Sütterlin 136 Geheimnisse
Zu sieben Jahren 2uchthaus ist der 45 Jahre alte Bonner Bildjournalist Heinz Sütterlin vom 2. Strafsenat des Kölner Oberlandesgerichts verurteilt worden. Das Gericht erklärte Sütterlin für schuldig, Landesverrat zum Schaden der Bundesrepublik begangen und Staatsgeheimnisse an den sowjetischen Geheimdienst (KGB) geliefert zu haben.
Der Gerichtsvorsitzende, Kurt Blaise, erklärte in der Urteilsbegründung, Sütterlin habe mit Hilfe einer Frau Leonore, die 1967 wenige Tage nach ihrer Festnahme in der Kölner Haftanstalt Selbstmord verübte, insgesamt 136 Staatsgeheimnisse an den sowjetischen Geheimdienst verraten.
Den Hauptbelastungizeugen, den im Herbst 1967 übergelaufenen sowjetischen Geheimdienstoffizier Jewgenij Runge, vernahm das Gericht in den USA. Runge gab an, das Ehepaar Sütterlin habe in der Zeit von 1960 bis 1967 rund 3000 Dokumente aus einem Referat des Auswärtigen Amts in Bonn, in dem Frau Sütterlin als Sefcretärir angestellt war, an ihn weitergeleitet.
- Datum 05.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 5.12.1969 Nr. 49
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