und des AStA-Vorsitzenden Danschacher durch Zwischenrufe und Sprechchöre einzelner Gruppen gestört worden.

  • Verdun in Vietnam?

    Wenn „Wall Street Journal“ in einem Leitartikel feststellt, daß die Amerikaner nach der Logik des Schlachtfeldes in Vietnam gezwungen sein könnten, eine unhaltbare Position aufzugeben, so sagt das mehr als alle fadenscheinigen Siegesmeldungen der Generäle Wheeler und Westmoreland.

    Von Karl-Heinz Janßen

  • Die umstrittene Unterschrift

    Aufgabe für Bonn: Statt gegen den Sperrvertrag zu opponieren, direkte Garantien der USA anstreben

  • Bannstrahl aus Bonn

    Auf Antrag des Bundesministeriums für Familie und Jugend hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften den „stern“ vorläufig in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufgenommen.

    Von H. G.

  • Reisen
  • Rabattwunderland Amerika

    Die Bemühungen der amerikanischen Regierung, das Defizit aus dem Reiseverkehr mit dem Ausland abzubauen, werden Amerika in diesem Jahr für europäische Touristen zu einem Rabattwunderland machen.

    Von R. D.

  • Reisevorschlag für Faulenzer:

    Grüne Insel Elba

    Für viele Touristen ist Elba noch immer mit Napoleon identisch, der dort die ersten neun Monate seines Exils verbrachte, bevor er sein Comeback versuchte, das dann bei Waterloo und auf St.

  • Manfred Hausmann: Warum ich reise

    Begegnung mit dem Unerwarteten

    Ein Mann, der die Länder und Meere der Erde kannte, sagte einmal zu mir, als wir uns Erde kannte, unterhielten: „Wozu soll ich eigentlich Schiffe Hier, wo ich stehe, ist der Mittelpunkt der Welt.

    Von Aufnahme: Manfred Ehrich

  • REISESPIEGEL

    Ein kleiner deutscher Reiseveranstalter wollte ein gutes Werk tun und den Erlös aus einer Osterreise nach Sizilien, ein paar tausend Mark, dem Flüchtlingshilfswerk spenden: für die Opfer der Erdbeben auf der italienischen Insel.

  • Noch ist Polen nicht vergessen

    Die Polen mögen westdeutsche Touristen nicht. Sie reagieren schroff, wenn die Deutschen in den Norden des Landes, nach Ostpreußen, nach Schlesien, Danzig oder Breslau wollen.

  • Notizen einer Afrikareise (I)

    Das gezähmte Abenteuer

    Kamerun: Großes Tamtam und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit – Der Angriff des Elefanten

    Von Wolf'ffang Boiler

  • Planende Köpfe des Tourismus: Günther Spazier, der neue Chef in der Deutschen Zentrale für Fremdenverkehr

    Gedankenblitze beim Autofahren

    Tourismus, ein Milliardengeschäft für beide Teile Deutschlands – Werben um Japaner

    Von Eka von Merveldt

  • „Hamburg“ mit ungewisser Zukunft

    Die Nationalhymne ging unter im Lärm der Sirenen und Nebelhörner, als Frau Marie-Luise Kiesinger die Sektflasche an die Schiffswand warf und der Tropfensteven der „Hamburg“, des zukünftigen Renommierschiffes der deutschen Musikdampferflotte, zum erstenmal ins Wasser tauchte.

  • Hotels und Autoverleih

    ES GEFÄLLT der wohlfeile Preis der eng gedruckten Sonderausgabe, gefällt die Chance, nun endlich „Sämtliche Erzählungen“ Wolfes in einem Band erwerben zu können.

  • Endpreis

    Das Bundeswirtschaftsministerium und Vertreter des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes haben sich auf einheitliche Preisauszeichnung in Gaststätten und Hotels geeinigt.

  • DIE ZEIT
  • In memoriam Pater Rochus

    Rochus Spiecker, Doktor der Theologie und Mitglied des Dominikaner-Konvents in Köln, ist nach langer Krankheit im Alter von 46 Jahren gestorben.

  • Es brodelt auch in Italien

    Wie in manchen anderen Ländern, so ist auch in Italien an den Universitäten der Teufel los. Die Universitäten Turin, Mailand, Pavia, Padua, Florenz, Pisa, Bologna, Rom, Neapel und Messina waren in den letzten Wochen von Studenten, und sind es zum Teil auch heute noch, besetzt.

  • Die Blechschneider von Turin

    Automobile werden, in vielen Ländern gebaut; aber nirgends außer in Italien gibt es einen Ort, in dem Firmen davon leben, die Karosserien für diese Wagen zu entwerfen, zu entwickeln, ja, auch herzustellen.

  • ZEITSPIEGEL

    Unter Ausschluß der Nicht-Berliner Öffentlichkeit möchte die Berliner Justiz den peinlichen Prozeß gegen Mitglieder der „Kommune 1“ wegen Aufforderung zur Brandstiftung zu Ende führen.

  • Minister mit dem Rechenstift

    Ob seine Eltern jemand Bestimmten im Auge hatten, als sie ihrem Sohn Denis den zweiten Vornamen Winston gaben? Im Jahre 1917 war der Marineminister Churchill längst eine legendäre Figur.

  • Gesellschaft
  • Die Katastrophe steht vor der Tür

    Wir planen auf fast allen Gebieten, wir treiben Futurologie und zerbrechen uns die Köpfe darüber, welche Gefahren Kybernetik oder Molekulargenetik einmal in ferner Zukunft heraufbeschwören könnten; doch wir tun so gut wie nichts, um die Auswirkungen einer mit Sicherheit in den nächsten Jahren, wenn nicht gar morgen schon, eintretenden Naturkatastrophe soweit wie möglich einzudämmen.

    Von Victor Gero

  • Die noch in den Kinderschuhen steckende technologische Revolution verheißt den Menschen mehr Freiheiten und erzwingt eine Revolution des gesamten Bildungssystems

    An der Schwelle des kybernetischen Jahrhunderts

    Wir brauchen einen Computer, der uns sagt, wohin uns alle anderen Computer führen. Wir haben Computer, die Firmengehälter ausrechnen, das Steueraufkommen einer Nation untersuchen, Krankheiten diagnostizieren, die neue Produkte zu entwerfen, herzustellen und zu verkaufen helfen, Luft- und Autoverkehr kontrollieren, Bäckereien dirigieren, Personal einstellen und entlassen, lesen und schreiben, lernen und lehren.

  • Eban: UN soll vermitteln

    UN-Generalsekretär U Thant hat seinen Sonderbeauftragten für den Nahen Osten, den schwedischen Diplomaten Gunnar Jarring, zur Berichterstattung nach New York gerufen.

  • Lübke will Stellung nehmen

    Während sich überall im Rheinland die Rosenmontagszüge formierten, machte sich Bonn bereits auf Katerstimmung gefaßt. Mit schweren Angriffen hatte die Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen ein klärendes Wort des Bundespräsidenten zu den Vorwürfen provozieren wollen, Lübke habe als stellvertretender Leiter der Baugruppe Schlempp im Zweiten Weltkrieg Baupläne für Konzentrations- und Zwangsarbeiterlager abgezeichnet.

  • Wieder Streit um die Gaszentrifuge

    Debatte in Holland: Amerikas Geheimhaltungswünsche gefährden Europas Kernbrennstoffversorgung

    Von Robert Gerwin

  • Warum ich Amerika verlasse

    mit diesem Brief lege ich die mir verliehene fellowship am Center for Advanced Studies der Wesleyan University in Ihre Hände zurück und verzichte auf das damit verbundene Stipendium.

  • Namen der Woche

    Hans Rumpf (56), Direktor des Instituts für mechanische Verfahrenstechnik an der Universität Karlsruhe, wurde zum Präsidenten der Westdeutschen Rektorenkonferenz gewählt.

  • Von ZEIT zu ZEIT

    In Budapest begann die Tagung kommunistischer Delegierter aus 66 Ländern zur Vorbereitung eines ‚roten Konzils“. Der Vertreter der rumänischen KP sprach sich bereits bei Beginn der Zusammenkunft für eine öffentliche Diskussion aus.

  • Eskalation in Vietnam

    Mehr denn je sah sich US Präsident Johnson vorige Woche in einen zermürbenden Zweifrontenkrieg verstrickt — in Washington und Vietnam.

  • Aus den Hauptstädten der Welt

    Wien – Opernkrise in Permanenz

    In 79 Tagen um die Welt – Bernhard Wickis stürmischer „Sturm“ – Strip-tease gegen Architektur

  • Kampf um das „rote Konzil“

    Im Budapester Hotel Gellert, dem besten am Platz, wurde am Montag vom ungarischen Parteichef Kadar die Konsultativkonferenz der kommunistischen Parteien eröffnet.

  • Scherbengericht in Berlin

    „Berlin steht für Freiheit und Frieden.“ Unter diesem Motto trommelten Senat, Parteien, Gewerkschaften und Verbände am Mittwoch voriger Woche etwa 80 000 Menschen vor dem Schöneberger Rathaus zusammen.

  • Grundstücksmarkt
  • Baentsch besorgt alles

    Rolf Baentseh ist Immobilienmakler in Düsseldorf und Mitglied des Rings Deutscher Makler. Seine Anzeigen werben mit dem Wort „Spanien".

  • Soll man sein Geld in ein Zinshaus stecken?

    Ein Dutzend Mieter sind genug

    Der also Vorgestellte verzichtete schmunzelnd auf ein Dementi. In der Tat wohnt er zur Miete in einem Haus, das dem Rechtsanwalt gehört.

    Von Aufnahme: Tom Wolfe

  • Skandal um Grundstückskäufe

    Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika kauften in den letzten Monaten im Norden und Nordosten Brasiliens so viele Grundstücke auf, daß die brasilianische Öffentlichkeit unruhig zu werden begann.

  • Kultur
  • Der Weg in den Widerstand

    Nach 1965 ging der SDS daran, das theoretisch Erarbeitete in die politische Praxis umzusetzen. Politische Praxis, das heißt: politische Kampfaktionen mit Methoden der internationalen Arbeiterbewegung (Flugblätter, Demonstrationen, Streiks), der amerikanischen Bürgerrechtler (verschieden geartete „-ins“) und der chinesischen Kulturrevolution (Wandzeitungen, Diskussionen).

    Von Ekkehard Kloelm

  • Ihrer Majestät Apposition

    Wie mächtig ist das House of Commons, das traditionsreichste und älteste Parlament der Welt? Die Kritik an der angeblichen Ohnmacht des Parlaments ist auch für die Bundesrepublik nicht neu.

  • ZEITMOSAIK

    Aus einer jetzt veröffentlichten EWG-Statistik geht hervor, daß die Holländer offensichtlich das lesehungrigste Volk der Gemeinschaft sind.

  • Der Boß schätzt nur das Teure in der Kunst

    Kein Wunder, daß nicht mehr ganz junge deutsche Filmemacher wie zum Beispiel Peter und Ulrich Schamoni, die noch immer ein gutes Beispiel abgeben, sauer reagieren, wenn ihnen einer mit Klaus Lemke kommt.

  • Ein Blick in die Zukunft des SDS

    Die bisher größte und in ihren Auswirkungen wahrscheinlich nachhaltigste Veranstaltung des SDS war der internationale Vietnam-Kongreß am 17.

  • Das Zeitalter der Sinnbilderwut

    Es ist mißlich, ganze Perioden, Epochen, Jahrhunderte nach einer hervortretenden Eigenschaft, nach einem einzigen Hauptzug zu benennen.

    Von Werner Ross

  • Fernsehen

    Die Witwe Möhring aus Barmbek

    Immer wieder die Leichensäcke aus Kautschuk, stumme Vietnamesen (wie selten hört man sie sprechen!) und Witwen am Fließband, immer wieder die Teufelsreklame Visit beautiful Vietnam, immer wieder Gedanken an den Zynismus Bob Hopes: Wir sprachen vor 14 Tagen darüber und wollen heute nicht versäumen, auf ein Buch hinzuweisen, in dem der Slogan vom Schönen Vietnam und das Dreckwort Bob Hopes als Leitmotive einer ebenso präzisen wie inspirierten Analyse erscheint – Günther Anders’ Studie Visit beautiful Vietnam.

    Von Momos

  • Leitfaden durch Westminster

    Karl Loewenstein: „Staatsrecht und Staatspraxis von Großbritannien“, Band I: „Parlament, Regierung, Parteien“, 584 Seiten, 98,60 DM; Band II: „Justiz, Verwaltung, Bürgerrechte“, 428 Seiten, 84,– DM, Springer-Verlag, Berlin.

  • Kunstkalender

    Von Kritikern wird oft (ungerechterweise) verlangt, sie sollten es „erst einmal besser machen“ als der kritisierte Künstler.

  • Prag – Asyl der Ausgestoßenen

    Zwei Ereignisse haben in der jüngsten Zeit die Aufmerksamkeit breiterer Kreise auf das Schicksal der deutschen antihitlerischen Emigration gelenkt: der Luxemburger Kongreß der ehemaligen Emigranten und das sensationelle Auftauchen des Prager Exilarchivs der SPD aus den Jahren 1933 bis 1938 in Schweden.

  • Herausgeforderte Magnifizenzen

    Obwohl die Magnifizenzen der in der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK) zusammengeschlossenen wissenschaftlichen Hochschulen ihre Empfehlungen einstimmig veröffentlichen, rufen die Resultate ihrer „gemeinsamen Willensbildung“ doch immer wieder den Eindruck hervor, als seien sie nicht etwa sachbezogener Kooperation zu verdanken, sondern vielmehr der mühsam gewonnene Extrakt aus einem Knäuel sorgfältig gesponnener Intrigen, geheimrätlicher Animositäten und handfester Gruppenkämpfe.

    Von Nina Grunenberg

  • Betriebsfest mit Zwischenfällen

    Eine deutsche Autorin, 1926 in Königsberg geboren, jetzt in Westberlin lebend, stellt ihr erstes Theaterstück vor, der Suhrkamp-Verlag hält es für druckreif.

  • Unser Seller-Teller Februar 1968

    Zwar überwiegen bei den Nennungen der Buchhandlungen, wie auch nicht anders zu erwarten, leichteste Romane: Malpass, Clavell, Susann, Golon, Simmel, Moore, auch die „Candy“ kann man dazuzählen, obwohl sie andere Leser haben dürfte als Angélique.

  • DIE NEUE SCHALLPLATTE

    Fünfzehn Jahre nach seiner Rückkehr aus dem modernistischen Westen gestand Prokofieff 1948 in einem in der Prawda gedruckten Offenen Brief an den sowjetrussischen Kunstpapst Chrennikow, er habe sich „unzweifelhaft der Atonalität schuldig gemacht“, und gelobte, nach „einer klaren musikalischen Sprache“ zu suchen, „die meinem Volke verständlich und lieb ist“.

  • Aus höchsten Kreisen

    E. H. Cookridge: „Die Battenbergs. Die Geschichte einer europäischen Familie“; Biederstein-Verlag, München; 247 Seiten, 22,– DM.

    Von Hannsferdinand Döbler

  • Preise sind noch kein Gütezeichen

    Proust und Malraux haben den Goncourt-Preis bekommen, Julien Gracq kam immerhin in die Lage, ihn abzulehnen; die Auszeichnung von Simone da Beauvoir („Die Mandarine von Paris“) und von Romain Gary („Die Wurzeln des Himmels“) weist auf eine Sympathie für das soziale Fresko, verbunden mit einer Botschaft, und zum nicht nur lesenswerten, sondern auch eminent lesbaren Roman.

  • FILMTIPS

    „Ein Liebesfall“, von Dušan Makavejew. Der zweite Film des jungen jugoslawischen Regisseurs (den ersten, „Der Mensch ist kein Vogel“, will das Fernsehen zeigen) konfrontiert die Bilder einer trüben Liebesgeschichte im heutigen Belgrad mit Dokumenten der gesellschaftlichen Einschätzung des Sexuellen.

  • ZU EMPFEHLEN

    ES ENTHÄLT die hundertfachen Gerüche, Klänge, Empfindungen eines Menschenlebens, die tausendfachen Erinnerungen eines Mannes aus südstaatlicher Provinz, der sich wieder und wieder die magische Stadt erobert:unersättlich, wie ein besessenes Tier, streunte ich auf den Straßen umher, Erbarmen bei den Pflastersteinen, Trost und Weisheit bei einer Million von Bildern und Angesichten suchend .

  • Unmöglich

    Die Sorge um ihre Instrumente verbiete es ihnen, das Stück mehrfach zu spielen, erklärten die Herren und betrachteten die Angelegenheit als erledigt.

    Von H. J. H.

  • Länderspiegel
  • Fragen an Kiesinger

    Die rechtliche Bewältigung der deutschen Vergangenheit wirft viele Probleme auf. Ein Problem sind beispielsweise die Zeugen.

    Von Gerhard Ziegler

  • Kompromißlos militant

    RecklinghausenWäre Rainer Barzel Außenminister, die katholische Wochenzeitung „Echo der Zeit“ hätte die in der zweiten Februarwoche ihr ins Haus geflatterte Photokopie des Knappstein-Berichts an das Bonner Auswärtige Amt sicher nicht publiziert.

    Von \j äre Rainer Barzel Außenminister

  • Sind Schwaben dümmer?

    Die Schwaben lassen sich nicht so schnell befriedigen wie die Westfalen oder die Bayern. Dies hat der Ludwigsburger Volksvertreter Rolf Schock ausgeknobelt.

  • Rund um St. Pauli

    Die Wirtin

    Ich kam aus der Bernhard-Nocht-Straße und ging die Treppen zur Hafenstraße hinunter. Rechts standen ein paar Bretterbuden, vorne links fuhr gerade ein Lastwagen von der alten Brückenwaage und ungefähr gegenüber mußte Hermine Brutschin-Hansens Lokal sein.

    Von Ben Witter

  • Steuerbeamte mucken auf

    Faule Kunden zuerst

    Schon manchem ängstlichen und phantasiebegabten Steuerzahler mögen Franz Kafkas Visionen über das Schicksal des K. in den Sinn gekommen sein, sobald er den Versuch unternahm, sich und dem Finanzamt die Steuern zu erklären: Nur allzu leicht läßt sich vorstellen, daß der für den Steuerzahler nicht mehr faßbare Dirigismus im Labyrinth der Steuergesetzgebung als Modell für eine literarische Schrecktraumwelt geeignet wäre.

  • Lebensart
  • Freundlichkeiten

    In einer amerikanischen Garnisonsstadt gibt die Frau eines reichen Geschäftsmannes ein Essen für vierzehn Personen. Im letzten Augenblick sagt einer der Gäste ab.

  • Überzüchtet

    Da kommt der alte Hahn auf ihn zu und meint freundlich: „Ich bin froh, daß du gekommen bist, denn ich werde allmählich zu alt für dieses Geschäft.

  • Lampenfieber? Nein, Ratten

    Daß das Gewehr als „Braut des Soldaten“ gilt, ist vorbei. Erinnerung ist auch, daß eine Weltkriegs-Kanone „dicke Berta“ hieß – nach Frau Krupp (einer gewiß „streng, aber gerecht“ strafenden Mutter mit Gemüt).

    Von Manfred Sack

  • Manche mögen es unmoralisch nennen: Ein 18jähriger und eine 19jährige leben gemeinsam. Sie tun es mit allen Konsequenzen. Und mit Mut Sie haben vernünftige Argumente, wenn sie sagen:

    „Deshalb igeln wir uns ein“

    Sie rennt abends die letzten hundert Meter von der U-Bahn-Station bis nach Hause – die bißchen von Berlin-Kreuzberg machen ihr ein bißchen Angst.

    Von Lijo Weinsheimer

  • Im Stil der frühen Jahre

    Noch rattern die Maschinenpistolen zur Ballade vom texanischen Gangsterpärchen, noch tragen die Teenager schräge Baskenmützen auf ondulierten Lockenköpfen, noch wird die Mode des Jahres beherrscht von Bonnie und Clyde.

  • Logelei

    In einer Jugendgruppe sollte abends ein Film vorgeführt werden. Die vier Freunde Hans, Horst, Bernd und Peter entdeckten bereits nachmittags die sieben Rollen des Films in ihren numerierten Dosen.

    Von Zweistein

  • J.M.-M.: Geschenke zurück

    Geht eine Verlobung kaputt – Geschenke zurück; womöglich erinnert man sich auch an Schulden, die einer beim anderen gemacht hat: her mit dem Gelde.

  • Sport
  • Flüchtlinge

    Ralph Pöhland, der in Grenoble die DDR-Mannschaft verließ, um in die Bundesrepublik flüchten und dadurch für die Winterspiele keine Starterlaubnis erhielt, stellte jetzt seine internationale Klasse bei den Deutschen Nordischen Skimeisterschaften unter Beweis.

    Von Ulrich Kaiser

  • Das Wunder von Alsenborn

    ehrfach in den vergangenen Jahren sprachen beim Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern Fußball-Funktionäre aus dem 2340 Einwohner großen Pfälzerwald-Dorf Alsenborn vor.

    Von Harald Krooge

  • Nach dem Boykott der Afrikaner

    Olympia in der Krise?

    Die X. Olympischen Winterspiele in Grenoble haben uns neben großen sportlichen Kämpfen auch einige handfeste Skandale beschert.

    Von Adolf Metzner