Wettbewerb
Mit dem Tempo eines, der trotz einer Runde Rückstand noch als erster die Ziellinie zu durchlaufen hofft, sucht die Opposition der Regierung den Rang abzulaufen. Fast 20 Gesetzesinitiativen in knapp sieben Wochen! Der jüngste Unionsvorstoß — die Fusionskontrolle — kam angesichts bisheriger Wirtschaftsinteressen der CDU fast unerwartet. Doch CDU Mittelständlern ist Schillers Fahrplan zu langsam; sie wollen ihn mit eigenen Aktionen überholen.
Sogar die Weihnachtspause wollen die wettbewerbsbedachten Politiker um Heinrich Gewandt nutzen, die Materie antragsreif zu durch: denken. Die Gefahren für die Wirtschaft lauern also rechts, nicht links. Dabei ist man bei der Union ebensoweit wie bei der Regierung davon entfernt, genau zu definieren, wann eine Fusion wettbewerbsschädlich, weil marktbeherrschend, ist. Und das wird in der Tat auch gar nicht so leicht sein.
Immerhin, in einem scheint die CDU so unrecht nicht zu haben: wenn sie Schiller unterstellt, das Fusionsfeuer nur so zu schüren, um hoch möglichst viele Wirtschaftkammunen zu fördern; denn: „Ein kleines Orchester läßt sich besser dirigieren Doch das dürfte seine Grenzen haben. Ob nämlich wenige Große harmonischer aufspielen als viele Kleine, die ihre oft konträren Eigeninteressen eher der Stabführung des Dirigenten opfern, bleibt noch einer Generalprobe überlassen hff
- Datum 12.12.1969 - 07:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.12.1969 Nr. 50
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:



