• Ausgabe 17/1968

    Ausgabe 17/1968

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • „Ein Mörder findet sich immer“

    Frage: Der Mordanschlag auf Rudi Dutschke hat eine Welle militanter Provokationen der studentischen Jugend ausgelöst........

  • „Hände weg von Enoch!“

    Eigentlich stand am ersten nachösterlichen Arbeitstag des Britischen Unterhauses eine Abstimmung über das neue Gesetz gegen Rassendiskriminierung auf dem Programm.

  • Geheimwaffe der Griechen

    Ein Frühling wie in Griechenland .. Andreas Papandreou, auf der Terrasse eines Godesberger Hotels sitzend, den Drachenfels als rheinische Variante der Akropolis im Rücken, konnte an diesem heißesten April-Wochenende des Jahrhunderts nicht wissen, daß seine griechischen Landsleute zu Hause die Heizung anstellen mußten.

    Von Werner Höfer

  • Bummelant auf Staatskosten?

    Dutschke und seinesgleichen sind verbummelte Studenten, die, wenn sie nicht gerade Revolution machen, auf der faulen Haut liegen, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers.

  • Springers Berlin-Monopol

    In dieser Woche wurde den Berliner Verlegern ein 180 Seiten starkes Gutachten der sogenannten Michel-Kommission über die Wettbewerbssituation von Presse und Rundfunk (inklusive Fernsehen) übergeben.

  • Hört auf, Lenin zu spielen!

    „Gewalt“ gehört zum klassischen Revolutionsbegriff. Die bestehende Ordnung wird „umgewälzt“ durch Mittel, welche die Gesetze verbieten.

    Von Golo Mann

  • Ein Nonkonformist als Regierungschef

    Das Zwanzig-Millionen-Volk der Kanadier nimmt Abschied von der Welt der Väter. Am vorigen Sonnabend wurde in Ottawa der jüngste Premierminister in der Geschichte des Landes auf sein Amt vereidigt, der erste, der in diesem Jahrhundert geboren ist, von dem 71jährigen Lester Pearson, der sich aufs Altenteil zurückzog, so verschieden wie John F.

    Von Theo Sommer

  • Proteststimmung auch im Musterländle

    Ha no“, sagte der Mann mit den derben, verarbeiteten Händen und fixierte stirnrunzelnd einen Studenten, der, das Mao-Brevier schwenkend, weitschweifig vom Idealbild der sozialistischen Gesellschaft redete und sich dabei auch nicht durch den Versammlungsleiter unterbrechen lassen wollte, „jetzt tat i mi doch a bisle ordentlicher aufführa.

    Von Rolf Zundel

  • Deutschlands oberster Geheimnisträger räumt nach 22 Jahren seinen Posten an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes

    Der Mann ohne Gesicht

    Von General Wessel, der am 1. Mai Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND) wird, also Chef des Auslandsnachrichtendienstes der Bundesrepublik, den Reinhard Gehlen aufgebaut hat, gibt es viele Photos, und viele Menschen – Inländer und Ausländer, Soldaten und Zivilisten – kennen ihn.

    Von Marion Grälin Dönhofl

  • ZEITSPIEGEL

    Streikposten zogen am Dienstag vor dem Institut für Publizistik an der Freien Universität auf: Streikbrecher erschienen nicht.

  • Nach bewährtem Muster

    Am 16. April erschien „Bild“ mit der Balkenüberschrift: „Möbelhaus in Brand gesteckt.“ Darüber die rhetorischen Fragen: „Ist das Demonstration?“ – „Ist das Diskussion?“ – und die Antwort: „Nackte Zerstörungswut.

  • Wolfgang Ebert:

    Lieber Student P.

    Geduld, haben Sie doch Geduld! Lassen Sie endlich ab vom Randalieren und Protestieren. Und vor allem von der Gewalt. 85 Prozent von uns und 122 000 Polizisten stehen mit vielen Hunderten von Wasserwerfern gegen Sie – sehen Sie nicht, wie aussichtslos das alles ist? Sie machen sich nur unbeliebt und erreichen, daß sich NPD und SED ins Fäustchen lachen, weil Ihre kleine Minderheit uns in die Anarchie treibt.

  • Nicht nur Rassenkampf

    Wenige Tage nach der Ermordung Martin Luther Kings hat das amerikanische Repräsentantenhaus – wie vorher schon der Senat – die seit zwei Jahren überfällige „Open Housing Bill“ verabschiedet.

  • Die Internationale der Rebellierenden

    Die Studenten machen keine Revolution, aber sie machen Schlagzeilen. Werden sie der mörderischen Publizitätsmaschine gewachsen sein? Nach den Provos von Amsterdam und den Rebellen von San Franzisko sind jetzt die „Rädelsführer“ des SDS an der Reihe.

    Von Alexander Mitscherlich

  • Sprecher der Außerparlamentarischen Opposition in Berlin und der Bundesrepublik über Perspektiven der Revolution

    Strategie der Gegengewalt

    Zu 1) Ich sehe keinen Anlaß, die Ziele zu revidieren, allerdings einen dringenden Anlaß, sie besser zu artikulieren. Mir scheint, daß im Zusammenhang mit den spontanen Aktionen gegen Springer verschiedene Ziele durcheinandergeraten sind, die erst einmal artikuliert werden müssen, damit die Adäquanz der Aktion zu der vorher geklärten Artikulation wiederhergestellt wird.

  • Wirtschaft
  • ZEIT SPART GELD

    Die Republik Österreich emittiert eine Anleihe von 100 Millionen Mark. Die 7prozentigen inhaber-Teilschuldverschreibungen werden zum Kurs von 99 1/2 Prozent angeboten.

  • So nicht

    Die Industriegewerkschaft Metall hat mit ihrer Lohnforderung von 7 Prozent selbst diejenigen verblüfft, die durchaus der Meinung sind, daß der Aufschwung auch durch eine angemessene Ausweitung der Konsumnachfrage gestützt werden muß.

  • Drugstore auf französisch

    Marcel Bleustein-Blanchet, Inhaber von „Publicis“, der zweitgrößten Werbeagentur Frankreichs, machte den Anfang. Vor genau zehn Jahren eröffnete er auf den Champs-Elysees in der Nähe des Etoile einen ungewöhnlichen Laden, den er „Drugstore“ taufte.

  • Erkenntnis

    Es geschehen noch Zeichen und Wunder. In einer Zeit, in der trotz zögernder Konjunkturbelebung und eines von einem SPD-Minister konstatierten bedenklichen Schwundes der Unternehmergewinne weiter kräftige Lohnerhöhungen und soziale Verbesserungen verlangt werden, fordert ein Betriebsrat von der Verwaltung, künftig wieder etwas mehr für die Aktionäre zu tun.

  • ICI

    Draußen größer

    Der größte Chemiekonzern Europas, die Imperial Chemical Industrie Ltd., erzielte mit seinen 318 Tochtergesellschaften im Geschäftsjahr 1967 einen gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gestiegenen Umsatz von 979 Millionen Pfund (9,42 Milliarden Mark).

  • ZEITRAFFER

    Nach Ansicht des amerikanischen Zentralbankpräsidenten befindet sich Amerika in der schwersten Finanzkrise seit 1931. Das untragbare Haushalts- und Bilanzdefizit werde, wenn nicht bald entscheidende Maßnahmen getroffen werden, zu einer unkontrollierbaren Rezession der Inflation führen.

  • Osthandel

    Rote Butter durch die Hintertür

    Butter für 92 Pfennig das Pfund – zu diesem Preis trifft sie aus der Sowjetunion im Freihafen von Antwerpen ein – wird „an einen in der Schweiz ansässigen ausländischen Kaufmann“ weitergeleitet, um von dort den Weg in die EWG zu finden.

  • Fernsehmarkt

    Zurück zum Handel

    Eingerahmt von televisionsreifen Unterhaltungsnummern verkündete Fernseh-Charmeur Karlheinz Hollmann in sieben geschickt organisierten Präsentations-Shows staunenden Rundfunk- und Fernsehfachhändlern ein neues Vertriebsprogramm der Wolfenbütteler Kuba Imperial GmbH.

  • Gespräche am Bankschalter

    Von Plänen wird keiner reich

    In diesen Tagen, meine verehrten Leser, haben die deutschen Sparkassen ihren Ziel-Sparplan aus der Taufe gehoben. Auf den ersten Blick erscheint er als ein recht kompliziertes Ding.

  • Die Gewinne werden Rekordhöhe erreichen. Vermögensbildung wird dringlich, wenn die Gewerkschaften maßhalten sollen

    In fünf Monaten ein neuer Boom?

    Der Streit wird sich nicht wiederholen. Vor einem Jahr zeigten die Unternehmer Karl Schiller bei der Eröffnung der Hannover-Messe die kalte Schulter, weil er sie in aller Öffentlichkeit wegen mangelnder Unterstützung für seine Politik abgekanzelt hatte.

  • Hannover ließ sie von der Leine

    Professor Mössner machte wieder einmal seinem Unwillen Luft. Die Münchner electronica, eine Fachmesse für elektronische Bauelemente, sei eine Fehldisposition, befand er.

    Von Michael Jungblut

  • Zwischen Geist und Geld

    Einen Leser hatte der Zorn gepackt. „Dieses psychologische Geschwafel können Sie in Ihren Papierkorb werfen, meiner ist mir zu schade dafür.

    Von Michael Jungblut

  • Bayer

    Schöne Aussicht

    Die Verwaltung werde im laufenden Jahr die Entwicklung der Ertragslage genau im Auge behalten, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Farbenfabriken Bayer AG, Professor Kurt Hansen.

  • Frankreich

    Entente mit dem Nachbarn

    Mit unverhohlenem Triumph begrüßte Frankreichs Industrieministerium ein Ereignis, das in der EWG eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte: Das führende deutsche Maschinenbau-Unternehmen Demag und der französische Baumaschinenhersteller Richier vereinbarten eine engere Zusammenarbeit.

  • AUS UNTERNEHMUNGEN

    Die Deutsche Bausparkasse Darmstadt hat im vergangenen Jahr 8800 neue Verträge mit einer Summe von 266,1 Millionen Mark abgeschlossen.

  • Das schwere Erbe von Wolfsburg

    „Es sieht so aus, als ob das Jahr 1968 direkt an das Rekordjahr 1966 anschließt“, meint ein VW-Sprecher. Mit Sonderschichten lief die Produktion im ersten Quartal wieder auf Hochtouren.

  • Unilever

    Veredeln

    Wer heute im Nahrungsmittelbereich verdienen will, muß veredeln. Bei Margarine, Speisefetten und Ölen ist der Spielraum nicht allzugroß.

  • General Motors

    Belastungen

    ünfundsiebzig Cents je Aktie können d:e General Motors Aktionäre für 1967 weniger kassieren als im Vorjahr. Das gebremste Wachstum der amerikanischen Wirtschaft blieb auch nicht ohne Einfluß auf Amerikas größten Konzern.

  • Börsen-Report

    Bedrohung aus Wall Street

    Ebensowenig wie die Rassenunruhen in den USA der amerikanischen Börse Abbruch taten, kümmerten sich die deutschen Anleger um die Ereignisse, die dem Attentat auf Rudi Dutschke folgten.

    Von K. W.

  • Modemesse

    Revolution

    Auf der Münchner Modewoche wagten neunzehn deutsche Firmen, darunter Loden-Frey, Queisser und Louisoder, den offenen Aufruhr: Sie rebellierten gegen den traditionellen Veranstalter der Messe (Mode-Woche München GmbH) und forderten alle Aussteller auf, ihrem neuen Verein, der Intermode München, beizutreten.

  • Die Mark hielt sich am besten

    Wem die Stabilität der Kaufkraft heilig ist, dem muß die Bundesrepublik als das gelobte Land erscheinen. Denn hier war im vergangenen Jahr im Vergleich zu den anderen großen Industrieländern die Währung am stabilsten – die Verbraucherpreise stiegen nur um 1,4 Prozent.

  • Die Entwicklungshilfe steht vor einer neuen Belastungsprobe. Viele „politische“ Projekte haben sich als kostspielige Fehlschläge erwiesen

    Zahlen für Sünden der Vergangenheit

    Es ist nichts leichter und billiger als dumme Witze über die Entwicklungshilfe zu reißen und sich über die jungen Nationalstaaten zu mokieren, die sich seit zwei Jahrzehnten bemühen, dem Lebensstandard und dem Lebensstil der reichen Industrienationen nachzueifern.

  • Vermögen für alle

    Die hinter uns liegende Stagnationsphase der westdeutschen Wirtschaft hat auch in der Bundesrepublik die Bedeutung des wirtschaftlichen Wachstums in der Industriegesellschaft jedermann deutlich gemacht.

  • Mini-Reform

    Von den großen Reformen, die uns die Regierung der Großen Koalition versprochen hatte, ist bisher nicht viel verwirklicht worden.

  • Werbung

    Ein Platz für den Tiger

    Der Berufstierschützer Professor Grzimek hätte seine helle Freude, säße er in diesen Tagen in der Hamburger Esso-Zentrale. Dokumentiert sich dort doch nahezu stündlich, welcher Tierliebe deutsche Bürger fähig sind: Seit der „Esso-Werbeleiter“ in einer großen Kampagne kategorisch gefordert hat „Der Tiger muß weg“, wird die Esso mit besorgten Anfragen überschüttet.

  • Wissen
  • Der hartnäckige Krieg

    Die Ouvertüre zu den Vietnam-Gesprächen wurde durch propagandistische Breitseiten und polemische Unterstellungen eingeleitet.

    Von Hans Gresmann

  • Die Stunde des Parlaments

    Die Ruhe der letzten Tage mag täuschen. Neue Kraftproben zwischen den radikalen Studenten und der Obrigkeit stehen bevor: bei der Jahrhundertfeier der Eßlinger Zeitung am kommenden Sonntag, beim Tag der Arbeit nächste Woche, dann beim Notstands-Sternmarsch auf Bonn am 11.

  • De Gaulles Starrsinn

    In vertraglich gesicherter Routine, aber ergebnislos in der Hauptsache, verliefen die Bonner Gespräche zwischen Couve de Murville und Willy Brandt am Montag.

  • Moskaus späte Einsicht

    Präziser als jetzt ein Moskauer Sprecher vor der Presse vermochte es bisher auch Washington nicht der Bundesregierung die Gewißheit zu geben: Die Unterschrift unter den Atomsperrvertrag wäre überhaupt kein Hindernis für eine weitere deutsche Mitwirkung in der Nuklearen Planungsgruppe der NATO.

  • Ulbrichts Nadelstiche

    Die DDR behindert die Durchreise von Bundesbürgern nach Berlin: nicht nur von NPD-Mitgliedern, nicht nur von Bundesministern, sondern auch von biederen pensionierten Amtmännern.

  • Reisen
  • Stationen einer Frankenweinfahrt: In Deutschland verliebt

    Himmel voller Bocksbeutel

    Auf der Vogelsburg verdeckt das Schoppenglas beim Trinken den Fluß und die Berge bis zum Horizont. Aus der Vogelsburgperspektive umschließt der Rand des Weinglases das ganze Frankenland: die berühmten Muschelkalkhänge von Escherndorf und Volkach, die Wallfahrtskirche zur berühmten Madonna im Weingarten (Eintritt 50 Pfennig: „Seit die Madonna wieder da ischt“), die blühenden Obstgärten, die Trauerweiden wie türkisfarbene Wolken, die goldenen Wirtshausschilder, die Brückenheiligen von rotem Sandstein – das Heitere und das Demütige, Lebenslust und Entsagung.

  • Ungarn auf Pferderücken

    Reit- und Springpferde stehen in den Gestüten Hortobagy, Mosonmagyarovar, Radihaza, Szentamas und Tata westdeutschen Urlaubern zur Verfügung, die bereit sind, täglich 38 Mark (in Hortobagy 46 Mark) für zwei Stunden Reiten, Zimmer und Vollpension auszugeben.

  • Warum ich reise

    An Ariel und den Tod denken

    Als Kind wollte ich in meinem Zimmer und immer woanders sein. Obwohl ich in China, auf Samoa, zu den Quellen des Nil, im Wilden Westen Amerikas, auf hoher See in grandiosen Stürmen reiste und Schiffbruch litt, genoß ich Abenteuer, Gefahren und Sindbads Freundschaft im Bett.

  • REISESPIEGEL

    TASS, die sowjetische Nachrichtenagentur, meldet, daß nahe bei Peking ein „Schlafender Buddha“, also eine Buddha-Statue in meditierender Stellung, aus einem Tempel herausgeworfen und dafür eine Plastik Mao Tsetungs aufgestellt wurde.

  • Unterwegs:

    Smoking nach Teheran weitergegangen

    Am Reiseziel kommen auf dem Flughafen die Koffer gewöhnlich auf Fließbändern angerollt, und jeder kann sich bedienen. Dreimal ist es mir schon passiert, daß ein anderer Passagier mit meinem Koffer davongestürzt wäre, wenn ich nicht rechtzeitig und resolut eingegriffen hätte.

    Von E. B.

  • Durch die DDR

    Transit nach Zinnwald

    Die kürzeste Verbindung von Norddeutschland und Skandinavien nach Prag, Wien und Budapest führt über Berlin und von dort über Dresden auf der Transitstraße Trelleborg! Stettin–Zinnwald in die ČSSR und nach Österreich und Ungarn.

  • Das Angebot

    Segeln in Bombannes

    Segeln und Reiten. Sportlehrgänge des Deutsch-Französischen Jugendwerkes für Jugendliche zwischen 18 und 20 Jahren. Segeln in Bombannes (Frankreich) vom 19.

  • Visum für Polen

    Im Polonia Verlag Warschau ist in deutscher Sprache ein „Reiseführer Polen“ erschienen, mit folgenden Erinnerungen an das Ostseebad Misdroy auf der Insel Wollin: Miedzyzdroje (4200 Einwohner).

  • Neue Luftlinie nach Rußland

    Die Fluggesellschaften Air France und Aeroflot werden am 15. Mai eine neue Fluglinie zwischen Leningrad und Paris eröffnen. Die Ilyushin-Turbojets fliegen nonstop, während die Caravelles der Air France jeweils Zwischenlandungen in Warschau machen.

  • Hotelführer für schnelle Rechner: Varta 68/69

    Preise nach Faustregel

    Vom „Gasthaus zur Sonne“ in Aach bis zum „Gasthof am Markt“ in Bad Zwischenahn gibt der Varta, Führer durch Deutschland 68/69 (Mairs Geographischer Verlag Stuttgart – Varta Aktiengesellschaft, Europas größter Batteriehersteller, 21,80 Mark), wieder seine Übersicht und Klassifizierung der Hotels (Motels, Aerotels) und Gaststätten und übernimmt damit die Rolle einer zentralen Institution, über die der deutsche Fremdenverkehr offiziell nicht verfügt.

  • DIE ZEIT
  • Nichtraucher-Therapie

    Im hessischen Staatsbad Bad Nauheim üben Raucher in Gruppen das Nichtrauchen. Die Gruppentherapie beginnt mit Abschreckung: Das Rauchen ist eine der wesentlichen Ursachen für Herz- und Kreislauferkrankungen.

  • Die Moral der Moralisten

    Neue Bücher übers Fernsehen mag man schon gar nicht mehr in die Hand nehmen. Ihre Zahl füllt inzwischen kleine Bibliotheken.

  • Fahrtverkürzung

    Die Baukolonnen im Dienste des Bundesverkehrsministeriums haben schneller gearbeitet als erwartet: Schon Ende Juli, noch in der Hauptreisezeit, wird die neue Autobahnstrecke zwischen Bad Hersfeld und Würzburg für den Verkehr freigegeben.

  • Gerechte, friedliche Gesellschaft

    Hätte sich ein Außenstehender in der letzten Woche auf dem Frankfurter Soziologenkongreß ein Bild machen wollen von den wissenschaftlichen Mitteln und den Erkenntniszielen der Soziologie, er wäre ziemlich ratlos wieder nach Hause gegangen.

  • Fürstlich reisen

    In den Salonwagen der Deutschen Bundesbahn wird dem Reisenden bewiesen, wie komfortabel eine Bahnreise sein kann – erlesene Ausstattung, viel Platz, Bar und Telephon.

  • Verunglückte Revolution

    In jüngster Zeit gab es in Deutschland eine Wiederentdeckung: Die viel geschmähte oder auch belächelte Revolution von 1918/19 wird – zumindest in der zeitgeschichtlichen Forschung – wieder ernst genommen.

  • Greenes Selbstbekenntnis

    Dies ist das vierte für die Bühne verfaßte Stück des erfolgreichen Erzählers Graham Greene. Um künftige Verwechslungen zu vermeiden, muß man den englischen Originaltitel „Carving a Statue“ erwähnen.

  • Immer weniger Gondeln

    Zehntausend Gondeln befuhren früher die Kanäle von Venedig, die Zahl ist inzwischen unter 500 gesunken, und die letzte Gondelwerft, in der nur noch zehn dieser eleganten schwarzen Fahrzeuge im Jahr produziert werden, hat Existenzsorgen.

  • Reif für den Faschismus?

    Wäre die Jugend in der Bundesrepublik Deutschland so skeptisch wie einst Schelsky meinte (und es dann widerrief), würde mancher beruhigter in die Zukunft sehen.

  • Der Tod einer Legende

    Autoritäre Vertuschung und Verdummung ohne Ende! Im Klappentext heißt es, Ernst Niekisch gehe in diesem Buch „mit der ersten deutschen Republik hart ins Gericht“, dennoch sei er kein Feind, sondern ein „trauernder und zürnender Freund“ des Weimarer Systems gewesen.

  • Der klassische Städtebau ist tot – Eine Reihe kritischer Betrachtungen über moderne Planung (VII und Schluß)

    Rathaus-Egoismus baut Barrikaden

    Die Schweizer lernten von den Holländern Käse aufzubereiten und zu veredeln, die Engländer den Schiffsbau, der zur Grundlage ihres Weltreiches wurde.

  • Der Autor und sein Erfolg

    Der in unserem Land sehr verbreitete und beliebte Satz, daß der Erfolg den Menschen korrumpiere, ist ein Gerücht, das deutsche Innerlichkeit ausgestreut hat.

  • Pauschalarrangements: Ferien und Gesundheit

    Maxikur zu Minipreisen

    Deutsche Bäder suchen eine neue Urlaubsformel für die Verbindung von Ferien und Gesundheit. Pauschalangebote für Unterbringung und Verpflegung, Kur und ärztliche Betreuung für Privatgäste werden inzwischen schon von mehreren deutschen und österreichischen Bädern angeboten.

  • Franz von Papen und Ernst Niekisch: Zwei Feinde der deutschen Republik – Was haben sie uns heute noch zu sagen?

    Der Wahrheit keine Gasse

    Franz von Papen ist unter die Historiker gegangen. Hatte er vor sechzehn Jahren noch „der Wahrheit eine Gasse“ bahnen wollen – so der Titel seines autobiographischen Erstlings –, so kommt er uns nun gemessener, gleichsam objektiver: „Vom Scheitern einer Demokratie.

  • ZU EMPFEHLEN

    FÜR Unmenschen (um konsequent zu bleiben) – Sternberger/Storz/Süskind: „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“ – Neue erweiterte Ausgabe mit den Zeugnissen des Streites über die Sprachkritik; Claassen Verlag, Hamburg/Düsseldorf; 340 S.

  • Gesellschaft
  • Prag geht „eigenen Weg“

    Neue Kraftlinien des Polyzentrismus haben sich am Vorabend der Konferenz abgezeichnet, die am Mittwoch in Budapest begann und auf der die kommunistischen Parteien ein neues Welttreffen vorbereiten wollen.

  • Die sowjetische Interessenlage in Deutschland (II)

    Können wir Moskau die DDR abhandeln?

    Ich kenne kein Patentrezept zur Lösung der deutschen Frage und habe auch keines anzubieten. Was ich zur Diskussion stellen möchte, sind Denkansätze, mögliche Bewegungsrichtungen für die deutsche Politik und – vielleicht – Beiträge zur Erkenntnis der Lage, der Interessen und der Fragestellungen.

    Von Rainer Barzel

  • FBI jagt ein Phantom

    Im Mordfall King verfolgt das „Federal Board of Investigation" (FBI) seit der vorigen Woche eine heiße Spur.

  • Fernsehen

    Blutwasser der Unschuld

    Da hoben die Demonstranten das Kreuz, da schlug man mit Latten, da spritzte das Wasser, da sah man verzerrte Gesichter, da wurde das Photo eines sterbenden Menschen gezeigt, da tauchten die Pferdeköpfe über den Stürzenden auf, da sprach man auf der Regierungsbank Worte, die manchem Christen wie die Worte des Landpflegers klangen: Ich wasche meine Hände in Unschuld; sie und nicht wir sind schuld daran; wir lassen nicht zuschanden machen, was wir aufgebaut haben; die Ordnung ist bedroht von einer kleinen Minderheit; ich aber weiß mich einig mit unserem Volke.

  • Bonn eröffnete Dialog mit den Studenten

    Zwei unschuldige Todesopfer hat die Springflut der Gewalt gefordert, die Ostern die Bundesrepublik und Westberlin zu überschwemmen drohte.

  • Paris blieb taub

    Selbst der dringende Appell, den Bundeskanzler Kiesinger an „unsere französischen Freunde“ richtete, hat den britischen EWG-Beitritt nicht vorangebracht.

  • Milde Töne aus Moskau

    Zwei Tage vor Beginn der UN-Debatte über den Atomsperrvertrag hat die Sowjetunion erneut ihr Interesse an der deutschen Unterschrift bekundet.

  • Hilfe für herzkranke Kinder

    cht- bis neuntausend von etwa einer Million jährlich neugeborener Kinder in der Bundesrepublik kommen mit einem Herzfehler zur Welt.

  • Namen der Woche

    Wilhelm Gutmann (67), badenwürttembergischer NPD-Landesvorsitzender, muß sich laut Erklärung der Staatsanwaltschaft Tübingen den Vorwurf gefallen lassen, als NSDAP-Ortsgruppenleiter und Bürgermeister von Tiengen/Südbaden 1938 am Vorabend der „Reichskristallnacht“ zu Terroraktionen gegen die Juden aufgehetzt und sich nach dem Krieg als Mitarbeiter der französischen Sicherheitspolizei betätigt zu haben.

  • Von ZEIT zu ZEIT

    Bei seinen Bonner Gesprächen mit Willy Brandt erklärte der französische Außenminister Couve de Murville erneut seine Zustimmung zu einem handelspolitischen Arrangement mit Großbritannien ohne Koppelung mit der Frage des EWG-Beitritts.

  • Noch kein Vietnam-Treffen

    Drei Wochen nach der dramatischen Friedensgeste von US-Präsident Johnson waren Washington und Hanoi am Wochenanfang noch immer in einen Kleinkrieg um den Ort für erste Kontaktgespräche verstrickt.

  • Südafrika: k. o.

    Wegen seiner Apartheid-Politik war Südafrika bereits 1963 von den Spielen in Tokio ausgeschlossen worden. Im vorigen Jahr berichtete eine nach Südafrika entsandte Sonderkommission dem IOC, daß Südafrika zwar weiterhin gemischtrassische Sportwettkämpfe unterbinden, andererseits aber eine aus weißen und farbigen Sportlern bestehende Mannschaft nach Mexiko entsenden wolle.

  • Milz und Nieren radioaktiv beleuchtet

    Mit dieser scheinbar widersinnigen Bemerkung leitete in der vergangenen Woche in München der Präsident des diesjährigen deutschen Chirurgenkongresses, Professor Zenker, seine Eröffnungsrede über „Ziele und Entwicklung der Chirurgie“ ein.

  • Benno Besson entdeckt Sganarelle

    In Brechts nachgelassenen dramatischen Fragmenten finden sich auch einige Szenen, mit denen der Stückeschreiber Shakespeares „Romeo und Julia“ zu „erweitern“ trachtete.

  • „Nationale Schande“

    Unter dem Schutz außergewöhnlicher Sicherheitsvorkehrungen hat das Athener Regime am vorigen Sonntag den ersten Jahrestag der „nationalen Revolution“ begangen.

  • Der wahre Kampf mit dem Dämon

    Klein, robust, ein fester Körper, beherrscht von den Fingerspitzen bis in die Zehen, fast taillenlange, unfrisierte schwarze Mähne, dunkle Samtaugen von beinahe finsterer Intensität – das ist La Singla, der zwanzigjährige Star einer spanischen Truppe, die jetzt zum drittenmal durch Europa zieht und (bis zum 27.

  • Den Studenten der Publizistik reicht’s jetzt

    Etwa dreihundert Studenten am Berliner Institut für Publizistik haben einstimmig beschlossen, ab sofort so lange keine Vorlesungen und keine Seminare zu besuchen, bis der Berliner Lehrstuhl für Publizistik ordnungsgemäß besetzt ist.

  • Kultur
  • Außerordentlich (und) obszön

    Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Da sind sie alle letztlich machtlos: die Religionen und die Ideologien, die Behörden und die Gerichtshöfe, die Geistlichen und Funktionäre, ja sogar die deutschen Spießbürger und die amerikanischen Hausfrauen.

  • Das Grauen vor der Tür

    Raimon sang auf dem Campus der juristischen Fakultät katalanische Lieder, Lieder gegen den Krieg, gegen Kapitalismus und Imperialismus, den Frieden und eine bessere Zukunft.

  • ZEITMOSAIK

    Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält in diesem Jahr der Staatspräsident der Republik Senegal, der einstige Professor für klassische Sprachen und Staatssekretär für wissenschaftliche Forschung im Kabinett Edgar Faure: der Dichter Leopold Sedar Senghor, neben Aimé Césaire die wichtigste poetische Stimme der negritude, Verfechter der politischen wie geistigen Emanzipation des Schwarzen Afrikas, zu dessen neuem Selbstbewußtsein sein Werk beizutragen bestimmt ist.

    Von Johann Gottfried Seume

  • Lydia Schierning empfiehlt Schallplatten

    Franz Schubert: „Arpeggione-Sonate“ / Felix Mendelssohn Bartholdy: „Variations concertantes, op 17“ / Robert Schumann: „3 Fantasiestücke, op.

  • Der Knabe und der Mann

    Mit Schiele hat sich die Nachwelt blamiert“, schrieb Ernst Stein vor vierzehn Tagen in der ZEIT, als er Siegfried Freibergs Schiele-Roman „Ihr werdet sehen .

  • Kunstkalender

    Bilder, Collagen, Graphik von 1955 bis 1968, rund 70 Arbeiten eines Künstlers, der zu Kompromissen mit der Aktualität nicht fähig oder nicht geneigt ist, der den Ehrgeiz, die vorderste Position zu halten, entweder nie gehabt oder längst aufgegeben hat.

    Von Gottfried Sello

  • PEN-RESOLUTION

    1. Bund und Länder sollten unverzüglich die zahlreichen Pläne und Gesetze zur Bildungsreform überprüfen, koordinieren und den Parlamenten ein insgesamt verabschiedungsreifes Gesetzeswerk vorlegen, das diejenigen Forderungen der Studenten erfüllt, die berechtigt sind.

  • Ich habe meine Nachwelt überlebt

    „Eine der Schwierigkeiten, die Fähigkeiten der praktischen Ärzte jener Zeit richtig einzuschätzen, ist die Tatsache, daß Berichte von Patienten, die sich in Behandlung begaben, nahezu völlig fehlen.

  • Der alte PEN und die Jungen

    Die Ehrungen der Toten des vergangenen und der Lebenden des kommenden Jahres – ein neuer Ehrenpräsident wurde gewählt und drei neue Vizepräsidenten – beschäftigte die knapp vierzig Mitglieder des deutschen PEN-Zentrums, die zur diesjährigen Generalversammlung am Freitag nach Kassel gefahren waren, so lange, daß die Geschäftssitzung am Freitag verlängert und am Sonnabend neu anberaumt werden mußte, damit auch die Ereignisse dieses Jahres zur Sprache kommen konnten.

  • FILMTIPS

    „Die Stunde des Wolfs“, von Ingmar Bergman. „Liebelei“ und „Lola Montez“, von Max Ophüls. „Ein Liebesfall“, von Dusan Makavejev.

  • Gemütlichkeit und Katastrophen

    Frankreichs Noveau Roman genießt in Deutschland ein beträchtliches Prestige, aber offenbar nur sehr wenige in der jüngeren Schriftstellergeneration sind fähig, es ihm gleichzutun (womit nicht etwa seine Imitation gemeint ist).

    Von 'marianne Renting

  • Plädoyer für Pornographie

    Zugunsten eines unsympathischen und verachteten Tatbestandes möchte ich etwas sagen: zugunsten der ganz gewöhnlichen Pornographie.

  • Länderspiegel
  • Bilanz der Ostertage

    Scherben und vertane Chancen

    Sie zogen ihre Oster-Bilanz, die Kneipiers, die Kurdirektoren, die Braumeister und die Reisebüroagenten. Wie alljährlich zählten sie die verkauften Betten und die ausgeschenkten Hektoliter Bier.

    Von Hang von Kuenbeim

  • Wiesbaden

    Quantität anstatt Qualität

    Hessens Nationaldemokraten sind auf die Presse nicht gut zu sprechen. „Wir werden totgeschwiegen“, beklagen sie sich bitter.

  • Mainz

    Getarnt im Westerwald

    Der Ausgang der rheinland-pfälzischen Landtagswahlen vom Frühjahr 1967 war für die Nationaldemokraten, gemessen an den vorausgegangenen Erfolgen in Hessen und Bayern, eine herbe Enttäuschung.

  • München

    Für einen Nationalpark

    Die bayerische NPD ist mit 15 Abgeordneten im Landtag vertreten. Bei den Wahlen 1966 hatte sie 780 572 Stimmen erhalten, das sind 7,4 Prozent aller abgegebenen Stimmen.

    Von G. B.

  • Bremen

    Nur nicht auffallen

    Die acht NPD-Abgeordneten im Bremer Parlament haben bisher keinen Anlaß gegeben, sie für eine nichtdemokratische Fraktion zu halten.

  • Kiel

    Ungeliebte Vergangenheit

    Vor der Landtagswahl am 23. April 1967 gerieten die NPD-Propagandisten in Schleswig-Holstein zunächst zwischen von Thadden und Thielen, die sich in Bremen und Hannover mit harten Bandagen bekämpften.

  • Hannover

    Parlaments-Störenfriede

    Schauplatz heftiger Attacken gegen die NPD ist gerade jetzt der niedersächsische Landtag gewesen. Bei der zweiten Lesung des Landeshaushalts hatte die zehnköpfige NPD-Fraktion beantragt, die Landeszentrale für politische Bildung aufzulösen, die Zuschüsse für den Ring politischer Jugend wegfallen zu lassen und den Landesanteil an den Kosten der Ludwigsburger Zentralstelle der Länderjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen ersatzlos zu streichen.

  • Lebensart
  • Logelei

    Wer kann den Satz 123414 56 748 9450! entschlüsseln? Das kann jeder, der in der folgenden durch Buchstaben verschlüsselten Ausrechnung einer Divisionsaufgabe statt der Buchstaben wieder die Ziffern einsetzt, die dorthin gehören.

  • Wo ist dein Stachel?

    Erleichtert und mit Bewunderung hören wir, daß unsere Bienenzüchter dabei sind, den Bienen („Treue deutsche Bienen!“ lobte sie der polnische Dramatiker Mrozek, als man ihm die Aufschrift eines Honigglases übersetzte: Aus den unter polnischer Verwaltung stehenden deutschen Gebieten) den Stachel wegzuzüchten.

  • London Bridge – aus der Traum

    Es war sozusagen ein Akt der Sühne. Ich wollte mir selbst beweisen, daß von dem Anflug von Neid und Eifersucht, den ich angesichts des Verkaufs der Brücke empfunden hatte, nichts mehr übrig war.

  • Einsichten

    Ich bin ein richtiger Mustergatte“, erzählt ein Mann seinen Kollegen. „Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich bin meiner Frau treu, ich gehe weder in die Kneipe noch zum Fußball.

  • Die Herren der Justiz – 1. Der Staatsanwalt

    „Er darf im Dienst auch Mensch sein“

    Und er ist immer im Dienst – Jagt er das Verbrechen, oder verwaltet er es nur?

  • Richthofen

    Sie kamen meist von der Kavallerie; manche trugen noch die Husarenuniform unter der Kombination aus Leder und Lammfell. Sie fühlten sich durchaus als Kavaliere und bildeten, wie der britische Vizeluftmarschall J.

  • Ihr Klassenfeind sind die Erwachsenen

    Auf der Wandkarte hebt sich die Bundesrepublik, pastellfarben getönt, vom weißen Nichts der Nachbarn ab. Über die westdeutschen Lande sind rote Fahnen, kleinere und größere, verstreut; und wie auf einer martialischen Stabskarte dräuen dicke rotgestrichelte Pfeile.

  • „Auch Fragen, die zu weit gehen“

    Darüber, daß Schulkinder eine möglichst umfassende sexuelle Aufklärung erhalten sollen, herrscht unter modernen Pädagogen kein Zweifel; und diese Forderung gewinnt an Gewicht, je mehr, lauter und ausdauernder von allen möglichen Leuten in aller Öffentlichkeit munter „aufgeklärt“ wird.

  • Ansichten

    In einer Rednerschule muß ein Teilnehmer seinen ersten Vortrag halten. Das Thema ist ihm freigestellt. Er beschließt, in seiner Jungfernrede über die Liebe zu sprechen.

  • Sport
  • Kampf hinter verschlossenen Türen

    Ende der Ära Brundage?

    Nur zwei Stunden konnte sich Avery Brundage, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), nach seinem langen Flug von Südafrika in Lausanne etwas ausruhen, dann mußte der 80jährige kampfbereit in das Sitzungszimmers eines Schlößchens, in dem schon einmal Napoleon eine halbe Stunde lang geschlafen haben soll, treten.

  • Kettengeschäft mit der „großen Nummer“

    Vor 15 und 20 Jahren“, erinnert sich Dr. Helmut Körnig, Direktor der Dortmunder Westfalenhalle, „gab es kaum eine Sportveranstaltung, zu der die Leute nicht in hellen Scharen kamen.

  • Mildenberger hätte Amerika erobern können

    Ihr Europäer werdet es nicht glauben, aber die Meinung, daß es ein europäischer Boxer in den Vereinigten Staaten besonders schwer habe, geöffnete Ringe‘ vorzufinden und zu einem Titelkampf zu kommen, ist falsch.