Sieger des Monats Hoesch
im November 1969 kam es bei den Kursen marktgängiger deutscher Standardaktien zu folgenden Veränderungen (in Prozent): Klöckner Thyssen Mannesmann Rheinstahl Demag VW AEG Harpener Commerz Deutsche Bank VEW Gelsenberg GHH Dresdner Bank Preußag Siemens Kaufhof + 15 7 4 13 9 + 12 9 + 11 3 + 9 3 + 9 0 + 8 8 + 8 3 + 8 1 + 7 1 + 5 4 + 5 3 + 5 0 + 4 8 + 4 5 +Veba HEW RWE St.
Linde NSU Lufthansa Schultheiss Bayer Karstadt BASF BMW Daimler Hoechst Wintershall Zellwald Hamborn ————+++++ t++Im Monat November holten die Eisen- und Stahlaktien das nach, was sie während der vergangenen Hausse Zeit versäumt hatten. Die Spitze unserer November Erfolgstabelle wird von fünf klassischen deutschen Stahlaktien gebildet. Grund ist der Stahlboom, der den Gesellschaften glänzende Gewinnaussichten beschert hat — trotz des Aderlasses, den sie durch die Lohnexplosion hinnehmen müssen. Die Stahlunternehmen: konnten auch diese Mehrkosten auf die Preise abwälzen. Mit Sicherheit werden die Stahlkonzerne ihre Dividenden für 196869 beziehungsweise 1969 erhöhen. Verantwortlich für die Stahlaktien Käufe zeichneten nicht zuletzt die Investment Fonds wegen der auf diesem Sektor überdurchschnittlich hohen Barrenditen. Hoesch war mit einem Monatsgewinn von fast 24 Prozent Spitzenreiter. Mit der Neugliederung des Konzerns (Übernahme der DortmundHörder Hüttenunion) dürfte er auf dem Wege zu einer optimalen Größenordnung sein. Dabei werden sich die Rationalisierungserfolge auch noch in den nächsten Jahren wohltuend bemerkbar machen.
Klöckner, zweiter in der Rangskala, hat erstmals im letzten Geschäftsjahr im kostengünstigen Oxygenverfahren produziert. Der Anteil liegt bei etwa 40 Prozent. Die Gesellschaft gab eine Steigerung des Fremdumsatzes um knapp 20 Prozent bei einer Produktionssteigerung von knapp zehn Prozent bei Rohstahl und zwölf Prozent bei Walzstahl bekannt.
Drittbester war Thyssen, der führende kontinentaleuropäische Stahlkonzern. Der ThyssenKurs galt als weniger zurückgeblieben als der Hoesch- und Klöckner Kurs. Die günstige Relation ErlöseKosten dürfte Thyssen auf Jahre hinaus zu einem besonders krisenfesten Unternehmen machen.
Außer Konkurrenz lief die Ilseder Hütte. Sie erzielte im November einen Kursanstieg um ca. 39 Prozent. Dafür waren Gründe maßgebend, auf die in der ZEIT Nr. 48 (Kostspieliges Liebeswerben um Ilsede) ausführlich eingegangen wor ist.
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- Datum 05.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 5.12.1969 Nr. 49
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