Ausverkauf

Münster

Unter der Überschrift „Ausverkauf christlicher Symbole" veröffentlichten die „Westfälischen Nachrichten" in der vergangenen Woche einen Leserbrief vom Vorstand des Stadtkomitees der Katholiken, in dem der ranghöchste Richter Nordrhein Westfalens, Diether Bischoff, scharf angegriffen wurde. Bischoff hatte angeordnet, daß in allen Verwaltungsgerichten seines Landes es mindestens einen Gerichtssaal geben müsse, in dem kein Kruzifix steht oder hängt. Im Oberverwaltungsgericht in Münster wurden die dirist i liehen Symbole aus beiden Vefhandlungssälen entfernt. Nur wenn ein Zeuge es wünscht, wird bei Vereidigungen ein bewegliches Kreuz in den , Saal getragen. Die Prozeßbeteiligten sollen, so will es Richter Bischoff, in Zukunft selbst entscheiden, ob sie unter einem christlichen Symbol aussagen wollen oder nicht.

In Münster trat Diether Bischoff mit dieser Entscheidung ins Fettnäpfehen. Er ist Protestant und SPD Mitglied und paßt somit nicht in die politische und konfessionelle Landschaft Münsters, denn in Münster bekennen sich 67 Prozent der Bevölkerung zum Katholizismus, die CDU verfügt über die absolute Mehrheit im Stadtrat. Folgerichtig erklärt denn auch der Vorsitzende des Stadtkomitees der Katholiken: „Der Chefpräsident war nicht gut beraten, als er diese Anordnung traf, ohne sich zuvor mit den maßgeblichen Repräsentanten des katholischen Münster zu besprechen W. B.

Anzeige
 
Service