Ernst Benda (CDU), 43jähriger Rechtsanwalt aus Berlin und seit April 1967 parlamentarischer Staatssekretär, wurde am Dienstag zum Bundesminister des Innern ernannt. Wenige Stunden später erklärte der (beamtete) Staatssekretär Professor Werner Ernst seinen Rücktritt. Grund: Er könne die Politik der Bundesregierung in der Wahlrechtsfrage nicht mehr unterstützen, deren Lösung in dieser Legislaturperiode nicht mehr zu erwarten sei.

Die SPD hatte auf ihrem Nürnberger Parteitag beschlossen, eine Entscheidung über eine Reform des Wahlrechts auf das Jahr 1970 zu vertagen. Daraufhin erklärte Lücke am Dienstag voriger Woche seinen Rücktritt, den er auf Bitten von Bundeskanzler Kiesinger am Abend wieder zurückzog.

Denn Kiesinger („Für mich ist das Wahlrecht keine Schicksalsfrage“) fürchtete um den Bestand der Großen Koalition. Die Sozialdemokraten arbeiteten bereits an einem Wahlrechts-Kompromiß: Statt in 500 Wahlkreisen je einen Abgeordneten sollen die Bundesbürger in 125 Wahlkriesen je vier Abgeordnete direkt in den Bundestag wählen.

Lücke hoffte daher, daß die SPD doch noch „umgehend“ für ein mehrheitsbildendes Wahlrecht zu gewinnen sei. Bis dahin – der Minister-Referent Lunke schätzte die Frist „in freier Inter-

Die Reise von Bundesaußenminister Brandt nach Abidjan/Elfenbeinküste, wo 34 deutsche Botschafter, Geschäftsträger und Konsuln eine Bilanz ihrer Tätigkeit in Schwarzafrika zogen, hat den „dunklen Erdteil“ wieder stärker ins Blickfeld gerückt. Neben der „Organisation Commune Africaine et Malgache“ (OCAM), der die ehemals französischen Kolonialgebiete angehören, und der „Organizapretation“ auf 14 Tage – blieb Lückes Demission, „schwebend unwirksam“.

Am Mittwoch fragte sich die verwirrte Öffentlichkeit, ob der Minister nun noch im Amt sei oder nicht. Vor dem Bundestag erklärte Kiesinger jedoch bestimmt: „Meine Vereinbarungen mit dem Herrn Innenminister... enthielten keinerlei Befristung. Ich hatte mich als Regierungschef auf eine solche Sache natürlich gar nicht eingelassen.“

Derart in die Enge getrieben, von den Sozialdemokraten, den eigenen Parteifreunden und vom Kanzler alleingelassen, faßte Lücke am Donnerstag nach einem letzten Gespräch mit Herbert Wehner den Entschluß, nun endgültig abzutreten. Sein Kommentar: „Ich kann nicht mehr anders. Meine Familie guckt mich nicht mehr an.“ tun; of African Unity“ (OAU), die fast den ganzen Kontinent umspannt, entstehen immer neue regionale Zusammenschlüsse – zuletzt die „Vereinigten Staaten von Zentralafrika“ (vgl. Karte). Ihre Mitglieder haben sich zu wirtschaftlicher, technischer oder politischer Zusammenarbeit verpflichtet – ein Beitrag der „Dritten Welt“ zur Lösung ihrer Probleme.