Die Hamburger Charterfluggesellschaft General Air hat sich mit der Lufthansa geeinigt und zwischen Hamburg und Bremen einen planmäßigen Flugdienst eingerichtet. Zunächst nur einen Flug täglich in jeder Richtung, ab 10. Mai täglich zwei Flüge in beiden Richtungen. Die Flüge der General Air werden in den Lufthansa-Flugplänen aufgeführt.

Die Lufthansa hat damit wieder nicht ungern ein Stück ihrer Monopolstellung im Linienverkehr aufgegeben. Die kurzen innerdeutschen Strecken sind ein riesiges Verlustgeschäft, namentlich auf Linien wie von Hamburg nach Bremen. Man war bei der Lufthansa daher von dem Angebot der Chartergesellschaft angenehm überrascht. Lufthansamaschinen bedienen die Linie Bremen-Hamburg nur in den Tagesrandzeiten, das heißt morgens früh und abends spät. Zu den Hauptverkehrszeiten fliegt nun General Air. Die Lufthansa nennt das: Zubringerdienste für Anschlüsse in Hamburg für Reisende von und nach New York sowie Skandinavien.

Die Fluggäste werden bei General Air den Lufthansatarif (34 Mark) bezahlen müssen. Sie fliegen zwar etwas unbequemer, in zweimotorigen Twin-Otter-Maschinen (18 Plätze), genießen aber sonst den vollständigen Service.

Die General Air betrachtet den Aushilfsdienst für die Lufthansa als Ergänzung ihrer ursprünglichen Pläne: Die Gesellschaft bietet seit Jahren planmäßige Flugdienste von Hamburg nach Schleswig-Holstein und auf die Nordseeinseln Wangerooge, Helgoland, Sylt und Föhr. Die Ausdehnung des Seebäderdienstes auf Bremen war als erster Vorstoß nach Niedersachsen geplant.

Bei General Air ist man zuversichtlich. Ob sich nun die Düsenkomfort gewöhnten Passagiere mit der Twin-Otter begnügen werden oder nicht, spielt keine entscheidende Rolle. Allein der Seebäderdienst ist schon lohnend genug: im vergangenen Jahr rund 15 000 Passagiere. Weiter ausgedehnt wurden die kombinierten Flug-Schiffsreisen. Schiffsdienste mit Hin- oder Rückflug gibt es nun für Bremen, Bremerhaven, Hamburg, St. Peter, Wyk und Hörnum jeweils von oder nach Helgoland. Für anspruchsvolle Reisende und für weitere Strecken hält die General Air einen luxuriösen Hansa-Jet (HFB 320) bereit. Das zweistrahlige Flugzeug hat sieben Plätze. Charterpreis für einen Hin- und Rückflug nach Paris: rund 5000 Mark.

Die Millionen-Investitionen der General Air, allein der Hansa-Jet kostet 3,6 Millionen Mark, werden sich nach Ansicht ihres Geschäftsführers, Flugkapitän Slevogt, mit Sicherheit auszahlen. Regionale Flugdienste, Charter oder planmäßig, werden in Deutschland große Mode.

Auf der zweiten innerdeutschen Strecke, die von einer privaten Fluggesellschaft (LTU) planmäßig bedient wird, gibt es mit Beginn des Sommerflugplanes (1. April) einige Verbesserungen: Zwischen Düsseldorf und Bremen wird als dritter Dienst im Nachmittagsflug angeboten, und zwischen Düsseldorf und Hannover verkehren künftig von Montag bis Freitag täglich vier Maschinen in jeder Richtung. Die bisherigen Nachmittagsflüge zwischen Düsseldorf und Saarbrücken wurden in Abendverbindungen umgewandelt.

Rolf Diekhof