• Ausgabe 02/1970

    Ausgabe 02/1970

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Johnson plaudert aus dem Nähkörbchen

    Eine neue und stark gewürzte Kostprobe von seinem Erzählertalent hat in diesen Tagen der frühere amerikanische Präsident Lyndon Johnson abgelegt.

    Von Joachim Schwellen

  • Israels Handstreich

    Nach dem Sechstagekrieg war die Sechstagefahrt der fünf Schnellboote von Cherbourg nach Haifa der an Publicity größte Erfolg der Israelis.

  • Wolfgang Ebert:

    Neues von MOPS

    Gen. Gogol: Eine Tragödie. Kossygin will es nicht in den Kopf, daß wir Mehrfachsprengköpfe brauchen. Ihm sind sie zu unsicher.

  • Mendes Interview-Kampagne

    „Im Wahlkampf sind unsere Stammwähler vor den Kopf gestoßen worden, weil diese Partei allzu süchtig nach sogenannten progressiven Wählerschichten Ausschau gehalten hat.

  • Tante „Times“ ist ein muntres Girl

    Gott, Arbeit, Liebe, Freundschaft, Wohlstand und Freiheit – in dieser Reihenfolge wurde einem soeben geborenen Engländer durch einen offenen Brief mitgeteilt, welches die unverrückbaren Güter des irdischen Lebens seien.

    Von Karl-Heinz Wocker

  • Ulbrichts Offerte à la Potemkin

    Der Gedankenaustausch über Ulbrichts Vertragsentwurf zur Regelung der innerdeutschen Beziehungen nähert sich bereits seinem Ende.

  • ZEITSPIEGEL

    Das amerikanische Oberkommando, die Saigoner Regierung und Radio Hanoi machten unterschiedliche Vietnam-Verlustrechnungen für das Jahr 1969 auf.

  • Von den Polen verstoßen

    Fast jeden Tag kommen sie mit der Fähre aus Swinoujscie-Swinemünde: einzelne Menschen, ganze Familien, kleine Gruppen. In der amtlichen Sprache heißen sie „Einwanderer aus Polen“.

    Von Gabriel Laub

  • Der FDP-Vorsitzende und der Parteirebell opferten auf dem Dreikönigstreffen ihren Streit der Parteiräson

    Der Burgfrieden von Stuttgart

    Der Höhepunkt des Stuttgarter Dreikönigstreffens der Freien Demokraten brachte die tiefste Enttäuschung. Nach vier Stunden trat Walter Scheel vor die Tür, hinter der sich der Bundesvorstand der Partei mit dem Rebellen Erich Mende auseinandergesetzt hatte und tat, was in der Politik gern getan wird, wenn Gegensätze von der Öffentlichkeit entschärft werden sollen: Er verkündete, daß es sich im Grunde zwischen ihm und Mende um ein großes Mißverständnis gehandelt habe.

  • Max Born zum Gedenken

    Ursprünglich wollte er Mathematiker werden. Aber als ihm sein berühmter Lehrer David Hilbert eine Aufgabe gestellt hatte, die der Göttinger Student glaubte nicht lösen zu können, zweifelte er an seiner mathematischen Begabung – zu Unrecht, denn das damals von Hilbert formulierte Problem ist bis heute ungelöst geblieben.

  • Pariser Doppelspiel

    Die „Affäre von Cherbourg“, die Odyssee der fünf israelischen Raketenschnellboote, ist in Paris schnell vergessen worden. Die französische Stellung im Mittelmeer hat sich durch sie nicht nennenswert verändert.

    Von Ernst Weisenfeld

  • Wirtschaft
  • Sieger des Monats

    Metallgesellschaft

    Es war nicht leicht, für den Dezember 1969 einen Sieger zu ermitteln. Um überhaupt einen zu finden, sind wir auf Metallgesellschaft ausgewichen, obwohl diese Aktie mit Sicherheit nicht zu den marktgängigen der deutschen Börsen gehört.

  • NAMEN

    Laurence J. Peter, der mit dem Buch „Das Peter Prinzip“ zu Ruhm gelangte, wurde von C. Northcote Parkinson (das Parkinson’sche Gesetz) heftig attackiert.

  • Automobile

    Ein Fiat fiel durch

    Im Frühjahr des vergangenen Jahres ließen amerikanische Unfalltester einen Volkswagen Baujahr 1969 mit einem großen Ford frontal kollidieren.

  • ZEIT SPART GELD

    Bernie Cornfeld, oberster Chef von Investors Overseas Services (IOS), hatte für die Anteilseigner am Fund of Funds und am IOS Growth Fund zum Jahresschluß eine ungewöhnliche Überraschung bereit.

  • Exerzitien für Manager

    Exerzitien – dieser Begriff drängt sich auf, wenn man die verschiedenen Aspekte des ersten „Universitätsseminars der Wirtschaft“ auf einen Nenner bringen will.

    Von Rainer Brinkschulte

  • Die Soliden blieben ohne Gewinn

    In den ersten Tagen des neuen Jahres war die Börsenstimmung gequält optimistisch. Nach drei Jahren Aktien-Hausse wagt niemand mehr einen stürmischen Anstieg der deutschen Aktienkurse vorauszusagen.

  • Für jeden einen Hunderter

    Das Jahr 1970 wird auf wirtschaftspolitischem Gebiet ein Jahr der Probleme sein. Wie wir mit ihnen fertig werden, wird zu einem guten Teil davon abhängen, wie auf dem Felde der Lohnpolitik operiert werden wird; und da sieht es im Augenblick nicht gut aus.

    Von Wolfgang Krüger

  • Glaubensbekenntnis in der Satzung

    Mangel an kaufmännischer Effizienz konnte man dem Groß Verleger Axel Springer kaum jemals vorwerfen. Auch sein jüngster Beschluß, fast alle Gesellschaften seiner Gruppe in einer Aktiengesellschaft zusammenzufassen, bringt bares Geld.

  • Genosse NÖSPL hat versagt

    Das neue Planungssystem hat die alten Schwächen der DDR-Wirtschaft nicht beseitigt / Von Joachim Nawrocki

  • Kunst ist und bleibt eine Kapitalanlage

    Die Preise steigen und steigen

    Rembrandt-Gemälde erzielt 2,7 Millionen Mark“ – „Flucht nach Ägypten für 2,4 Millionen verkauft“ – „Neuer Spitzenpreis für Marc Chagall“ – „Baldung brachte 1,8 Millionen“ – „Zwölf Millionen Mark für einen Frans Hals“ – „Neue Rekordpreise für französische Impressionisten“.

    Von Willi Bongard

  • China-Handel

    Nur auf Umwegen

    In Peking und Washington ereigneten sich kurz hintereinander außergewöhnliche Dinge. Die Chinesen luden zum erstenmal seit fast vier Jahren auch westliche Diplomaten zu einer Party ins Außenministerium, und die Amerikaner hoben einen 19 Jahre alten Wirtschaftsboykott teilweise auf.

  • Eine Münze für Europa

    Ein hoher Beamter im französischen Finanzministerium drückt es vorsichtig so aus: „Das Euro-Dingsbums wird noch in diesem Jahrzehnt kommen.

    Von Hermann Bohle

  • Blamage

    Erster Akt: In der neuen „City“ der kleinen Großstadt gibt es eine unterirdische Ladenpassage und eine Filiale der Stadtsparkasse.

  • Börsen-Report

    Umschalten auf Defensive

    Ist den Börsenspekulanten die Lust zu neuen Engagements vergangen, oder ist ihnen das Geld ausgegangen und der Kredit zu teuer? Der Börsenverlauf der ersten Tage dieses Jahres gab darüber noch keine Auskunft.

  • Schiffahrt

    Beim Reinemachen explodiert

    Ein leerer Supertanker ist gefährlich. Allein in den letzten drei Monaten knallte es fünfmal auf leeren Tankern, nur einmal wegen einer Kollision mit einem anderen Schiff.

  • Nach Belieben

    Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Schwarz sorgte sich um den Straßenverkehr in der Schwabenmetropole und beschloß, mit gutem Beispiel voranzugehen.

  • NOTIZEN

    Tam Thek heißt eine neue Edition multiplizierter Objekte, mit der die Herausgeber Karl Gerstner und Daniel Spoerri ein wenig „Tamtam“ machen möchten.

  • Amerikas Weg in die Talsohle

    Die Konjunktur-Propheten der OECD haben den Amerikanern ein relativ schlechtes Jahr prophezeit. Doch sie zeigten sich noch immer optimistischer als die Amerikaner selbst: Die Amerikaner erwarten eine Rezession, die ein reales Wachstum des Sozialprodukts ausschließt.

  • Rollentausch

    Die Rollen sind vertauscht. Die CDU hat einen Vorschlag zur Vermögensbildung vorgelegt, den sie vor einigen Jahren selbst noch als „Zwangssparen“ verketzert hätte.

  • Die Visionen des Rudolf Augstein

    Die Pläne Rudolf Augsteins zur Beteiligung der Spiegel-Mitarbeiter am Gewinn scheinen noch nicht ausgereift, die Motive sind noch weitgehend im Dunkeln.

    Von Leo Brawand

  • Michael Jungblut:

    Deutschland, Deutschland über alles?

    Diesmal ist es nicht das Drohnen deutscher Marschtiefe! und das Rasseln von Panzerketten, das ängstlichen Gemütern jenseits unserer Grenzen den Schlaf raubt.

  • ZEITRAFFER

    Die deutschen Großunternehmen der Chemie haben sich über eine Aufteilung der gemeinsamen Tochtergesellschaften Chemische. Werke Hüls und Cassella geeinigt.

  • Wissen
  • Versteinertes Verhalten

    Von manchen ausgestorbenen Lebewesen blieb als einzige Spur ihrer Erdentage nur die Fraßspur versteinert erhalten. Die Fresser versteinerten nicht, denn es waren Würmer ohne fossilierbare Hartsubstanzen.

    Von Gustav Adolf Henning

  • Eine Pille für die Liebeslust

    Ein jahrtausendealter Traum geht vielleicht jetzt in Erfüllung – eher zum Leidwesen denn zur Freude der Menschen: Ein Aphrodisiakum scheint gefunden zu sein, ein Mittel, das das Liebesbedürfnis steigert.

    Von Thomas v. Randow &gt

  • Viren sind tot und lebendig, zugleich

    Ist Krebs eine Viruskrankheit?

    Wenn die Vermutungen einiger Virusforscher zutreffen, sind südostasiatische Schweine daran schuld, daß hunderttausende grippekranker Bundesbürger das neue Jahrzehnt im Bett beginnen mußten.

  • Die Geister, die Schiller rief...

    Leben wir schon mitten in der Krise? Fast muß man diesen Eindruck gewinnen, wenn man all die mahnenden Worte von der „gefährdeten Stabilität unserer Wirtschaft“ hört – die pessimistisch klingenden Neujahrsaufrufe von Verbandsfunktionären und Gewerkschaftsbossen, die Erklärungen von Politikern, die Warnungen schließlich des scheidenden Notenbankpräsidenten.

    Von Diether Stolze

  • Springers Coup

    Axel Springer hat durch die Umwandlung seines Zeitungskonzerns in eine Aktiengesellschaft gleich ein zweifaches Kunststück vollbracht.

  • Barzels Pappkameraden

    Die Rechte schießt sich auf die „Linksregierung“ ein Von Marion Gräfin Dönhoff

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Toter Punkt

    Das neue Jahr verheißt für den Nahen Osten nichts Gutes, weder auf dem militärischen noch auf dem politischen Feld, nicht auf der arabischen und auch nicht auf der israelischen Seite; selbst im Lager der Großmächte ist Uneinigkeit nach wie vor Trumpf.

  • Auto
  • Es kann der Frömmste nicht...

    Immer Abstand

    Fahrschulen, Mahnschilder und Tips für vorteilhaftes Taktieren am Steuer empfehlen dringend: Abstand halten! Um Auffahrunfälle beim Kolonnenfahren zu vermeiden, gelten 25 Meter Distanz als zweckdienlich.

    Von Amadeas Redlich

  • Das Buch zum Auto

    Gute Fahrt

    Solches Verhalten ist – in der Branche Benzin – normal. Einer machts dem andern nach, versucht ihn zu unterbieten, zu übertreffen – mit den Preisen, den Gewinnspielen, jetzt mit Büchern.

    Von K. M.

  • Neue Sicherheitsvorschriften

    Watte und Blinklicht

    Mit dem Jahreswechsel sind zwei neue Sicherheitsvorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) in Kraft getreten.

  • Beobachtungen an der Autobahn

    Mitdenken nicht gefragt

    Es ist Freitagnachmittag, 15.15 Uhr. Ich stehe 400 Meter von der Autobahnauffahrt „Weiden“ (bei Köln) auf der Böschung der östlichen Fahrbahn.

  • PS UND PARAGRAPHEN

    Das geschah: Ein noch nicht siebenjähriges Kind lief hinter einem haltenden Bus auf die Fahrbahn. Es wurde von einem Kraftwagen erfaßt.

  • DIE ZEIT
  • Dokumente der ZEIT

    „Der innenpolitische Kampf zwischen den Kräften, die wir gesunde marxistische Kräfte nennen könnten, und zwischen kleinbürgerlichen und rechtsgerichteten Einflüssen in der Partei und antisozialistischen Einflüssen in der Gesellschaft spielte sich bis Ende April 1969 in allen Parteigremien und sogar in der Parteiführung ab.

  • Gesellschaft
  • Heinrich IV. von Politzsch

    Ratlos in neues Land

    Stören Begriffe wie „Kanonenfutter“, „Früchtchen“, „Hackfleisch“, „Kinderkacke“ in einer Shakespeare-Übersetzung? Mich nicht.

    Von P. D.

  • Japan mit Optimismus in die 70er Jahre

    Wenige Tage nach dem überragenden Wahlsieg seiner „Liberaldemokratischen Partei“ (LDP) hat der japanische Ministerpräsident Eisaku Sato in einem Ausblick in die siebziger Jahre weitreichende Pläne für Japan aufgezeichnet.

  • Israelis schlugen wieder zu

    Die Entwicklung im Nahen Osten stand in den letzten Tagen im Zeichen zweier überraschender Aktionen der Israelis. Der Abtransport einer kompletten Radareinrichtung von ägyptischem Gebiet und die Entführung von fünf Schnellbooten aus dem französischen Hafen Cherbourg erregten in der Welt Aufsehen und wurden als Zeichen für die anhaltende Überlegenheit Israels über seine Gegner gewertet.

  • Teach-in der Spezialisten oder Forum der Nation?

    Unter veränderten Vorzeichen geht der Deutsche Bundestag in die vielberufenen siebziger Jahre. Dreierlei charakterisiert die parlamentarische Szene: Der Bonner Wachwechsel hat dazu geführt, daß sich zum ersten Male Regierung und Opposition fast gleichstark gegenüberstehen; der Verjüngungsprozeß, der zugleich immer mehr Akademiker auf die Abgeordnetenbänke bringt, hat sich verstärkt fortgesetzt; schließlich schickt sich das Parlament zu Reformen an, die auf mehr Demokratie sowohl in den eigenen Reihen als auch im Verhältnis zwischen Exekutive und Legislative hinauslaufen.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • SALT

    Erste Einigung

    Die Aussichten für das Zustandekommen einer Übereinkunft zwischen den USA und der Sowjetunion über eine Kontrolle der strategischen Rüstung haben sich nach Meinung des amerikanischen Delegationsführers bei den Gesprächen in Helsinki, Gerhard Smith, „ein wenig“ gebessert.

  • Auch aus Frankfurt nichts Neues über Bergs „Lulu“

    Eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten

    Den hübschesten und eigenwilligsten Skandal rings um das Stück lieferten doch wohl die Wiener. Als Alban Bergs Oper „Lulu“ im Dezember 1968 erstmals an der Staatsoper herauskam und das österreichische Fernsehen dieses gewißlich nicht unwichtige Ereignis mitschneiden wollte, verweigerte der Bühnenbetriebsrat dazu die Genehmigung.

    Von Heinz Josef Herbort

  • Mende steckt zurück

    Mit einem Widerruf Erich Mendes endete die seit Wochen anhaltende öffentliche Auseinandersetzung in der FDP. Nach der ernsten Mahnung des FDP-Vorsitzenden Walter Scheel, daß er wählen müsse, ob er noch auf der Grundlage des FDP-Programms stehe oder nicht, hat sich Mende auf dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart von seiner Kritik am politischen Kurs von Parteiführung und Bundestagsfraktion distanziert.

  • Italien

    Unruhe hält an

    Neue Streiks und ein weiterer Bombenanschlag haben Italien auch zu Beginn des neuen Jahres nicht zur Ruhe kommen lassen. Wenige Wochen, nachdem bei Sprengstoffanschlägen am 12.

  • Saigon: Es gab ein Massaker

    Eine Sonderkommission des südvietnamesischen Senats hat nach mehrwöchigen Untersuchungen festgestellt, daß es an der Ermordung von Bewohnern des Weilers My Lai durch amerikanische Soldaten keine Zweifel mehr geben kann.

  • Fernsehen:

    Selbstbefriedigung der ARD

    Der Abgesang auf das Jahr 69, die Chronik im zweiten, der Rückblick im ersten Programm bot statt der Analyse nur eine simple Beschreibung: Bekannte Bilder wurden von stereotypen Floskeln begleitet; es war viel von Tragik und Schicksal die Rede; Aufklärung wurde häufig durch Pathos, gesellschaftskritische Argumentation durch eine Aufzählung von Phänomenen ersetzt.

  • Harte Töne aus Ostberlin

    Vorsichtiger Optimismus bei der Bundesregierung und die wiederholte Betonung alter Forderungen von der Gegenseite kennzeichneten den Stand der Bemühungen um eine Entspannung in Mitteleuropa zu Beginn des neuen Jahres.

  • Kultur
  • Scharfer Schnitt

    Deutschland wird Fußballweltmeister. In den Sternen steht’s, in Karten und Kaffeesatz. Ganz klar. Ganz komisch. Wirr und irr, nadelspitzenpunktgenau und schön daherlabernd, die unfreiwillige Komik noch karikierend, so ging es her in der Astrologen-Augurenglosse von Hans-Jürgen Usko.

    Von A

  • Die Angst der Männer...

    Verbissen hält sich die Männerwelt an das stereotype Klischee vom politischen und auch sonstigen Unverstand der Frauen, reproduziert hartnäckig das pauschale Urteil, Weiblichkeit und beruflicher Erfolg schlössen einander aus, und diffamiert nicht selten mit System die Karrierefrau gern als geschlechtslos.

  • Aus den Hauptstädten der Welt

    Paris - Übermut und Routine

    Die Zerstückelung von Frankreichs berühmtester Tragödie – Der Comédie Française fehlt der Intendant – Ein Sowjetfilm gegen den Willen der Sowjetunion – Preisgekrönte und gekaufte Bücher

    Von Francois Bondy

  • ZEITMOSAIK

    Die Helden gehörten „zu jenen kühnen Denkern, die mit ihrem Schöpfertum die Erfolge der 70er Jahre herbeiführen helfen“, zitiert das Neue Deutschland die Leiterin einer Leipziger Buchhandlung.

  • Stalins Hilfe für Hitlers Rüstung wird verschwiegen

    DDR-Angriff gegen die „Monopole“

    Ü Der die Rüstungs- und Kriegswirtschaft des Dritten Reiches haben in den letzten Jahren deutsche und ausländische Historiker geschrieben; sie haben erkannt, daß dieser Teil der Wirtschaft für alle Expansions- und Eroberungspolitik des Nationalsozialismus grundlegend gewesen ist.

  • Unser Seller-Teller Dezember 1969

    DDR: Gnüchtel, „Die bitteren Freundschaften des Christof Lenk“; Heinrich Mann, „Die Göttinnen oder die drei Romane der Herzogin von Assy“; Autorenkollektiv, „Politische Ökonomie des Sozialismus und ihre Anwendung in der DDR“; Simon/Stahl, „Mathematik“; Leonow/Lebedew, „Der Mensch im Weltall“ (laut Literaturbeilage des „Neuen Deutschland“ 12/1969).

  • Abrüstung und Imperialismus

    Bei einem Lexikon in Taschenbuchformat ist es leicht, darauf hinzuweisen, was es alles nicht enthält. Die rund vierzig in diesem Band zusammengetragenen Beiträge mit ausführlichen Bibliographien scheinen den Stand der an deutschen Hochschulen neuen Disziplin getreu widerzuspiegeln.

  • Vor 150 Jahren, am 30. Dezember 1819, wurde Theodor Fontane geboren:

    Kleinbürger oder Demokrat?

    Fontane hat seinen Lesern mehr zu verdanken als seinen Kritikern. Seine Leser haben ihm selbst in den chaotischen Jahren der deutschen Geschichte eine Loyalität von seltener Unverbrüchlichkeit bewahrt, und seine Kritiker sind der Leserschaft lange nachgehinkt.

    Von Peter Demetz

  • Zankapfel Numerus clausus

    Nichts eint so sehr wie ein gemeinsamer Feind. Endlich haben sie ihn gefunden: Studenten, Assistenten, Professoren, Kulturpolitiker, Ministerialbürokraten, auch der Herr Bundesminister für Bildung und Wissenschaft.

    Von Dietrich Bächler

  • Wie sie „Dr.“ wurden (X)

    Helmut Thielicke, Dr. phil., Dr. theol.

    Seine Themen: „Das Verhältnis Zwischen dem Ethischen und dem Ästhetischen“ und „Das Wesen der ‚konkreten Situation‘ – ein Beitrag zu einer evangelischen Theologie der Geschichte“

  • Darf man denn das?

    Was hatten wir schon zu diesem Thema auf der Bühne: den symbol-poetischen „Eli“ der Nelly Sachs, das rührend sentimentale „Tagebuch der Anne Frank“, den dithyrambisch pathetischen „Stellvertreter“ Rolf Hochhuths und zuletzt die prozeß-dokumentarische „Ermittlung“ des Peter Weiss.

    Von Christoph Müller

  • Donald Duck in der Akademie

    Frau X., eine der wenigen mir bekannten älteren Damen, die diese Bezeichnung noch rechtfertigen, besucht, wie die meisten älteren Damen Westberlins, die Vernissagen aller Ausstellungen in der Akademie der Künste.

  • Ein Revolutionär als weißer Christus

    Als Peter Kropotkin im Februar des Jahres 1921 zu Grabe getragen wurde, glich die Stadt Moskau einem Trauerhaus. Seit Jahrzehnten verehrte das Volk ihn, den Fürsten, als einen Freund, und die Leute, die dem Zug durch die Straßen folgten, wußten, daß ein ungewöhnlicher Mann dahingegangen war, ein „Revolutionär“, wie er sich selber nannte, aber einer, der es aus dem Herzen war und sein Leben lang blieb.

    Von Christa Dericum

  • Es liegt nicht in der Luft

    Nein, ich meine nicht die Schwierigkeiten, die jeder kennt: Grenzschwierigkeiten, Paßfragen, Visaprobleme – wie kommt man denn als Besucher hinein in diesen anderen deutschen Staat? Das hatte ich hinter mir, glücklicherweise.

    Von Horst Krüger

  • KRITIK IN KÜRZE

    „Wo Lieb am tiefsten liegt“, von Daisy Ashford. Es waren einmal zwei englische Mädchen, die waren viktorianisch-feinsinnig erzogen und lasen auch, was ihnen an kitschig-gepflegtem Lesestoff in die Hände fiel.

  • DIE NEUE SCHALLPLATTE

    Paul Hindemith: „Streichquartette Nr........................................................................................

  • FILMTIPS

    „Eine amerikanische Tragödie“ (1931), von Josef von Sternberg. Verfilmung des Romans von Theodore Dreiser: Offenbar glaubt die ARD noch immer, bei einem Sternberg-Film nicht ohne literarisch-sozialkritisches Alibi auszukommen – die (besseren) Filme des kürzlich verstorbenen großen Regisseurs, denen sich beim besten Willen kein solches anhängen läßt, sieht man bei uns höchstens in Dritten Programmen oder Museen.

  • ZU EMPFEHLEN

    Die Sammlung politischer Aufsätze des bekannten Linguisten ist eine leidenschaftliche Anklage gegen die amerikanische Intelligenz, die, von Macht und Geld korrumpiert, durch falsche „Liberalität“ und „Objektivität“ und den Rückzug auf die Wertfreiheit scheinbar legitimiert, zum Vehikel der politischen Macht wurde – in das sympathisch ehrliche „wir“ des Autors sollte der deutsche Leser sich einbeziehen.

  • Länderspiegel
  • Kontrolle für den Klingelbeutel

    Aktive Katholiken im Ruhrbistum Essen – Ein Kirchensteuerrat überwacht den bischöflichen Haushalt

  • Bremer Komödie um Boljahn

    In Bremen darf gelacht werden. Am 2. Januar 1970, mittags um 12 Uhr, tickten die Fernschreiber durch die Lande, was die Schiedskommission der SPD eben im Parteiordnungsverfahren gegen den einstigen Multifunktionär und Gewerkschaftschef Boljahn entschieden hatte: „Richard Boljahn wird das Recht zur Bekleidung von Ehrenämtern bis einschließlich 2.

  • Aktion gegen Mini-Gerichte

    Die Tage der kleinen Amtsgerichte sind gezählt. Rheinland-Pfalz hatte den Anfang gemacht; 1966 löste es 32 Amtsgerichte auf, und demnächst sollen alle Gerichte aufgehoben werden, die weniger als drei Richter-Planstellen umfassen.

  • „Lieber der erste im Dorf...”

    Die Hoffnung der nordrhein-westfälischen CDU: Hamms Oberbürgermeister Günter Rinsche

  • Lebensart
  • Jahrzehntwende

    Ein großes Ereignis ist eigentlich nur die Jahrhundertwende. Es gibt der sogenannten „zivilisierten Menschheit“ die Möglichkeit, das Ende der alten Zeit, die so viel Fortschritt und so viel Unglück gebracht hatte, zu feiern und eine neue humane Ära, ewigen Frieden und ein hochmodernes Paradies auf Erden zu prophezeien.

  • Randspalten-Lyrik

  • Vom Selbstmord der Kleopatra bis zur ersten Atombombe

    Seltsam, wie jedes neue Jahr zu einer neuen Geschichtsbetrachtung zu zwingen scheint, indem es mit Zahlen, die doch eigentlich wenig besagen, Schwerpunkte setzt, Schwerpunkte des Gedenkens oder doch des bloßen Erinnerns (von denen sich oft auch die Forschung inspirieren läßt).

  • Das Monokel von morgen wird anders sein

    Wenn wie jetzt ein Jahrzehnt zu Ende gegangen ist und ein neues beginnt, sind es oft nur Kleinigkeiten, an denen wir den Wechsel bemerken.

    Von Wolfram Siebeck

  • Nebbich

  • Sie suchte einen Gott, den sie anbeten konnte

    Mutter Vermehrens Weg von der Kabarettistin zur Ordensschwester – Nach dem Tischgebet (IV)

    Von Ben Witter

  • Tratschke fragt:

    Wer war’s?

    Dies sind Urteile von Leuten, die ihn kannten: chevaleresk, gedämpft, kühl, stolz, verschlossen, eiskalt, vernichtend, scharf, Offizierston, maßlos eitel, elegant, sehr zivil, gepflegt, trug gut gebaute Anzüge (beste Schneider, beste Schuhe), diskret und distanziert, nie strahlend, wie ein Beamter, nicht unbestechlich, wenn er gelobt wurde, eine große, aber keine sympathische Persönlichkeit, unzugänglich, fühlte sich nicht genug anerkannt, hielt Leute fern und litt darunter, immer interessant, stolz auf seine Kriegszeit, machte lieber abfällige Bemerkungen als positive.

  • ZEITLICHES

    Eine Art Schulfunk für Erwachsene wird neuerdings im dänischen Rundfunk ausgestrahlt. Er wendet sich an Eltern, die mit ihren Kindern nicht mehr zurechtkommen.

  • Jeden Tag Fasching im Partner-Schlafhemd

    In Florenz haben die Italiener den Schlußpunkt hinter die Mode der sechziger Jahre gesetzt. Auf dem Laufsteg des Palazzo Pitti wurde die „siebziger Mode“ vorgeführt: friedlich, völkerverbindend, ohne militärische Gags oder Weltraum-Ambitionen.

  • Das Jahr fängt gut an...

    Schließlich zieht er eine Zigarre aus der Tasche, um mit ihr die Tür aufzuschließen. Umsonst. Er zieht die Zigarre aus dem Schlüsselloch raus, betrachtet sie kopfschüttelnd und lallt: „Na, so was, ich muß den Schlüssel geraucht haben.

  • Sport
  • Boykott in englischen Rugbystadien

    Die Vorgänge, die sich gegenwärtig zweimal in der Woche auf und um englische Rugbyspielplätze herum abspielen und voraussichtlich den ganzen Winter über anhalten dürften, spiegeln nicht nur die ideologischen Spannungen im Sport wider, sondern enthalten Warnungen und Lehren für die gastgebenden Hausherren der Olympischen Spiele von 1972 in München.

    Von Alex Natan

  • Unsicher in die 70er Jahre

    Mit gedämpftem Trommelklang zieht rückblickend auf 1969 der bundesdeutsche Sport ins neue Jahr. Für die Masse der Interessierten gelten vor allem die äußeren Erfolge der Besten, die sich in den Zahlen der Welt- und Europameister niederschlagen.

  • Irrwege (IV):

    Kleine Maschinchen

    Im Dezember 1968 preiskrönten die Juroren der ersten internationalen Sportfilmtage in Oberhausen eine russische Produktion mit dem Titel „Nathalie“, eine Studie über die Olympiasiegerin Kutschinskaja.

  • Was macht ihr aus den Alpen!

    Uns bringt der Winter viel Schad’ überall“, jammerte einst Minnesänger und Frühlingsfan Walther von der Vogelweide. Stapfte er mit seinen Schnabelschuhen durch „des Winters Beschwer“, war ihm jede Schneeflocke ein Greuel: „Es schneit – frohlocket nur der Tor.

    Von Sepp Binder

  • unzugeordnet
  • Kunst und Menschenwürde

    Die Würde des Menschen“, so steht es im Grundgesetz, Artikel 1, „ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“: ein Paragraph, dessen Interpretation offensichtlich mancherlei Mißverständnissen ausgesetzt ist.

    Von Petra Kipphoff

  • Otto Muehls Material-Aktion blieb nicht ohne Folgen

    Das Schwein von Braunschweig

    Rund 1500 Braunschweiger Bürger ließen sich, laut Braunschweiger Zeitung, beim Silvesterball in der Stadthalle vom holländischen Showmaster Rudi Carrell einen feinen Witz präsentieren: „Ein Mädchen kommt voller Blut nach Hause.

    Von Petra Kipphoff

  • Hoffnung auf Bonns neuen Kurs

    Eine Lenin-Büste blickt über seinen Schreibtisch. Er selbst bekennt sich als Marxist, doch in Geste und Redeweise erinnert Janos Peter noch immer an den Bischof der Reformierten Kirche in Debrecen, der er bis 1956 gewesen war, bis er in den Staatsdienst trat – seit acht Jahren Außenminister Ungarns, seit drei Jahren sogar Mitglied des Zentralkomitees.

    Von Hansiakob Stehle