Mit einem geschickten finanziellen Kraftakt hat sich die Hansestadt Hamburg (endlich) in einen seit mehr als zwei Jahren bestehenden Fährschiffsverkehr zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien eingeschaltet: Die staatliche Hadag, die Reederei F. Laeisz, die Hamburgische Landesbank und die Holstenbrauerei werden zusammen mit dem milliardenschweren schwedischen Bonnier-Konzern und der schwedischen Wallenius-Reederei vom nächsten Sommer an (1. Juni 1969) einen täglichen Dienst aufnehmen. Abwechselnd werden an einem Tage ein Schiff von Bremerhaven und ein anderes am anderen Tag von Hamburg nach Harwich und zurück fahren.

Die schwedische „Prins Hamlet“ wird von diesem Zeitpunkt an die deutsche Flagge führen. Das Schiff hat einmal 33,6 Millionen Mark gekostet, soll heute noch mit 29 Millionen zu Buche stehen und soll heute einschließlich der Fähranlagen und anderer Ausrüstungen 36 Millionen Mark wert sein. Am Hamburg-Harwich-Verkehr ist die deutsche Gruppe mit 60 Prozent, am Bremerhaven-Harwich-Verkehr mit 40 Prozent beteiligt. Der Hamburger Senat gab in der letzten Woche das (finanzielle) Placet. Für die Verbindung ab Bremerhaven, bisher „Prins Hamlet“, wird 1969 ein anderes Schiff gechartert. 1970 soll ein neues, schnelleres Schiff, möglicherweise auf einer deutschen Werft gebaut, eingesetzt werden.

Die deutsch-schwedische Zusammenarbeit zwingt die beiden deutschen Häfen zu einer sinnvollen Kooperation: Die „Prins Hamlet“ hat durch den längeren Weg auf der Elbe weniger Zeit für die Ein- und Ausschiffung. Wann immer also schlechtes Wetter die Einhaltung des Fahrplans. gefährdet, wird die „Prins Hamlet“ vorsorglich an der Columbuskaje in Bremerhaven festmachen müssen.

Zu welchen Erfolgszahlen allein die Verbindung Bremerhaven–Harwich kam, zeigen die folgenden Ziffern für die ersten beiden Jahre: Das Schiff brachte 143 622 Passagiere, 20 413 Personenwagen und 14 534 Lastkraftwagen, Trucks und Container (Einheiten rollendes Material) nach England. Claus Bardtholdt