Zu simpel

Unserem Ernährungsminister scheinen die sich immer höher auftürmenden Butterberge inzwischen schlaflose Nächte zu bereiten. Jedenfalls ersann er iri den vergangenen Monaten immer neue und manchmal recht originelle Vorschläge zu ihrer Beseitigung.

Zunächst begann man damit, alte Kühlhaus- butter zu minderwertigem Butterschmalz zu ver unedeln. Dann wurden Pläne geschmiedet; Rent ner, Studenten, Altersheime, sozial Bedürftige und kinderreiche Familien gegen Bezugsschein mit yerbilligter Butter zu versorgen. Jetzt überraschte Hermann Höcherl in Brüssel- mit der, Idee, 200 000 Tonnen Butter einfach zu verschenken. Er, will damit Bedürftige in den EWGLändern und mit materiellen Gütern weniger gesegnete Staaten beglücken. Beobachter glauben, daß der Minister seine milden Gaben vor allem nach Jugoslawien und in die Tschechoslowakei verfrachten möchte.

Anzeige

Vielleicht kommt dem so ideenreichen Minister in einer weiteren schlaflosen Nacht doch noch der Gedanke, daß man auch die heutigen Liebhaberpreise für frische Butter senken könnte. Das hätte gleich, zwei Effekte: Den Bauern würde die Lust genommen, unverkäufliche Überschüsse zu produzieren, und die Verbraucher fänden wieder mehr Geschmack an der Butter. Doch mit so einfachen Lösungen, die sich jeder Schuljunge ausdenken könnte, mag sich ein echter Agrarpolitiker wohl gar nicht erst abgeben mj

 
Service