Börsen-Report Bankaktien voller Phantasie
Noch nie waren die Kurse der deutschen Großbank Aktien so stolz wie an der Jaireswende 196970. Dafür gibt es gute und auch einige recht zweifelhafte Gründe. Richtig ist, daß die Großbanken für 1969 — was Umsatz und Ertrag angeht — neue Rekordabschlüsse vorlegen werden. Doch Wunder sind auch bei ihnen nicht zu erwarten. Denn nicht nur die Einnahmen, auch die Personal- und Sachkosten haben sich erhöht. Und wie es aussieht, werden die Kreditinstitute auf ihre Rentenportefeuilles einiges abzuschreiben haben. Das Rentenminus läßt sich zwar als verschobener Gewinn bezeichnen, weil die Banken nicht gezwungen sind, ihre Papiere mit Verlust zu verkaufen, aber in der Ertragsrechnung bleiben diese Abschreibungen ein Schönheitsfehler. Ins Gerede gekommen sind die GroßbmkAktien jedoch nicht nur wegen der zu erwanenden Gewinne, sondern auch durch die Diskussionen über die Zukunft der Bank Beteiligungen an deutschen Industrie- und Kaufhausunternehmen. Wegen der angeblichen Machtzusammenballung bei den Großbanken beginnt ihr Beieiligungsportefeuille, zu einem Politikum zu werden. Jetzt ist der Vorschlag gemacht worden, die Banken sollten ihre Beteiligungen in gesonderte Gesellschaften einbringen, deren Aktien dann an die jetzigen Großbankaktionäre verteilt weiden müßten. Das käme einem Split der Bankaktien gleich. Diese allerdings vorerst noch sehr vage Aussicht beflügelt die Börsenspekulation. K. W.
- Datum 05.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 5.12.1969 Nr. 49
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