Auf Befehl die Hände kalt
Unter Hypnose haben zwei Studentinnen und ein Professor bewiesen, daß der Mensch sein Zentralnervensystem in erheblichem Maße zu beeinflussen vermag.
Professor Philip G. Zimbardo, Direktor des Instituts für Hypnoseforschung an der StanfordUniversität in Kalifornien, berichtete, zwei Versuchspersonen, die er hypnotisiert habe, sei es gelungen, die Körpertemperatur an beiden Händen um vier Grad Celsius zu verändern. Er selber habe sich daraufhin auch in Hypnose versetzt und die gleichen Temperaturveränderungen hervorrufen können.
Zimbardo und seine Assistentin Christina, Masturregulierten Raum der Universitäts Hautklinik aus. Ihr Ziel war es, außer dem eigenen Willen der Versuchsperson alle- anderen Einflüsse, die eine Veränderung der Hauttemperatur hervorrufen könnten, auszuschalten. Deshalb gab der Forscher seine Anweisungen an die Probanden nur über eine Lautsprecheranlage, Die Versuchspersonen mußten sich entspannen und sich auf die Hände konzentrieren. Nach einer Weile wurden sie dann aufgefordert, eine Hand warmer und die andere kälter werden zu lassen. In der Tat sei daraufhin die Temperatur, die mit Sensoren von den Handinnenflächen abgenommen wurde, entsprechend gestiegen und gesunken.
Mit einiger Übung ließe sich diese Temperaturregelung bemerkenswert verbessern. Auch sei es seinen Versuchspersonen und ihm selber möglich. gewesen, die Temperatur beider Hände gleichzeitig ansteigen oder absinken zu lassen. Die Wärme an den Unterarmen sei bei all diesen Experimenten konstant geblieben. V. G.
- Datum 12.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.12.1969 Nr. 50
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