Nach links

München

Angeblich sagte die CSU: „Wir wollen keinen extrem Rechten", und wies ihn ab. Daraufhin bemühte sich der extrem Rechte, bei der FDP unterzukommen Aber seinem Aufnahmeantrag war wiederum kein Erfolg beschieden. Sodann entdeckte der extrem Rechte, daß ja eigentlich sein Herz links schlägt. Und siehe da: die SPD nahm ihn mit (halb) geöffneten Armen auf. Der „politische Wandergeselle" (Süddeutsche Zeitung) heißt Karl Arthur Rittler, Jahrgang 1924, in Budapest geboren. Zunächst fand er als Aktiver in der Gesamtdeutschen Partei eine Heimat und wurde Mitglied der Europaunion. Als er beim GDPBHE nicht zum Zuge kam, schwenkte er noch weiter nach rechts ab und zog im März 1966 zum allgemeinen Schrecken als NPD Mann ins Münchner Stadtparlament ein. Das „Heil Rittler", mit dem man ihn dort begrüßte, verstummte jedoch bald. Der isolierte Rechtsaußen im Münchner Stadträt gab 1967 sein NPD Parteibuch zurück „Mein Austritt aus der NPD ist ein aufrichtiges Bekenntnis zu den fundamentalen Grundsätzen eines freiheitlichrechtsstaatlichen Denkens", erklärte er. In Vogel fand der Irrgänger zwischen den Parteiideologen schließlich seinen entschiedensten Fürsprecher. Nachdem sich der Ex GDPBHE NPD Mann Rittler bei der SPD beworben hatte, protestierten zwar die Jungsozialisten und einige Geschwerkschafter energisch, aber der SPD Unterbezirk München lehnte im Oktober dieses Jahres die Aufnahme ehemaliger NPDMitglieder nur „grundsätzlich" ab, Ausnahmen seien möglich, zum Beispiel, wenn seit dem Austritt aus der NPD zwei Jahre vergangen sind. Ein Jungsozialist: „Dieser Antrag ist eine Schande Aber Oberbürgermeister Vogel bekannte sich in diesem zwielichtigen Fall erneut zu seiner Ansicht, „daß im Zweifel jedem Menschen das Recht zugebilligt werden muß, einen einmal begangenen Irrtum zu überwinden " Und so entschied das nächsthöhere Parteigremium von Südbayern, daß Rittler SPD würdig sei. K. G.

 
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