Liebe Genossen! Liebe Genossinnen!

Sie wissen alle sehr gut, wie schwierig die JLage im Bereich der Erziehung ist und welche schwierigen Aufgaben unser harren. Das Miniterjujp für Erziehung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik kann seine Aufgaben nur dann erfolgreich erfüllen, wenn es über ein klares Programm, eine zweckmäßige Organisation, gute Arbeitskader mit einer hohen Arbeitsmoral und eine richtige Kontrolle der Arbeit verfügt.

Je umfassender die Aufgaben eines Mitarbeiters sind, desto höher sind die Ansprüche an seine beruflichen Fähigkeiten, sein politisches Bewußtsein und sein moralisches Profil, Im Ministerium kanin niemand arbeiten, der nicht die erforderlichen beruflichen Fähigkeiten besitzt, der nicht politisch zuverlässig ist, dem man nicht trauen kann oder der über charakterliche Mängelvverfügt.

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Deshalb appelliere ich an Sie und fordere jeden von Ihnen auf, mir persönlich und unmittelbar eine aufrichtige schriftliche Antwort zu folgenden zwei Fragen zu erteilen: Wie schätzen Sie sich selbst ein? Wie beurteilen Sie Ihre bisher dem Ministerium geleisteten Dienste? Name, Personenangaben, Stellung, Mitgliedschaft und Funktionen in einer politischen Partei, in den Gewerkschaften, in der Tschechoslowakischen Freundschafbliga.

Sind Sie zufrieden mit der von Ihnen geleisteten Arbeit? Halten Sie sich für befähigt, andere Aufgaben zu übernehmen? Auf welchem Gebiet können Ihre Fähigkeiten und Ihr Streben am besten eingesetzt werden? Was hat bisher eine größere Effektivität Ihrer Arbeit verhindert? Halten Sie die Arbeitsstunden ein, und arbeiten Sie in einer konzentrierten und effektiven Form? Wenn nein, warum? Falls Sie Mitglied der Kommunistischen Partei sind, haben Sie in den Jahren 1968 und 1969 eine der Partei gemäße Haltung eingenommen? Haben Sie das internationalistische Programm der Partei verteidigt? Haben Sie sich nicht beirren lassen durch die Angriffe von Seiten der rechten und der antisozialistischen Kräfte? Welche Mitarbeiter im Erziehungsministerium haben an Angriffen gegen Sie teilgenommen, sie angeregt oder organisiert? Welchen Diskriminierungen waren Sie ausgesetzt (persönliche Angriffe bei Versammlungen, Angriffe in der Presse, im Radio, bei Unterschriftensammlungen); sind Sie Ihrer Stellung beraubt worden, haben Sie gesundheitliche Schäden auf Grund von Terrorakten erlitten? Kennen Sie Mitarbeiter, die aus dem Ministerium entfernt, vorzeitig pensioniert wurden und so weiter? An welchen Kundgebungen und anti sowjetischen Maßnahmen gegen die treuen Anhänger des Marxismus Leninismus und des sozialistischen Internationalismus haben Sie teilgenommen? Welche Kampfbeschlüsse haben Sie unterzeichnet, oder welchen haben Sie zugestimmt (Neutralität der CSSR, Abschaffung der Volksmiliz, Entschließung anläßlich der VerhandBei der diesjährigen Pugwash Konferenz inSotschi (Schwarzes Meer, UdSSR) — (siehe auch „DIE ZEIT" Nr. 46 S. 7) hat ein französischer Physiker bemerkenswerte Dokumente vorgelegt. Es handelt sich um Erlasse des tschechoslowakischen Ministers für nationale Erziehung vom September 1969. Der Inhalt dieser Dokumente spricht für sich. Einwendungen gegen die Echtheit der Dokumente sind von keiner Seite erhoben worden. Der nachstehende Wortlaut ist eine Übersetzung des englischen Textes. lung in Cierna nad Tisou Anwesenheit der alliierten Truppen, Moskauer Vertrag, Wahl des Präsidenten der Bundesversammlung, Studentendemonstrationen und so weiter)? Haben Sie das Treffen der alten Parteimitglieder in Oechia verurteilt oder die Teilnahme an den Feiern zum Jahrestag der Großen Oktoberrevolution in Lucerna? Haben Sie Entschließungen gegen die sogenannten Verräter oder Kollaborateure unterzeichnet oder gebilligt? Wie erklären Sie sich und wie beurteilen Sie ihre Verhaltensweise und ihre Handlungen zu jener Zeit? Haben Sie ernsthaft und aufrichtig versucht, sich von Ihren Fehlern und Irrtümern zu distanzieren, die Sie in der früheren Zeit begangen haben? Sind Sie heute aufrichtig überzeugt von der Richtigkeit der Politik der Partei und der Nationalen Front? Sind Sie bereit, sie folgerichtig durchzuführen und andere für sie zu gewinnen? Können Sie als Mitglied der Partei auf Ehre und Gewissen öffentlich erklären, daß Sie auf Grund eigener Überzeugung die gegenwärtige Politik der Partei aktiv unterstützen werden, wie sie insbesondere in den Beschlüssen der Plenarsitzung des Zentralkomitees der Partei im November 1968, April 1969 und den Ausführungsrichtlinien vom Mai 1969 zum Ausdruck kommt? Können Sie als Nichtmitglied der Partei auf Ehre und Gewissen öffentlich erklären, daß Sie auf Grund eigener Überzeugung die Politik der Nationalen Front aktiv unterstützen und durchführen werden, wie sie von der Kommunistischen Partei, den Länderregierungen und der Bundesregierung bestimmt wird? In welchen Punkten stimmen Sie mit der gegenwärtigen Politik der Partei und der Nationalen Front nicht überein? Wo schwanken Sie noch, oder was erscheint Ihnen zweifelhaft? Welche persönlichen Schwächen halten Sie für bedauerlich, und bemühen Sie sich, sie zu überwinden? Sind Sie sich voll bewußt, daß die Unwahrheit oder Unvollständigkeit Ihrer Selbsteinschätzung gegebenenfalls eindeutig gegen Sie sprechen wird und jedes Wohlwollen Ihnen gegenüber ausschließt? Sind Sie sich bewußt, daß Sie auch von einem Kollektiv der Mitarbeiter beurteilt werden und daß mögliche Unrichtigkeiten in Ihren Angaben geprüft werden? Welche Mitarbeiter des Ministeriums halten Sie für fähig, aufrichtig und tüchtig? Nennen Sie mindestens 10 Mitarbeiter und ihre Stellung. Welche Mitarbeiter hat man irrigerweise schlecht behandelt oder von ihren Fähigkeiten nicht den richtigen Gebrauch gemacht? Umgekehrt; Welchen Mitarbeitern hat man Aufgaben anvertraut, die sie nicht erfüllen können? Welche Mitarbeiter verdienen es wegen ihrer mangelnden Fähigkeiten, ihrer Nachlässigkeit, ihrer schlechten Arbeitsmoral oder aus anderen Gründen nicht, weiterhin dem Ministerium anzugehören? Teilen Sie uns alle Mitarbeiter die mit.

Welche leitenden Mitarbeiter haben sich durch ihre antisozialistischen und antisowjetischen Handlungen und Verhaltensweisen so unglaubwürdig gemacht, daß ihnen keine verantwortlichen Aufgaben übertragen werden können? Wie beurteilen Sie die Einstellung im Ministerium insgesamt? Oder bei einzelnen Abteilungen? Sind Sie der Auffassung, daß die Aufgaben des Ministeriums auch durch eine geringere Zahl von Mitarbeitern gemeistert werden könnten? Bei welchen Arbeitsvorgängen oder in welchen Abteilungen des Ministeriums ist nach Ihrer Auffassung die Arbeitskapazität nicht aasgelastet? Umgekehrt: Wo ist eine Übarbelastong angetreten? Welche konkreten Vorschläge können Sie zur Verbesserung auf Ihrem Arbeitsgebiet machen? Welche Verbesserungen können an anderer Stelle vorgenommen werden? Welche Hindernisse empfinden Sie als störend bei Ihrer Tätigkeit oder derjenigen der anderen Mitarbeiter? Was sollte unternommen werden, um die Arbeitsverhältnisse, die Gesundheit und die Sparsamkeit zu fördern? Sie brauchen die Arbeit nicht mit der Maschine zu schreiben. Es genügt, wenn Sie mit Hand schreiben und Feder und Bleistift benutzen. Bei Mitarbeitern ohne höhere Bildung werde ich nicht die orthographische Richtigkeit, sondern nur die Aufrichtigkeit und das Bemühen, der Sache zu dienen, beurteilen. Ihre Antwort sollte im verschlossenen Umschlag bis spätestens 29. September dem Sekretariat eingereicht werden. Ich werde mich dann selbst damit befassen.

Ich sehe einer entsprechenden Antwort jedes einzelnen Mitarbeiters entgegen.

Mit bestem Dank im voraus für Ihre Mitarbeit

 
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