Environment

„Kunstform, die einen ganzen Raum (oder Außenraum) füllt, die den Betrachter umgibt und aus allem möglichen Material besteht, Ton, Licht und Geruch eingeschlossen“, so definierte Allan Kaprow, der amerikanische Happening-Künstler. Das Environment ist zur Zeit eine geschätzte Form bildnerischen und außerbildnerischen Gestaltens besonders für Künstler, die das Tafelbild als nicht mehr zeitgemäß ablehnen. Entscheidend ist hier die Möglichkeit, im Raum verschiedene Medien zu koppeln. Häufig wird der Betrachter im Environment zum aktiven Eingreifen aufgefordert: er setzt Maschinen in Bewegung, löst elektrische oder elektronische Impulse aus, greift in Fächer ein, verändert visuelle oder akustische Formen. Wichtig ist, daß das Environment nicht mit einem Stil identifiziert werden kann. Kinetiker wie Realisten, um nur zwei Beispiele zu nennen, haben mit dem und durch das Environment gearbeitet. Wichtige Etappen für die Konzeption des Umraums (Environment ist auch als „Umraum“ oder „Ambiente“ bekannt) waren zwei Ausstellungen von 1967: „Lo Spazio dell’Immagine“ in Foligno (Italien) und „Trigon 67“ in Graz (Österreich).

Hard-Edge

Der Ausdruck bezieht sich auf eine abstrakte Malerei, in der die Farbe dominierend auftritt, jede Farbe von der anderen klar abgegrenzt und flächig (nicht tonig) aufgetragen ist, eine Malerei einfacher, meist geometrischer Formen. Wegbereitend für diese Malerei waren die Bilder von Barnett Newman, Ad Reinhardt, Mark Rothko; die Schriften und Bilder von Josef Albers, die die Wechselwirkung ( interaction) komplementär oder nebeneinander gestellter Farben betonten; die späten Collagen von Matisse; die technische Entwicklung neuer Farben und neuer Farbtechniken. Der Ausdruck wurde 1958 von dem verstorbenen amerikanischen Kritiker Jules Langsner vorgeschlagen. In der Anwendung überschneidet sich der Begriff häufig mit anderen, wie Michael Sandlers Formulierung einer „Cool Art“ oder der Summierung „New Abstraction“ = „Neue Abstraktion“, die 1963 für eine Ausstellung im New Yorker „Jewish Museum“ verwendet wurde.

Kinetik

Moholy-Nagy hatte 1929 vorausgesagt, „daß – entwicklungstechnisch – das manuelle Bild von den reineren ‚malerischen‘ Lichtgestaltungsmöglichkeiten der Projektion überholt wird“. Dreißig Jahre später bestätigte sich seine Voraussage weitgehend: Ende der fünfziger Jahre entstanden, vorab in Europa, zahlreiche Gruppen, für die Mechanik, (Kunst-)Licht und Bewurden. die Grundfaktoren des Gestaltens wurden. (Gruppe „Zero“, ab 1958; „Gruppo T“, „Gruppo N“ ab 1959; „Groupe de Recherche d’Art Visuel“ ab 1960.) Wichtig wurde der Einsatz aktueller technischer und technischexperimenteller Mittel, die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Technikern, wie sie etwa in der amerikanischen Gruppe „Experiments in Art and Technology“ (E.A.T., gegründet 1966) systematisch betrieben wird. Die drei obenerwähnten Grundfaktoren der Kinetik setzen für das einzelne Werk einen weiten Spielraum, dessen Grenzen, zum Teil fließend, beim Film, der technisch funktionellen Apparatur und den Arbeiten der Op-art liegen.

Kunststoffe