Sehr sehenswert:

„Der zweite Atem“, von Jean-Pierre Melville. Der Film beginnt mit einer schwarzweißen Einstellung, in der ein Aufbau wackelt, der eine Zuchthausmauer sein soll. Die Titel erscheinen in Rot in einem kolorierten Vorspann. Es folgt eine Theaterszene, wieder in Schwarzweiß. Der Film bleibt schwarzweiß. Am Schluß des Films bittet ein Photograph den Kommissar: Bleiben Sie bitte einen Augenblick stehen, Herr Kommissar. Ich habe heute einen Farbfilm drin. Jean-Pierre Melville hat einen Film über alternde Gangster und die Freundschaft gedreht, der wie ein Nekrolog auch auf das schwarzweiße Kino ist.

„Liebelei“ und „Lola Montez“, von Max Ophüls. „Ein Liebesfall“, von Dusan Makavejev. „La Chinoise“, von Jean-Luc Godard. „Der Start“, von Jerzy Skolimowski. „Die Hölle der 1000 Martern“, von Samuel Fuller.

Sehenswert:

„Nur noch 72 Stunden“, von Don Siegel. „Kaltblütig“, von Richard Brooks. „Der Schnüffler“, von Gordon Douglas.

Ferner läuft:

„In der Hitze der Nacht“, von Norman Jewison. Wieder mal ein Rührstück mit Hollywoods gutem Neger vom Dienst: Sidney Poitier. Poitier gibt diesmal einen so schweigsamen wie tüchtigen schwarzen Polizeioffizier aus Philadelphia, den es nach Sparta, Mississippi, verschlägt. Die Weißen in Sparta mögen den Schwarzen nicht, aber der Schwarze zeigt ihnen, daß Schwarze nicht nur auch Menschen sind, sondern sogar gute Kriminalbeamte sein können. Sidney Poitier löst den Fall, in den er schliddert, souverän natürlich. Das entlockt dem etwas trotteligen, aber alles in allem dankbaren Sheriff von Sparta am Ende ein freundliches Lächeln: Seine guten Wünsche begleiten den guten Schwarzen nach Philadelphia. Großzügig, wirklich großzügig von Norman Jewison.

Zusammengestellt und kommentiert von Uwe Nettelbeck. Aufgenommen In diese Liste werden möglichst viele Filme, möglichst in der Woche ihrer westdeutschen Erstaufführung.