Stadtleben

Von Donald Barthelme

Elsa und Ramona kamen an in der komplizierten Stadt. Sie fanden ohne große Mühe eine Wohnung, ein paar Zimmer in der Porter Street. Gardinen wurden aufgehängt. Bunte Papiergebilde aus einem japanischen Laden wurden, in den Zimmern verteilt.

, — Du solltest Charles lieber sagen, daß er uns erst besuchen kann, wenn alles tipptopp ist. Ramona dachte: Ich bin sowieso dagegen, daß er kömmt. Er wird mit Elsa in einem Zimmer verschwinden und die Tür zumachen. Ich werde draußen sitzen und Wirtschaftsnachrichten lesen. Großbritannien erwägt wirtschaftliche Sicherheitsmaßnahmen. Wertpapiere ziehen an. Die Zeit - wird vergehen. Dann werden sie wieder auftauten. So tun, als sei nichts gewesen. Elsa wird Kaffee machen. Charles wird aus seiner flachen Silberflasche einen Schuß Brandy in den Kaffee "Buh. Wir werden alle Kaffee mit Brandy trinken. Brrh! — Wo wollen wir die Telephonbücher hintun? — Tu sie nebens Telephon.

Anzeige

Elsa und Ramona gingen zu dem billigen Blumenladen. Ein Mann stand davor und verkaufte Pfauenfedern, einzeln. Elsa und Ramona kauften ein paar Hängepflanzen in weißen Plastiktöpfen. Der Inhaber stellte die Pflanzen in braune Papiertüten.

— Jeden zweiten Tag gießen, Mädchen. Schön feucht halten.

Elsa gab eine melancholische Lebensweisheit zum besten: Das Leben wird kürzer und kürzer! Ramona sagte: Es ist alles so schwierig! Charles nahm eine Stellung mit Aufstiegsmöglichkeiten in einer anderen Stadt an.

— Ich werde gelegentlich übers Wochenende kommen können.

— Ist das echt ein Beruf? — Natürlich, Elsa. Du glaubst doch nicht, daß ich dir was vormache, oder? Er war in einem anthrazitgrauen, fast schwarzen Anzug und hatte seinen Schnurrbart abrasiert.

Service