Noch nie haben Bücherschreiber große Weltbegebenheiten bewirkt, sondern die veränderte Ordnung der Dinge wirkt im Gegenteil auf den Geist der Bücherschreiber.

Adolph von Knigge

Prinzenzensur

Die Londoner Abendzeitung „Evening News“ nannte es einen „kleinen Eingriff vom Buckingham-Palast“, der Sprecher des könglichen Domizils schob den Schwarzen Peter den Fernsehredakteuren zu: Prinz Philip war in die Zensur geraten. Der Ehemann von Königin Elizabeth II., der schon öfter sich ein der britischen Regierung nicht immer angenehmes offenes Wort leistete, muß in einem Fernsehinterview wieder über die Stränge geschlagen sein. Aus dem Streifen soll, so „Evening News“, eine Passage herausgeschnitten worden sein, in der Prinz Philip geäußert habe, er hätte nichts dagegen, wenn eines seiner Kinder einmal einen farbigen Partner heiraten werde, er würde diese Wahl seinen Kindern überlassen. Wer immer diese Stelle herausgeschnitten haben mag – Prinz Philip wird es eben, so scheint’s, nicht seinen Kindern allein überlassen können.

Theatertreffen

Zwölf Inszenierungen wählte die Jury aus – neun werden auf dem Berliner Theatertreffen zwischen dem 25. Mai und dem 5. Juni zu sehen sein. Es kommen nach Berlin: Strindbergs „Vater“ (Hamburger Schauspielhaus/Inszenierung: Fritz Kortner); Jean Genets „Die Wände“ (Essen/Roger Blin); Bertolt Brechts „Im Dickicht der Städte“ (Münchner Kammerspiele/Peter Stein); Isaak Babels „Marija“ (Stuttgart/Peter Palitzsch); Sean O’Caseys „Der Pott“ (Wuppertal/Peter Zadek); William Shakespeares „Maß für Maß“ (Bremen/Peter Zadek). Es kommen aus Berlin: Samuel Becketts „Endspiel“ (Schiller-Theater-Werkstatt/Beckett); Georg Büchners „Dantons Tod“ (Schiller-Theater/Liviu Ciulei). Es kommen nicht nach Berlin: Edward Bonds „Gerettet“ (Münchner Kammerspiele/Peter Stein) und Peter Hacks’ „Moritz Tassow“ (Wuppertal/Ballhausen-Wuestenhöfer) – wegen technischer Schwierigkeiten. Es kommt nicht aus Berlin: Bertolt Brechts „Der Brotladen“ (Berliner Ensemble/Karge-Langhoff) – wegen welcher Schwierigkeiten? tigbauweise soll nun die Realisierung in München auf einem Gelände von 2500 Quadratmetern und mit einem Kostenaufwand von 2,5 bis 3 Millionen Mark angegangen werden.

Snobappeal