• DIE ZEIT: Jahrgang 1969

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1969/01

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    • Schatten, wohin wir uns wenden

      Ein unheimliches Jahr neigt sich dem Ende zu. Tiefe Unruhe geht um die Welt: alle Ordnung – geistige wie politische – sieht sich plötzlich in Frage gestellt; uralte Denk Vorstellungen vermögen nicht, sich zu behaupten; politische Strukturen, eben erst wieder neu gefügt, weisen Risse auf; die parlamentarische Demokratie – Grundlage unserer politischen Existenz – liegt unter Beschuß; das Weltwährungssystem zerbröckelt.

    • Mondflug: warum?

      Der Flug der amerikanischen Astronauten Borman, Lovell und Anders hat der Welt bewiesen, was die Experten schon immer behauptet hatten: daß in dem Wettrennen zum Mond die Vereinigten Staaten längst die Sowjetunion überholt haben.

  • Ausgabe 1969/02

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    • Antwort an Sacharow

      Im August des vergangenen Jahres haben wir die Gedanken des siebenundvierzigjährigen sowjetischen Atomforschers A. D. Sacharow veröffentlicht, weil wir sein Memorandum für das aufregendste Dokument hielten, das seit dem Beginn der Entstalinisierung, also seit Chruschtschows epochaler Rede auf dem XX.

    • Matter Paukenschlag

      Der FDP-Vorsitzende Walter Scheel hat kräftig auf die Pauke gehauen, als er auf dem Dreikönigstreffen der südwestdeutschen Liberalen den Wahlkampf eröffnete.

  • Ausgabe 1969/03

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    • Der müde Atlas

      Amerikas Beteiligung an der Weltpolitik vollzieht sich in Wellen und Sprüngen. Im Wechselstrom der nationalen Impulse lösen aktivistische und quietistische Phasen einander ab; hemmungslosem Einmischungsdrang folgt in der Regel ein Rückzug ins US-Schneckenhaus; das zwanghafte Bestreben, die Welt neu zu ordnen, macht jedesmal tiefer Verzweiflung über die Hoffnungslosigkeit des Unterfangens Platz.

    • Pariser Artistik

      Als erster westlicher Staat hat Frankreich der Sowjetunion jetzt wieder den roten Teppich der Respektabilität ausgebreitet. Und erscheint das nicht in der Tat vernünftig und realistisch? Denn ohne Moskau – das erkannten alle Nüchternen schon in den Wochen der Empörung über den 21.

  • Ausgabe 1969/04

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    • Neuer Verlag, neuer Druckort

      In kleinem Schriftgrad, fast unleserlich und daher wenig gelesen, pflegen die Zeitungen in ihrem „Impressum“ zu berichten, wer Chefredakteur ist, wie die Redakteure heißen, was das Abonnement kostet und schließlich auch, wer eigentlich der Verleger der Zeitung ist.

    • Zwang für Bonn

      Die Anstandspause in der westlichen Entspannungspolitik, erzwungen durch die Prager Krise, ist beendet. Schon am Tage seiner Amtseinführung haben die Sowjets den neuen amerikanischen Präsidenten an die Priorität des Raketendialogs zwischen den beiden Weltmächten erinnert.

  • Ausgabe 1969/05

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    • Balance-Akt am Abgrund

      Doppelbedrohung für die ČSSR: das Autbegehren des Volkes und der Zorn der Sowjets

    • Muff oder Mahnung?

      Eine Momentaufnahme aus dem Januar 1969, gleichsam mit doppelter Belichtung: Im aufgebahrte der Karlsuniversität zu Prag der aufgebahrte Leichnam jenes Studenten, der durch seinen Tod die Symbolverbindung Flamme und Freiheit für sein Volk Vor dessen Zwangsherren gegenständlich machte.

  • Ausgabe 1969/06

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    • Hart, aber vage

      Westberlin ist keine Krise wert, den Amerikanern nicht und am allerwenigsten den Sowjets – jedenfalls zur Zeit. Und zwänge der näherrückende Termin der Präsidentenwahl die Beteiligten nicht in die Imponierpose, sie würden Stillhalten und Schweigen vorziehen.

    • Selbstmord des Föderalismus?

      Der Föderalismus ist die heilige Kuh unseres Staatswesens: Sie ist ein unnützer Fresser, sie gibt kaum Milch, und sie hemmt den Fortschritt.

  • Ausgabe 1969/07

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    • Reise ins Blaue

      Seine erste Auslandsreise wird den neuen US-Präsidenten in die Alte Welt führen. Das ist eine Demonstration. Mit der Ära Johnson sind auch die langen Jahre amerikanischer Europa-Blindheit zu Ende gegangen.

    • Berliner Poker

      Die Einberufung der Bundesversammlung nach Westberlin war ein Vabanquespiel. Der Einsatz war nicht gering, die Gewinnchance gleich null, die Verlustchance beträchtlich.

  • Ausgabe 1969/08

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    • Kraftprobe um Berlin

      Eine Zeitlang sah es so aus, als hätte die neue Berlin-Krise schon begonnen. Interzonen-Autobahn Richtung Westen gesperrt, wurde gemeldet.

    • Der General trotzt

      Eine Wiederannäherung zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten? Bei seinem Amtsantritt mochte Richard Nixon wirklich geglaubt haben, daß sie mit einigem guten Willen zu bewerkstelligen sei.

  • Ausgabe 1969/09

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    • Auf europäischen Trümmern

      Die diplomatische Fehde zwischen London und Paris enthüllt dem amerikanischen Europa-Besucher Präsident Nixon die ganze Crux der europäischen Zerrissenheit: die machtpolitische Rivalität der beiden abgetretenen Weltmächte im Kampf um den dominierenden Einfluß auf dem alten Kontinent.

    • Die Kuh muß vom Eis!

      Die Sowjetunion hat das Ostberliner Angebot von Osterpassierscheinen für die Westberliner Bevölkerung bestätigt. Der Bundeskanzler hat sein Einverständnis zu Verhandlungen gegeben.

  • Ausgabe 1969/10

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    • Augenmaß

      Kein Tag vergeht, an dem nicht von Beratungen über jenes Ordnungsrecht die Rede ist, das den Universitäten gegen die rabiatesten unter den Studenten an die Hand gegeben werden soll.

    • Notstands-Erlaß

      Großzügigkeit hat auch in der Bundeswehr ihre Grenzen. Bisher wurden Soldaten, die den Kriegsdienst mit der Waffe verweigerten, sofort zum Kartoffelschälen und Schneeschippen abkommandiert.

  • Ausgabe 1969/11

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    • Nixons harte Nuß

      Die Mini-Offensive des Vietcong zwingt Präsident Nixon zu einer außenpolitisch folgenschweren Entscheidung. Soll er, wie es ihm die „Falken“ im Pentagon und in Saigon anraten, den Krieg wieder nach Nordvietnam tragen? Beläßt er es bei der Androhung von Vergeltungsschlägen, setzt er sich der Gefahr aus, als Papiertiger gebrandmarkt zu werden.

    • Der Konflikt um den Präsidenten

      Die Wahl des Bundespräsidenten, der nach gängiger Verfassungsinterpretation über den Parteien stehen soll, hat einen der heftigsten Parteienkonflikte ausgelöst, den die Bundesrepublik seit langer Zeit erlebt hat.

  • Ausgabe 1969/12

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    • Nein-Sager nicht gefragt

      Als die SPD 1960 alle Beziehungen zu ihrer Studentenorganisation – dem SDS – abbrach, beschloß sie gleichzeitig, den neu entstandenen Sozialdemokratischen Hochschulbund – den SHB – zu fördern, weil dieser sich zum Grundsatzprogramm der Partei bekannte.

    • Die Union wird nervös

      Nichts ist so ansteckend, wie der Wahlkampf. Plötzlich wird überall in Bonn von Wahlprogrammen, Wahlkampfstrategien und möglichen Koalitionen nach der Bundestagswahl am 28.

  • Ausgabe 1969/13

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    • Debakel in Pakistan

      Auf den ersten Blick erinnern die jüngsten Berichte aus Pakistan an jenen Tag vor mehr als zehn Jahren, an dem Ayub Khan die Macht übernahm.

    • Fallgrube oder Chance für Europa?

      Noch wird im Westen gerätselt. War der Budapester Appell des Warschauer Paktes als Ouvertüre einer neuen Entspannungsphase gedacht? Oder sollte er nur dazu dienen, den Westen die Vergewaltigung der Tschechoslowakei vergessen zu machen? Oder wurde der Vorschlag für eine gesamteuropäische Sicherheitskonferenz, ein alter Ladenhüter der kommunistischen Diplomatie, aus reiner Verlegenheit wieder hervorgeholt, weil sich die Paktmitglieder über aktuellere Probleme nicht zu einigen vermochten? Auch in Bonn ist die Debatte entbrannt.

  • Ausgabe 1969/14

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    • Ordnung ist noch nicht Ruhe

      Nur knapp acht Wochen haben die Länder gebraucht, um sich auf einen Staatsvertrag über das neue Ordnungsrecht zu einigen, mit dem die Universitäten aufsässigen Studenten beikommen wollen.

    • Bilanz nach einem Jahr

      Als im vorigen Jahr, am Donnerstag vor Ostern, der SDS-Führer Rudi Dutschke von drei Kugeln getroffen auf dem Kurfürstendamm zusammenbrach, hielt das ganze Land den Atem an: Politischer Mord als Mittel der Auseinandersetzung, Haß und Gewalt als einander treibende Kräfte, Radikalismus faschistischer und kommunistischer Prägung – all das erschien plötzlich als Zeichen an der Wand.

  • Ausgabe 1969/15

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    • Falsche Elle

      Die Polizei freilich trifft daran keine Schuld. Sie muß, nach einem Innenminister-Erlaß aus dem Jahre 1967, gegen das Hissen von DDR-Fahnen und gegen das Abspielen der Becher-Hymne einschreiten.

    • Zehrende Jahre

      Der Kanzler ist am letzten Sonntag 65 Jahre alt geworden – kein Alter für einen Mann, der so wie er erfüllt ist von dem Drang nach politischer Führung und öffentlichem Ansehen.

  • Ausgabe 1969/16

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    • Maulkorb für Generäle?

      Darf ein General sagen, was er denkt? Der rednerische Handstreich des stellvertretenden Heeresinspekteurs, Generalmajor Hellmut Grashey, vor der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg macht es einem nicht leichter, diese Frage so zu beantworten, daß man weder einem konformen Duckmäusertum der Militärs das Wort redet noch ihrer Unbotmäßigkeit.

    • Korrigierter Mißgriff

      Vor mehr als zwei Jahren, im Februar 1967, statuierte Heinz Ruhnau, Innensenator der liberalen Freien und Hansestadt Hamburg, ein Exempel: Er ließ den nigerianischen Medizinstudenten Obi Ifeobu mit polizeilicher Eskorte direkt nach Lagos expedieren.

  • Ausgabe 1969/17

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    • Noch kein Kompromiß

      Die Nachrichten aus dem belagerten Biafra verkünden Unheil: Nigerianische Soldaten stehen unmittelbar vor Umuahia...........

    • Scheels neue Zöpfe

      Auf den ersten Blick erinnert die FDP-Wahlkampfplattform, die jetzt vom Präsidium verabschiedet und der Presse übergeben wurde, an die Reden Willy Brandts aus dem Jahre 1961: Der sachliche Gehalt ist stark von Fortschrittslyrik überwuchert.

  • Ausgabe 1969/18

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    • Der Abschied des Generals

      Das Erbe de Gaulles: Französische Ungewißheiten und europäische Fragezeichen

    • Verfälschung

      Die Prawda berichtete Ende voriger Woche aus Bonn, die Regierung sei einem klaren Beschluß zur Nichtverjährbarkeit von Naziverbrechen ausgewichen – ein Vorgehen, das „im Grunde einer Amnestie für die Hauptmasse der Nazi- und Kriegsverbrecher gleichkommt“.

  • Ausgabe 1969/19

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    • Ein Ruck zum Frieden?

      Die Amerikaner werden den Krieg in Vietnam weiter de-eskalieren. Der Beginn ihres Truppenabzugs ist nur noch eine Frage des Termins.

    • Geteilte Kirche

      Der Evangelischen Kirche in Deutschland ist als Institution der Totenschein ausgestellt worden. Mit der Gründung eines eigenen Bundes, gemäß der neuen Ostberliner Verfassung, haben die acht Landeskirchen der DDR zerstört; was schon seit 1961, seit dem Bau der Mauer, ohnehin nur noch eine Fiktion war: Die „letzte gesamtdeutsche Klammer“, die EKD, gehört der Geschichte an.

  • Ausgabe 1969/20

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    • Vertriebener

      Den Nürnberger SPD-Parteitag im März 1968 verließ er mit Aplomb, weil Willy Brandt von einer „Anerkennung beziehungsweise Respektierung“ der Oder-Neiße-Linie gesprochen hatte.

    • Wie lange noch?

      In ihrer Londoner Entschließung zur griechischen Frage haben sich die Minister des demokratischen Europas abermals aufs Abwarten verlegt.