Versandhandel Kaviar zum Fest

Msondern ihn hin und wieder auch zu konsumieren, gilt als neuer kulinarischer Brauch unter leitenden Angestellten und Selbständigen in der Bundesrepublik. So würden, zum Beispiel, die meisten der rund 20 000 Kunden von Deutschlands größtem Kaviar- Versandunternehmen, der Hamburger Firma Seifarth & Co , am liebsten zu diesem Weihnachtsfest einmal die Spezialität „Kaviar satt" auf den festlich gedeckten Tisch bringen.

Eine wichtige Voraussetzung für die angepeilte Konsumvermehrung fehlt jedoch: Die Kaviarproduktion ist nicht beliebig vermehrbar. Im Gegenteil: die Zahl der kaviarproduzierenden Störe wurde — vorwiegend von persischen und russischen Fischern im Kaspischen Meer — in den letzten Jahren stark reduziert. Von 1970 an sollen bestimmte Schonzeiten streng eingehalten werdenAudi ohne diese zusätzliche Verknappung — nämlich schon seit zehn Jahren — wurde Kaviar in der Bundesrepublik alljährlich m etwa zehn Prozent teurer. Nachdem die Preise — die von den russischen und persischen Lieferanten autoritär festgesetzt werden — in der Zeit von Frühjahr bis Herbst 1969 um bis zu 15 Prozent angezogen hatten, ließ das deutsche Versandhaus kürzlich den Aufwertungseffekt voll durchschlagen, Es berechnete auf der Basis der m 8 5 Prozent billigeren Importe neue Listenpreise für persischen Kaviar, für Königskrabben und Shrimps aus Alaska, für Olivenöl aus Frankreich und für manche anderen Luxusspeziali titen.

Anzeige

Lediglich der russische Kaviar konnte nicht verbilligt werden: seine Preise wurden auf Markt Basis kontrahiert. Die Russen wünschten es so.

Schah Kaviar aus der Sowjetunion kostet per Seifarth Liste zur Zeit in der SQO Gramm JDose 250 Mark, BelugaMalossoJ aus dem Iran je 500 Gramm 212 Mark, iranischer Osetr Malossol je SOO Grarom Dose 175 Mark, Seifahrts bieten auch ein Sonderange bot für Großabnehmer: Wer bestimmte internationale Konserven bestellt, muß mindestens einen Karton mit 24 Dosen beziehen.

Auf die deutsche Lebensmittejgesetz~ gebung haben sich Perser und Russen längst eingestellt: Der haltbarere „BorKaviar" gelangt nur noch bis in Hamburgs Freihafen. Was in der Bundesrepublik auf den Markt kommt enthält keine Konservierungsstoffe und ist deshalb nur begrenzt haltbar.

Versandhaus -Chefin Annemarie Seifarth meint: „Kaviar ist in diesem Jahr unser größter Weihnachtsrenner. Für 1970 sehe iä> aber wieder erhebliche Preiserhöhungen voraus. Ein Massennahrungsmittel wird er nie izh

 
Service