Ben Witter: Staub, Staub, wohin man auch faßt

Ich kam ins Büro. Sonnenstrahlen lagen auf der Fensterbank. Sie war vor kurzem frisch gestrichen worden. Ich fuhr mit meinem Zeigefinger über die Linien im Lack. Er wurde schwarz.

Die Putzfrau saß in der Kantine. Ich sägte zu ihr: Man soll nicht mit dem Zeigefinger über Fensterbänke fahren " „Sie kommen um neun", antwortete.

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(s i e ,d$nn mußte ich noch einmal überall Stäub wisoien, obgleich ich um fünf damit angefangen b abe, Und um eins wieder. Ich würde sagen, alle vier Stunden " Um fünf, ging ich weg. Der Portier hob die Hand. Unter seinem Ärmel war ein schwarzer Rand „Über meinen Socken ist auch so ein Rand", sagte er „das liegt an der Zugluft, und meine Nasenlöcher sind abends schwarz " Auf einem freien Platz waren Camping Zelte ausgestellt. Es fing an zu regnen, und in die dicken Staubschichten auf den Dächern plumpsten Tropfen; der Staub verfärbte sich und bildete Klumpen.

Ich ging zum Zahnarzt und starrte auf die Fensterbank „Meine Helferin wischt morg;ns, mittags und abends Staub", erklärte der Zahnarzt, „und ich fahremit einem feuchten Lappen immer hinterher " Er stellte die Bohrmaschine ab und fuhr mit einer Papierserviette über meine Stirn „Da ist auch Staub", murmelte er lct"3tiite tne?nen Mund aus und legte den Kopf Bieder zurück lin Schein der großen Lampe übeT" Öeitt Stuhl virbelten Staubkörher.

Ich stieg in die U Bahn und sah aus 1 dem Perister „Sind die schmutzig", sagte ich- zu meirem Nachbarn „Es fehlt an Fensterputzern", erwiderte er, „aber nicht nur bei der U Bahn. Ich könnte meine Fenster jede Woche putzen lassen, obwohl ich im Grünen wohne. Doch in der Nahe ist die Autobahn, und die meisten Fensterputzer arbeiten lieber in der Stadt. Für ein Balkanfenster verlangen sie fünf Mark!" !Ich öffnete meinen Kragenknopf. Die Luft war zu drückend „Ihr Kragenrand ist ganz grau", sagte der Mann „Ich trage möglichst keine weißen Oberhemden!" „Und Ihrer ist schwarz", sagte ich. Der Mann reckte den Kopf und suchte in der Fensterscheibe sein Spiegelbild. Um sechs war ich zu Hause. Die Sonne schien wieder Ich tratians Fenster tund fuhr nicht mit > dem Zeigefinger über die Fensterbank, sondern pustete. Vojfi d)?ei Tagen hatte: ich zuletzt Staub gewischt. Ich holte das staubbindende- Staubtuch und fing an zu wischen. Ich wischte jedoch nicht mit dem vorgeschriebenen Nachdruck und mußte das Staubtuch ein paarmal ausklopfen. Dann wischte ich mit fester Hand über Spiegel und Bilderrahmen und versuchte, auch in die Rillen vorzudringen, indem ich das Staubtuch über den Nagel meines Zeigefingers zog; aber das Staubtuch war zu dick. Ich pustete in die Rillen und warf anschließend das Staubtuch über die Stellen und rieb.

Die Sessel und Stühle hatten auch viele Rillen. Ich suchte nur noch Rillen und ging mit dem staubbindenden Staubtuch schließlich unter die Schränke. Da dachte ich an den Zahnarzt und fuhr mit einem feuchten Lappen immer hinterher. Es bildeten sich große Staubflocken. Ich fegte sie zusammen. Inzwischen waren die Beine der Stühle und Sessel wieder staubig geworden. Ich ging in eine Drogerie, kaufte mir einen stäubbindenden Staubwedel und ließ das staubbindende Staubtuch liegen. Zum Schluß öffnete ich die Fenster. Ich hätte sie gleich öffnen sollen, aber dann wäre der Staub von draußen noch dazugekommen. Solange die Sonne schien, wollte ich frische Luft, haben. Ich schloß die Fenster und ging zum Kanal. Kurz vor der Brücke war eine Telephonzelle. Auf dem Dach stand ein Einweckglas.

„Haben Sie das gesehen", fragte ich einen Herrn, der aus der Telephonzentrale trat „Hier werden Staubniederschlagsmessungen vorgenommen", erwiderte er, „und dort oben steht ein Staubniederschlagstopf. Er hat, wie Sie sehen, Ähnlichkeit mit einem großen Einweckglas. Diese Töpfe sind die besten " „Wo man hinfaßt, ist Staub", sagte ich.

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