NSU-Vorstandsmitglied Frankenberger dementierte letzte Woche wieder einmal Gerüchte über eine bevorstehende Beteiligung von Citroën an dem Neckarsulmer Unternehmen.

Aber das Dementi war – weich. Frankenberger gestand ein „Körnchen Wahrheit“ zu und meinte, NSU sei doch ein Mädchen, „das irgendwann einmal heiraten sollte“.

Seit vor vier Jahren die Zusammenarbeit mit Citroën etabliert wurde, wird in den Börsensälen immer wieder von einer Fusion mit dem zweitgrößten französischen Automobilhersteller gesprochen.

NSU entwickelt zusammen mit Citroën ein 50-PS-Auto mit Wankel-Motor, das nächstes Jahr vorgestellt werden soll. NSU liefert den Motor, Citroën die Karosserie.

Für das Projekt wurden zwei gemeinsame Tochtergesellschaften gegründet: Comobil in der Schweiz und Comotor in Luxemburg. Das Interesse an einer Verflechtung wird von NSU kaum bestritten.

Nun soll folgender Plan bestehen: NSU erhöht das Aktienkapital von 65 auf 100 Millionen Mark. Dabei wird das Bezugsrecht der Aktionäre auf 6,5 Millionen Mark beschränkt; 28,5 Millionen übernimmt Citroën. Das Unternehmen besäße damit eine Sperrminorität von über 25 Prozent. Als Preis hierfür werden – bei einem Kurs von 400 – 114 Millionen Mark genannt.

Der NSU-Vorstand müßte zur Verwirklichung eines solchen Plans die Zustimmung der Aktionäre haben und zwar von 75 Prozent des auf der Hauptversammlung vertretenen Kapitals.

Da auf den Hauptversammlungen nie mehr als 70 Prozent des Kapitals vertreten waren, hielt sich hartnäckig das Gerücht, es gäbe einen Großaktionär, der unbekannt bleiben wolle. Der NSU-Vorstand: Wir wissen nichts davon.