Nun ist es wieder soweit. Vom Eise befreit, rührt sich in den Herzen mit Macht der Drang nach dem Süden, der Wunsch nach Sonne, Sand und Ferienglück. Die Verkäufer von Ferienhäusern, die Makler und Baufirmen nutzen ihre Stunde.

Die Flaute des Jahres 1967 scheint überwunden. Mit zunehmendem wirtschaftlichem Optimismus wird auch die Kauflust wieder steigen, werden wieder mit leichterer Hand Tausender für die Verwirklichung von Sonnenträumen auf den Tisch geblättert.

So billig wie in diesem Jahr war es noch nie. Mit der Abwertung der spanischen Pesete wurden die Häuser und Grundstücke in Spanien rund fünfzehn Prozent billiger. Die Preissenkungen in Spanien wirken sich auch auf die Preise in Italien und in der Schweiz aus. Zusätzlich werden die Preise durch die mißliche Lage vieler Baufirmen gedrückt: zu viele der Häuser, die im vergangenen Jahr gebaut wurden, stehen noch heute leer.

Damals waren es nicht nur die trüben konjunkturellen Aussichten, die das Geschäft verdarben. Anfang 1967, nach den Abstürzen von Chartermaschinen und der spektakulären Pleite einiger Firmen, schlug den Anbietern von Ferienhäusern eine Welle des Mißtrauens entgegen. Heute fliegen alle namhaften Firmen ihre Kunden mit Linienmaschinen ans Ziel. Sie können sich selber ihr Haus aussuchen.

Der Flug in den Frühling hat aber seine Tücken. Das Traumhaus appetitlich serviert, entspannte Urlaubsstimmung und die durch clevere Verkäufer dargebotene unendliche Aufzählung aller Vorteile haben schon viele verlockt, einen Kaufvertrag vorschnell zu unterschreiben.

Wer klaren Kopf behält und dennoch kauft, der kauft nicht wegen, sondern trotz der Werbung: Das Ferienhaus unter südlicher Sonne ist und bleibt eben ein mehr oder weniger teurer Luxus. Entsprechend ist das einzig richtige Motiv für den durchschnittlichen Käufer der Wunsch nach einem Urlaubsdomizil in einer Landschaft, die ihm gefällt.

Wer eine Kapitalanlage sucht, wer eine sichere Rendite erzielen will, ist mit einem Ferienhaus schlecht beraten. Auch das spekulative Moment, die Hoffnung, daß die Grundstücks- und Hauspreise steigen werden, sollte die Kaufentscheidung nicht beeinflussen. Grundstücke gibt es im Süden noch im Überfluß, sogar am Lago Maggiore. Und wer weiß, wo das Ferienparadies der Zukunft liegt: in Portugal, in Irland?