ZEITSPIEGEL

„Wir gingen in den Dschungel mit dem Beiehl, jeden, den wir fanden — ob Männer, Frauen oder Kinder —, zu töten und Stücke davon zurückzubringen Ray Sanseoero &„Miteinander sprechen ist besser als übereinander reden und gegeneinander Propaganda machen — vom Schießen ganz zu schweigen Willy Brandt „Selbst Dinge wie die Hallstein Doktrin werden sich beim Aufeinanderzugehen auflösen Herbert Wehner „Die Gewerkschaften haben es schwer mit der Abgrenzung ihrer Organisationsbereiche. Wird irgendwo nach öl gebohrt, gehört die Belegschaft erstmal zur IG Bergbau. Kommt öl hoch, meldet die IG Chemie ihren Anspruch auf die Belegschaft an. Wird man nicht fündig, ist das ganze Essig, und zuständig ist dann die Gewerkschaft Nahrung, Genuß, Gaststätten Walter Arendt „Neugier ist eine gute Sache: Sie führt immer zu Entdeckungen Karsten Voigt Beförderungssperre verhängt die Bundeswehr über jene Rekruten, die den Eid wegen dessen gesamtdeutscher Aussage ablehnen. Voa den seit Oktober 1969 250415 wehrpflichtigen Soldaten lehnten 661 Mann das Gelöbnis ab. 48 Soldaten begründeten dies- mit der soldatischen Verpflichtung auf Ost- und Westdeutschland. In seinem Jahresbericht 1968 hatte der Wehrbeauftragte die Auffassung vertreten, daß die Verweigerung des Gelöbnisses kein Dienstvergehen sei. Verteidigungsminister Schmidt ist anderer Ansicht: Wer nicht schwören will, muß fühlen. Die Proteste von Architekten und Bonner Bürgern sind nicht ergebnislos geblieben: Die Pläne für das Regierungsviertel in der Nachbarschaft der Rheinaue zwischen Bonn und dem jüngst eingemeindeten Bad Godesberg sind von der Regierung aufgehoben worden. Statt dessen soll ein umfassender Wettbewerb ausgeschrieben werden. Ausnahmen: das Verkehrsministerium und die Ministerien für Justiz und für Wissenschaft, bei denen die Erdarbeiten schon im Gange sind. Die Kritik an den Entwürfen, die unter Ausschluß der Öffentlichkeit in der Bundesbaudirektion entwickelt wurden, hatte sich nicht nur gegen diese Geheimniskrämerei, sondern auch gegen die Konzeption selbst gerichtet: Auf einem der wenigen noch freien Areale der Bundeshauptstadt, so wurde befürchtet, werde ein anden Abenden und Wochenenden totes Getto der Ministerialbürokratie entstehen. Zeitverlust des Auf schubs : mindestens zwei Jahre. Ia einem Frankfurter Demonstrantenprozeß vor dem Jugendschöffengericht erprobte die Polizei neue Methoden des Strafvollzugs. Das Gericht, das mit Rücksicht auf den wegen Aufruhr, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Landfriedensbruch angeklagten 19jährigen Jugendlichen den Ausschluß der Öffentlichkeit angeordnet hatte, rief die Polizei, nachdem einige junge Leute den Saal nicht verlassen wollten. Die Beamten räumten den Saal mit polizeilicher Gründlichkeit und entfernten auch den Angeklagten. Als die Sitzung fortgesetzt werden sollte, war der „Demonstrationstäter" bereits von der Polizei nach Hause geschickt worden. Der Prozeß wurde vertagt.

Mehr als einhundert US Sanitätssoldaten, ein Offizier und mehrere Krankenschwestern traten im Militärhospital in PleikuSüdvietnam am amerikanischen Erntedankfest in den Hungerstreik. Von den 141 Soldaten erschienen nur acht Mann an der Festtafel. Aus Protest gegen den Vietnamkrieg verzichteten sie auf Kürbistorte und den traditionellen Puterbraten.

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In der tschechoslowakischen Zeitung Zivot Gewerkschaftsbund und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ), Dr. Bruno Kreisky, im letzten Jahr die Neugründung einer Sozialdemokratischen Partei in der Tschechoslowakei gefördert haben, Auch die deutschen Sozialdemokraten hätten sich an diesem konterrevolutionären Komplott beteiligt. Nach Verhandlungen der Auslandskommission der SPC in Frankfurt sei der „Spitzenfunktionär Fritz Erler" nach Prag gekommen und habe dort versprochen, „der in Gründung befindlichen Sozialdemokratischen Partei der Tschechoslowakei eine erforderliche finanzielle Unterstützung" zu gewähren. Der ehemalige SPD Fraktionsvorsitzende Fritz Erler starb am 24. Februar 1967. Im letzten Jahr verbrachten etwa 45 000 Menschen im Exil, ausländische Gastarbeiter, Studenten, Soldaten oder Wissenschaftler die Weihnachtstage bei deutschen Freunden, Bekannten und bei jenen, die gern Kontakt mit fremden Menschen suchen. In diesem Jahr steht die Einladungsaktion „Weihnachten mit jungen Ausländern" unter der Schirmherr " schaft von Kurt Georg Kiesinger und Gerhard Stoltenberg. Aktionszentrum ist Hannover: der Internationale Club von 1965, die Deutsch- Atlantische Gesellschaft, die Hermann Lindrath Gesellschaft und die Europäische Vereinigung für Gesellschaftspolitik übernahmen für 1969 die Koordinationsarbeit in der Bundesrepublik.

 
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