Heinz Michaels: Freiheit für die zweite Hand

Weihnachten wird teuer. So tönt es landauf, landab, seit Bundeswärtscharhminister Schiller und seine SPD Kämpen im Bundestagswahlkampf das garstig Lied anstimmten.

Bereits zum vorjährigen Fest angekündigt, dann für das Frühjahr, schließlich für den Sommer, rollt nun also eine Preiswelle durch die Lande. Und mit fast masochistischer Freude am Detail registriert die „Frankfurter Allgemeine jede Preisbewegung, ob es sich um Zeilwolle, den Weihnachtsbraten oder m Fleischkonserven handelt.

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Immerhin, im November hatten sich die Lebenshaltungskosten gegenüber dem letzten Nebelmond um 2 8 Prozent erhöht. Doch mit einer Rentenanpassung von 8 3 Prozent haben selbst die Rentner, die Stiefkinder des Wirtschaftswunders, noch mit einem Plus abgeschnitten — von den Arbeitern ganz zu schweigen.

War es vor zwanzig Jahren der Brotpreis, der die Gemüter in Wallung brachte, so sind es heute die Autopreise. Wenn die Brötchen um einen Pfennig teurer werden, dann nehmen es die meisten Bürger gelassen hin.

Ja, es ist zu fragen, welche Hausfrau überhaupt genau weiß, wie teuer heute v ein Pfund Brot ist.

" Als jedoch Heinrich Nordhoff 1962 den Preis des Volkswagen Käfers heraufsetzte, schlug dies Wellen bis ia, 4ea 3undestag. Ludwig Eifcardr litttiais - aoffo Bundeswirschaftsrniaister, kanzelte den „König von Wolfsburg" öffentlich ab.

Nun hat die Automobilindustrie den Schritt wieder gewagt. BMW und Mercedes, Ford und Opel haben ihre Preise erhöht. Nur in Wolfsburg herrscht noch tiefes Schweigen. Und Schwei gen herrscht diesmal auch im Bundeswirtschaftsministerium. Vielleicht, weil die Automobilindustrie argumentieren, könnte, daß sie nicht nur gestiegene Löhne und Materialpreise berücksichtigen müsse, sondern auch Erlöseinbußen im Export infolge der Aufwertung? Statt des Ministers wurde eine ihm unterstellte Behörde tätig: das Bundeskartellamt.

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