Bei der Auswertung von 2680 Fahrer-Gutachten kam der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungsverein (DEKRA) zu dem Ergebnis: Die Fahrpraxis der bundesdeutschen Kraftfahrer ist bei fast jedem fünften Führerscheininhaber unzureichend (18,5 Prozent).

Jeder der 2680 geprüften Fahrer mußte unter Aufsicht eines Gutachters 25 bis 30 Minuten in einem Bezirk oder auf einer Strecke fahren, wie er sie häufig auch in seinem Kraftfahrer-Alltag vor sich hat.

Dabei kam auch folgendes heraus: 35 Prozent der 18- bis 24jährigen haben eine unzureichende Fahrpraxis; dieser Prozentsatz wird bis 54 Jahre immer geringer (zehn Prozent); ab 55 Jahren steigt er wieder auf 14 Prozent an.

Die Auswertung eines Fragebogentests über Verkehrs verhalten ergab: 13 Prozent der Testpersonen mit Führerschein Klasse 3 kennen die Verkehrsregeln nur mangelhaft; 49 Prozent machten in dem Test drei bis sechs Fehler.

Noch schlechter sieht es bei den Lastwagenfahrern aus: 20 Prozent der Testpersonen mit Führerschein Klasse 2 kennen die Verkehrsregeln nur höchst unzureichend; 50 Prozent derselben Gruppe haben Kenntnisse, die eben ausreichen. Nach einem Sehtest kam man zu dem Ergebnis: Fast jeder zehnte Autofahrer sieht so schlecht, daß seine Verkehrssicherheit beeinträchtigt ist.

Dieser Prozentsatz steigt bei den 45- bis 54jährigen auf 20 Prozent an und sinkt bei den 55- bis 65jährigen wieder auf acht Prozent ab, weil inzwischen eine Brille gekauft wurde.

Insgesamt zeigt die Untersuchung die Tendenz, daß Fahrtüchtigkeit mit steigendem Alter (jedoch nur bis 54 Jahre) zunimmt, während gleichzeitig die Kenntnis der Verkehrsregeln ständig abnimmt.