Schluß mit Genußscheinen

Die Genußrechte der Ilse Bergbau-AG, Bonn, sollen eingezogen werden. Sie wurden Anfang der zwanziger Jahre zum Schutz gegen Überfremdung geschaffen. Da Genußrechte ohne Stimmrecht sind, war es eine Zeitlang möglich, mit nur einem Viertel des Gesamtkapitals das Unternehmen zu beherrschen. Inzwischen haben fast 95 Prozent der Genußscheininhaber von dem im Jahre 1966 unterbreiteten Angebot der Vereinigte Industrie-Unternehmen (VIAG) Gebrauch gemacht, ihre Genußrechte in RWE-Stammaktien zu tauschen. Deshalb soll jetzt eine endgültige Bereinigung der Ilse-Kapitalverhältnisse erfolgen. Die Genußscheine werden zu dem Durchschnittskurs eingezogen, zu dem eine Stammaktie der Gesellschaft im gleichen Nennwert im ersten Quartal 1968 an der Berliner Börse amtlich notiert wurde. Wer sich damit nicht zufrieden geben will, kann bis 30. 9. 68 je einen Ilse-Genußschein in 3,25 RWE-Stammaktien tauschen.

Dollar-Wandelanleihe von Ford

Am 18. April wird die Ford Motor Company über ihre Tochtergesellschaft „Ford International Capital Corporation“ eine 60 Millionen Dollar-Wandel-Anleihe auflegen, die nur außerhalb der USA und Kanada verkauft werden darf. Sie dient der Investitionsfinanzierung der Ford-Auslandstöchter. Vom 15. November 1968 an können die Wandelanleihestücke in Ford-Aktien umgetauscht werden. Einzelheiten über Zinsfuß, Ausgabekurs und Wandlungsbedingungen werden noch bekanntgegeben.

Schutz gegen Versicherungen

Als eine von den Versicherungsgesellschaften unabhängige Interessenvertretung, die keinerlei Versicherungsvermittlung betreibt, bringt sich der schon 67 Jahre alte Deutsche Versicherung-Schutzverband, Bonn, in Erinnerung. Er berät die Versicherten in allen Fragen des Versicherungsschutzes.

Vorerst keine neuen Volksaktien

Mit Rücksicht auf den Veba-Kurs, so behauptet Bundesschatzminister Schmücker, will der Bund an seinem 40prozentigen Kapitalanteil an der Veba festhalten. Schmücker meinte auf Drängen der FDP, daß man grundsätzlich auch die bundeseigene Viag privatisieren solle, die gegenwärtige Marktlage sei aber so schwierig, daß man ohne Sicherungen für die Bundesbürger für die Viag keine Volksaktien ausgeben könne. Aus Schmückers Erklärungen ist zu entnehmen, daß die nächste Bundestagswahl nicht mit „Volksaktien“ gewürzt werden soll. Offenbar wurde eingesehen, daß Volksaktien nicht zu Wahlschlagern für irgendeine Partei gemacht werden können.