Was immer auf dem Markt für Airbusse geschieht: Rolls-Royce ist der Gewinner. Die britische Triebwerkfirma erhielt vergangene Woche den Auftrag, die Triebwerke für 144 Lockheed-Airbusse zu liefern. Sie soll aber auch den europäischen Typ bestücken.

Die Entscheidung in den USA fiel zugunsten der Briten, weil diese neneben der fortschrittlichen Technologie ~~~ der Pfundabwertung niedrigere Preise offerieren konnten. Das Nachsehen hatte der amerikanische Konkurrent General Electric.

Mit einem Lieferwert von 1,5 Milliarden Mark ist es der größte Exportauftrag, den die britische Luftfahrtindustrie bislang verzeichnen konnte. Das Unternehmen rechnet damit, daß der Gesamtauftrag des Geschäftes bis 1980 zehn Milliarden Mark erreichen kann.

Die Triebwerke vom Typ RB 211 sind vorgesehen für die Lockheed 1011, ein Großraumflugzeug für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr. Mit drei Triebwerken kann das Flugzeug etwa 275 Passagiere über eine Entfernung von 4000 Kilometern transportieren. Nach acht Jahren baut Lockheed damit wieder Verkehrsflugzeuge.

Mit 144 Bestellungen und Optionen (Eastern Air Lines 50, Trans World Airlines 44 und Air Holdings 50) liegt Lockheed jetzt an der Spitze vor seinen Konkurrenten McDonnell, Douglas und Boeing. Douglas hat 25 Bestellungen und 25 Optionen auf seine DC 10, Boeing noch keine.

30 Bestellungen und 20 Optionen erhielt Lockheed aus Großbritannien von der Air Holdings, die den Vertrieb des Lockheed-Airbusses außerhalb der USA übernommen haben.

Ein Rolls-Royce-Triebwerk (und zwar der etwas stärkere Typ RB 207) ist auch für den geplanten europäischen Airbus vorgesehen. Die Vorarbeiten für dieses Flugzeug sind so weit abgeschlossen, daß nunmehr die Regierungen von England, Frankreich und der Bundesrepublik über den Bau von Prototypen entscheiden müssen.

Dem europäischen Airbus werden noch immer gute Absatzchancen gegeben, da das zweimotorige Flugzeug die dreimotorigen amerikanischen Typen ergänzen würde. h. m.