In der Woche der nationalen Prüfungen (Präsidentenkrise, King-Mord, Rassenkonflikt) blieb den Amerikanern auch das Debakel im Weltraum nicht erspart. Der zweite unbemannte Probeflug der Superrakete „Saturn V“ wurde ein glatter Mißerfolg:

  • Zwei der fünf Raketenmotoren der zweiten Brennstufe hatten vorzeitigen Brennschluß,
  • die dritte Stufe konnte nicht ein zweitesmal gezündet werden und

explodierte eineinhalb Tage später in der Erdumlaufbahn,

  • die Apollo-Kapsel landete weitab vom Zielgebiet im Pazifik.

Die Saturn sollte am Donnerstag voriger Woche – knapp fünf Monate nach ihrer glanzvollen Premiere – zum letztenmal unbemannt starten. Zum erstenmal war auf der Raketenspitze die verbesserte Apollo-Raumkapsel montiert, deren Ausstiegsluke nach dem Feuertod der Astronauten Grissom, White und Chaffee vor einem Jahr neu entwickelt worden war. Bei einem erfolgreichen Verlauf war ein Flug der drei Astronauten Schirra, Cunningham und Eisele mit einer kleineren „Saturn“ für August oder September geplant.

Im November hätte dann erstmals eine „Saturn V“ mit einer Astronautenmannschaft von der Startrampe in Kap Kennedy abheben können. Eine erste Mondlandung wäre nach zwei oder drei weiteren erdnahen Einsätzen im Spätsommer 1969 möglich gewesen. Jetzt aber müssen die Amerikaner ihren Zeitplan ändern oder – unter dem Konkurrenzdruck der Sowjets – unwägbare Risiken eingehen.