ZEITSPIEGEL
„Es handelt sich um einen Akt von Brutalität, wie er zu Hitlers Zeiten nicht übertroffen worden sein kann US Senator Young „Hier müssen Sie nicht nach Canossa gehen " „Es fällt mir ein bißchen schwer, an die Jugend zu denken, wenn ich in Ihre Reihen blicke Käthe Strobel Sinn Carlo Schmid „Der neue Chef in der Adenauerallee verkauft frische Brötchen wie alte Semmeln " „Reinere Luft — bevor die Vögel husten!" „SPD und die Gewerkschaften sollten sieh schleunigst von dieser Dreckschleuder distanzieren „Bayern Kurier" „Die einen schimpfen uns Freudenmädchen, die anderen schimpfen uns Klosterfrauen " Rudolf Heß, einst Hitlers Stellvertreter, verließ nach 22 Jahren Haft zum erstenmal das Spandauer Kriegsverbrechergefängnis. Mit einem Magengeschwür wurde er in das britische Militärhospital "Westberlin eingeliefert. Heß 32jähriger Sohn, Wolf Rüdiger, schrieb wegen des schlechten Gesundheitszustandes seines Vaters an Bundeskanzler Brandt. Der Kanzler, so erklärte Wolf Rüdiger Heß, habe sich verständnisvoll geäußert und versprochen, im Rahmen künftiger Ostgespräche bei den Sowjets sich für eine humane Lösung des Problems einzusetzen.
Die Truppenzeitschrift Der Grenzwald, herausgegeben von der 4, Panzergrenadierdivision in Regensburg, berichtet über eine deutsch amerikanische Übung im oberpfälzischen Bereich des Vils: „Anfangs hört man nur ein undeutliches Zischen, doch dann donnern sie heran, die Bomber, die die Landeräume von Feinden säubern e sollen. Im Tiefflug rasen sie über die Angriffsziele, und Sekunden später bebt die Erde unter den Detonationen der Napalmbomben. Riesige Feuerbälle und ungeheure Rauchpilze verwandeln die Angriffspunkte in ein Inferno. Hier kann es kein Überleben geben. Keiner kann den Flammen entrinnen. Und immer wieder donnern die Phantom V- und Fiat G91 Bomber über die Landeräume und Angriffsziele . Dann folgt eine kurze Zeit der Stille. Gespenstisch jagt der Wind noch einige Rauchfetzen über die zerbombte Fläche, bis das verbrannte Land vor uns liegt, eine riesige schwarze Fläche, die nicht die geringsten Anzeichen keimenden Lebens mehr enthält. Damit hat die Luftwaffe ihre Aufgabe erfüllt.
Walter Schrnitthammer, technischer Angestellter aus Eitersdorf in Mittelfranken, hat die Wissenschaft „enttäuscht"". Am 24, November 1968 wollte man ihm in der Erlanger Universitätsklinik als erstem Deutschen ein fremdes Herz einpflanzen. Andernfalls, so hieß es damals, „hat der Patient nur noch 24 Stunden zu leben". Das Spenderherz sollte einem tödlich verunglückten Mädchen entnommen werden, der Brustkorb war bereits geöffnet. Hinter dem Brustbein des Todgeweihten entdeckten die Chirurgen jedoch eine Infektion und brachen die Transplantation als aussichtslos ab. Die Ärzte warteten nur noch auf den Tod des Patienten. Dezember 1969, ein Jahr danach, geht Walter Schmitthammer spazieren, fährt Auto und freut sich über sein altes Herz.
Eine der ersten Amtshandlungen der libanesischen Regierung sozialistischer Prägung war das Verbot von Miniröcken gewesen. Danach startete Innenminister Kamal Jumblatt einen Feldzug gegen die „libanesische Mischung aus den Freuden des kleinen Mannes und des Kapitalismus": Jumblatt untersagte Twist und Schummerbeleuchtung in den Nachtlokalen. Jetzt hob der strenge Minister seine Verordnungen wieder auf. Begründungf Auf einer Reise durch osteuropäische Staaten habe er überall Miniröcke angetroffen „Wenn Miniröcke für das sozialistische Paradies gut genug sind, so können sie uns nicht schaden " Unter der Überschrift „Selbst bei Hitler brachten wir in der ZEIT Nr. 47 vom 21. November 1968 einen Artikel von Heinz Kornetzki, in dem es heißt: „In der neuen bildpost schreibt Six unter dem Pseudonym Werner Bergmann Dies entspricht nicht den Tatsachen. Das Pseudonym „Werner Bergmann" ist mit Dr. Bruno Six nicht identisch; Six hat nie in der „neuen bildpost" geschrieben.
- Datum 05.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 5.12.1969 Nr. 49
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