Während Frankreich seine Goldvorräte innerhalb der Währungsreserven seit Ende 1965 um rund 1,8 Milliarden Mark auf 20,8 Milliarden aufgestockt hat, verlor die Bundesbank in der gleichen Zeit rund 1,75 Milliarden Mark an Gold. Nach der jeweils zum Monatsende erfolgenden Abrechnung mit dem Goldpool, der seine Tätigkeit nach der Washingtoner Tagung der Notenbankgouverneure der wichtigsten westlichen Industrieländer vom 16. und 17. März eingestellt hat, weist die Deutsche Bundesbank noch einen Goldvorrat von 15,63 Milliarden Mark aus. Auf dem bisher höchsten Stand – am 31. Januar 1966 – hatte die Bundesbank für 17,37 Milliarden Mark Gold in den Tresoren.

Frankreich hielt den Goldanteil an seinen Währungsreserven seither konstant bei etwa 87 Prozent, während er bei den deutschen Währungsreserven vor allem durch die Mitarbeit am Goldpool, der den Goldpreis durch Verkäufe auf dem amtlichen Niveau von 35 Dollar je Unze hielt, von 61,5 auf 49,7 Prozent zurückging. Nach der Auflösung des Goldpools und dem Verbot für die Notenbanken, Gold am freien Markt zu verkaufen, dürfte der Goldvorrat der Bundesbank nur noch kleiner werden, wenn Gold als Ausgleich für ein Zahlungsbilanzdefizit an andere Notenbanken abgegeben wird.

Zum ersten Male seit der Spaltung des Goldmarktes ist der Goldpreis am freien Markt unter 37 Dollar gefallen. Am vergangenen Donnerstag wurde Gold in London für 36,70 Dollar je Unze gehandelt. Der Preis lag damit nur noch um 1,50 Dollar über dem Preis von 35,20 Dollar, zu dem sich die Spekulation vor der Marktspaltung eingedeckt hatte.

Unmittelbar nach der Freigabe des Goldpreises wurden in Zürich zwischen 41 und 42 Dollar je Unze notiert. Der Preis fiel am 21. März auf 37 Dollar, um wieder bis auf 40,40 Dollar am 26. März zu klettern. In der letzten März- und der ersten Aprilwoche ist der Goldpreis dann ständig zurückgegangen. mh