ZEITSPIEGEL

„Der Mond ist jetzt ein Ami " „BiW Zeitung „Zum erstenmal hat ein Mensch seinen kleinbürgerlichen Fuß auf den Mond gesetzt " Günter Grass „Wir wissen, daß Führerschaft im Weltall Führerschaft auf der Erde bedeutet " , Wernher oon Braun „Kolumbus hat mir mehr imponiert " Jens Litten ehemaliger AStA Vorsltzender in Hamburg „Die Welt reicht über unseren hiesigen Kirchturms Horizont hinaus " Prälat Gass auf dem Evangelisten Kirdaentag „Dummheit ist zwar eine Gabe Gottes, aber nach meiner Meinung sollen wir sie auch in. der Politik nicht mißbrauchen " Alex Möller Stellvertretender Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion „Die Versammlung der europäischen Priester war eine Zusammenkunft der Priester des Protests " „Osseroatore Bomano zum katholischen Priester Treffen in Chur „Wer glaubt, daß mich mein jetziges Amt nicht ausfüllt und daß ich nach Höherem strebe, der täuscht sich gründlich " Franz Josef Strauß „Kommt in die DDR, studiert den Sozialismus am lebendigen Beispiel " Hermann Matern Mitglied des SED Politbüros „Stauffenberg gehört zu uns, und die herrschenden Kreise in Bonn haben nicht das mindeste Redit, seinen Namen für ihre politischen Zwecke zu mißbrauchen " Professor Erich Correns Präsident der Nationalen Front in Ostberlin „Es ist schon eine Lust, eine 20jährige zu lieben und zu wissen, daß nichts Außerplanmäßiges passiert " Leipziger „Pfeffermühle" zum 20. Jahrestag der DDR Walter Ulbricht, Vorsitzender des Staatsrates der DDR und SED Parteichef, gab der Volksrepublik Polen an ihrem 25. Jahrestag nicht die Ehre. Gesundheitliche Gründe werden ins Feld geführt;; doch gibt es Vermutungen, Ulbricht sei verstimmt über den nicht mehr ganz so harten Kurs Gomulkas gegenüber der Bundesrepublik und dessen Verhandlungsangebot in Sachen Oder Neiße Linie. Sehr krank kann Ulbricht auch nicht sein, denn in der vorigen Woche veröffentlichte den und wohl aussehenden Ulbricht, der eine Politbüro Sitzung leitet. Als einziger neben Ulbricht, an der Stirnseite des Tisches, Erich Honecker, der sich sichtbar anschickt, die Nachfolge Ulbrichts als Parteivorsitzender und damit wichtigster Mann in der DDR anzutreten.

Nach über 25 Jahren sind die Vorschriften für die sowjetischen Arbeitslager, die noch aus Stalins Zeiten stammen, einer Reform unterzogen worden. Die Erwartungen der politischen Häftlinge, darunter der Schriftsteller Daniel und Ginsberg, daß ihre wiederholten Eingaben für humanere Haftbedingungen berücksichtigt werden, scheinen sich jedoch nicht erfüllt zu haben. Das neue Gesetz beschneidet zwar drastisch den Spielraum individueller Willkür, gibt statt dessen aber genaue Richtlinien für die differenzierte und keineswegs mildere Behandlung der Häftlinge.

Anzeige

Der von Beobachtern der Vereinten Nationen verfolgte Frachter „Goodwill", der rhodesischen Tabak geladen haben soll, ist inzwischen in Stettin eingelaufen. Der Sanktionsausschuß der UN hat bereits die Regierungen Polens und der DDR — die einen eigenen Zugang zum Stettiner Hafen hat — aufgefordert, die Ladung zu überprüfen. Sollte sich ihr rhodesischer Ursprung herausstellen, wäre dies einer der größten Erfolge der UN, im Kampf gegen die Embargo Brecher, die trotz der verhängten Sanktionen das Regime lan Smith in Rhodesien wirtschaftlich lebensfähig halten.

Ein harter Schlag fürs weiß blaue Land: Im Bayerischen Rundfunk sterben die Bayern aus. Das 1965 eingeführte Stipendium zur sem Jahr eingestellt werden. Grund: Mangel an Talenten. Nur ein Kandidat aus Regensburg kam in die engere Wahl. Doch man entschloß sich, seinetwegen „nicht den ganzen Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten". Der leitende Programmgestalter, Wilfried Feldhütter, bezeichnete die Situation als „gelinde gesagt, katastrophal". Die erste Garnitur — undzugleich alte Garde — der Mundartsprecher im Münchner Funkhaus läßt sich mit einer Hand aufzählen. Längst beschweren sich viele Hörer, daß immer die gleichen Sprecher drankommen. Aber die ersten, ohnehin wenigen Nachwuchsbayern die via Stipendium ausgebildet wurden, bekamen prompt ein Engagement in Berlin, Bremen „oder anderswo". Im Bayerischen Rundfunk muß man nun „aufumfunktionierte Preußen zurückgreifen". In seinem Buch „Auf gut bayerisch" prophezeite bereits Josef Martin Bauer: „I hob des Gfuih, daß unsa oitboarische Sprach schö staad untageht "

 
Service