Von Werner Höfer

Durften Sie das überhaupt: als Rechtslehrer einen – vermeintlichen Rechtsbrecher vor Gericht verteidigen?“

Die Frage richtet sich an Professor Dr. Ulrich Klug, Ordinarius für Strafrecht und Rechtsphilosophie (und einige Fächer mehr) an der Universität Köln, den erfolgreichen Verteidiger des Kölner Ex-AStA-Vorsitzenden Klaus Laepple und dessen Pressereferenten. Rechtsbelehrung durch einen Rechtsgelehrten:

„Nach § 138 der Strafprozeßordnung hat jeder Rechtslehrer an einer deutschen Universität das Recht, vor Gericht als Verteidiger aufzutreten.“

Von diesem Recht hat Ulrich Klug Gebrauch gemacht, nachdem die Studenten ihn um Rechtsbeistand gebeten hatten. Nicht nur mit wohlfeilen Lippenbekenntnissen, sondern auch in der politischen und juristischen Alltagspraxis steht Ulrich Klug an der Seite der Studenten, deren Aktivität er, Kollegenschelte an einem Kölner Amtsbruder übend, keineswegs als „schickes Kunstgewerbe“ diskreditiert sehen will.

„Sind Sie mit allen Zielen und allen Wegen der Studenten einverstanden?“

„Mit den Zielen – weitgehend; mit den Wegen – nur mit Einschränkung. Was sich kürzlich in Berlin abgespielt hat, ist indiskutabel.“