Unter strengster Geheimhaltung tagte am vorigen Wochenende das Zentralkomitee der KPdSU – zum erstenmal seit dem Überfall auf die ČSSR. Parteichef Breschnjew hielt die beiden Hauptreferate über Landwirtschaft und Außenpolitik und demonstrierte damit seine Machtstellung. Zwar schwieg das zehnköpfige Politbüro in der anschließenden Diskussion – aber das ZK bekräftigte die außenpolitische Linie einmütig.

Die außenpolitischen Sorgen bleiben: Eine Delegation der Kommunistischen Partei Frankreichs unter Leitung von Generalsekretär Waldeck Rochet traf in Moskau ein, um sich mit der sowjetischen Führung über die Berechtigung der Intervention auseinanderzusetzen.

Inzwischen wurde auch die tschechoslowakische Presse wieder kühner: Die Prager Wochenzeitschrift „Reporter“ zerpflückte das sowjetische Weißbuch über die Invasion, das slowakische KP-Organ „Prawda“ kritisierte das Besatzungsstatut.