PlayboyDie heile Welt des Hugh M. Hefner

Hugh Marston Hefner hatte 1953 nicht mehr als 2500 Mark Bargeld und den Wunsch, Amerikas Männer mit der Vision seiner schönsten aller möglichen Welten zu beglücken. Hefner schuf den „Playboy“ und beglückt jeden Monat zwölf Millionen Männer und mehr als vier Millionen Frauen.

Vom Playboy werden heute monatlich 5,5 Millionen Hefte gedruckt – eine nationale Ausgabe, eine fürs Militär und eine Überseeausgabe (Auflage mehr als 700 000).

Anzeige

1953 verkaufte Hefner Playboy-Aktien für 30 Pfennig, heute kosten sie 240 Mark. Hefner wird in diesem Jahr weit über 400 Millionen Mark umsetzen und etwa 30 Millionen Mark Gewinn einstreichen. Das Playboy-Magazin selbst bringt vom Gesamtumsatz nur etwa 60 Prozent, den Rest macht Hefner mit Hotels und TV-Serien.

Hefners Erfolgsrezept ist das Primitivrezept von der schönen jungen Konsumwelt: Nackte Frauen und schnelle Autos, scharfe Getränke und exotisches Essen, Sexgeschichten und Sexwitze, Freizeitgestaltung mit Sex und Sexfilme. Pornographie ist verpönt: Nirgends findet man so wohlanständig entblößte Busen wie im Playboy.

Über den Krieg in Vietnam und Rassenunruhen, über Hunger, Tod und Alter findet man im Playboy bestenfalls hochgestochene Essays – keine realistischen Reportagen oder gar Bildberichte. Verleger Hefner ist um das „gesunde“ Weltbild seiner Leser so besorgt, daß Anzeigen abgelehnt werden, die so peinliche Alterserscheinungen wie Haarausfall, Fettleibigkeit oder Impotenz erwähnen.

Das Image, ein billiges Sexblatt zu sein, hat der Playboy erst 1963 überwunden. In den zehn ersten Jahren war das Magazin nie an eine Auflage von zwei Millionen herangekommen. Erst mit der amerikanischen Sexual Revolution wurde der Playboy gesellschaftsfähig – für die Masse der jungen Amerikaner und für die Werbung der Konsumgüterindustrie.

In den fünfziger Jahren wurde Hefner in Chikago verhaftet – Jayne Mansfield hatte im Playboy zuviel Haut gezeigt. Heute müssen die Manager im Chikagoer Verlagshaus die Werbung zensieren: Die Firmen wollen mit Anzeigen ins Blatt, die nach Playboy-Maßstäben zu „scharf“ sind.

Service