• Ausgabe 07/1970

    Ausgabe 07/1970

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Draußen bleiben

    Ein Hamburger Kaufmann mit kubanischen Geschäftsinteressen bemühte vergebens mehrere Bonner Minister, um seinen kubanischen Handelspartnern die Einreise in die Bundesrepublik zu ermöglichen.

  • Altenklub

    Wer den Wirtschaftsminister künftig beraten und ihm empfehlen soll, eine per Fusion geplante Industriekonzentration mit Hoheitsgewalt zu verhindern, steht zwar namentlich noch nicht fest; doch wenn nicht alles täuscht, wird die Monopolkommission eine Art Alten-Klub sein.

  • Tunesienreisen werden attraktiver

    „Es war die erste Liebe!“

    Ehe ich die Flugkarte nach Tunis löste, fragte ich bei vier Reisebüros an, ob man dort mitten im Winter die Sonne finde, die sich am Hamburger Himmel jetzt so selten macht.

  • Kehrseite

    Die deutsche Mühlenwirtschaft sieht sich unversehens einem ungewohnten Wettbewerb ausgesetzt. Schuld daran sind die Müller selbst.

  • Hartwig Meyer:

    Der Auszug der Milliarden

    Man muß schon ein wenig Verständnis für die Schreckensrufe aufbringen, mit der Aufwertung habe sich die Bundesrepublik um Milliarden ärmer gemacht, exakt um Devisen im Werte von 23 Milliarden Mark, die nach der Aufwertung, schneller als erwartet, das Land verlassen haben.

  • Paneuropa-Preiswunder

    Für junge Leute

    Immer, wieder macht dieses kleine, kühne und wiederholt totgesagte Touristikunternehmen von sich reden, durch seine scheinbar selbstmörderischen Preise, seine steile Erfolgskurve und seine gelegentlichen Pannen – und ist längst schon nicht mehr klein und bei aller Kühnheit doch nicht waghalsig und lebendiger denn je zuvor: Paneuropa, der Reiseveranstalter mit der eigenen Fluggesellschaft, ist auf dem Touristikmarkt nach der Schwarnow-Touropa-Gruppe, Neckermann und Quelle heute der vierte.

  • Ein Rundfunkinterview von Conrad Ahlers hat zu einer Bonner Affäre geführt Hier nimmt der Regierungschef Stellung

    Der Kanzler und die Gazetten

    Ob es nun der tollste der drei tollen Tage ist oder ob es schon Aschermittwoch wäre, der Tag, an dem alle Tollheit vorbei ist: Zu dieser Stunde ist keine Frage so brisant wie die nach Willy Brandts Verhältnis zu publizierter Kritik und zu seinem kritisierenden wie kritisierten Meldegänger im Niemandsland zwischen Politik und Publizistik, zu Staatssekretär Conrad Ahlers.

    Von Werner Höfer

  • Wolfgang Ebert:

    Liberale Party

    Die Sechs von der APO hatte ich zu dieser Party nicht eingeladen. Wer lädt denn noch die APO ein – wenn es nicht gerade „Black Panther“ sind? Aber an die kommt man bei uns schwer ran, weil sie immer gerade auf der Durchreise sind.

  • Nixons Wahrheitsmaschine

    Wenn jemand in Washington das Neueste an militärischen Nachrichten aus dem Pentagon erfahren wollte, konnte er noch vor einiger Zeit die Telephonnummer Oxford 5 – 6201 wählen und wie in der laufenden Ansage eines Wetterberichtes die von einer sonoren Männerstimme auf Band gesprochenen aktuellen Mitteilungen erlauschen.

    Von Joachim Schwellen

  • Die Feuerwehr des Ostblocks

    Die Streitkräfte des Warschauer Paktes sind während des letzten Jahres insgeheim gründlich umorganisiert worden. Die wichtigste Veränderung besteht darin, daß ein Teil der Verbände im Alarmfall direkt einem sowjetischen Kommando unterstellt wird.

    Von Victor Zorza

  • Frankreichs KP ohne Kraft

    Mit der Verbannung von Roger Garaudy aus der Führungsspitze und der Wahl von Georges Marchais zum stellvertretenden Generalsekretär hatte der 19.

    Von Ernst Weisenfeld

  • Der Dialog hat begonnen

    Der stellvertretende polnische Außenminister Jozef Winiewicz, der in der vergangenen Woche Staatssekretär Georg Ferdinand Duckwitz bei der ersten Runde des deutsch-polnischen Meinungsaustausches im Warschauer Außenministerium gegenübersaß, wird die Delegation auch im März führen, wenn die Verhandlungen fortgesetzt werden oder eigentlich erst richtig beginnen sollen.

  • Zwischen Usedom und Breslau

    Die Gläser klirrten leise, als der polnische Hausherr seine schwere Hand auf den Tisch legte – mit einer Bewegung, die besagte, daß nun ein Ende sein müsse.

    Von Hansjakob Stehle

  • Die Sowjets werden deutlich

    Besorgt ist Berlins Regierender Bürgermeister Schütz darüber, daß die Sowjetunion ganz unverblümt weitere Störungen des Berlin-Verkehrs bei Tagungen von Bundestagsgremien in Berlin angedroht hat.

  • Wie lange bleiben die GIs?

    Für das künftige Verhältnis der USA zu ihren europäischen Verbündeten und für die Chancen und Gefahren der westlichen Entspannungspolitik läßt sich keine Perspektive mehr entwickeln, ohne daß nicht automatisch das Schlüsselproblem aufgeworfen wird: die Unwägbarkeit in der Frage einer ungeschmälerten amerikanischen militärischen Präsenz in Deutschland.

  • Mitchells Fischzug

    „Ein paar von uns werden wohl ins Gefängnis müssen“, unkte dieser Tage Richard S. Salant, der Nachrichtenchef des Columbia Broadcasting System (CBS).

  • „Kolossale Möglichkeiten“

    Das Ergebnis der Mission Emmel: Günstige Aussichten für technische Kooperation mit der Sowjetunion

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Was kostet der Beitritt?

    Seit die Meinungsumfragen ein wachsendes Interesse der britischen Hausfrauen an den höheren Lebensmittelpreisen im Gemeinsamen Markt zeigen, ist die Labourregierung von den Befürwortern eines Beitritts in die EWG aufgefordert worden, das Feld nicht tatenlos den Gegnern zu überlassen.

    Von Karl-Heinz Wocker

  • ZEITSPIEGEL

    In Südkorea legt Staatspräsident Park auf strengste Sparsamkeit Wert. Er ließ die Lebensgewohnheiten von dreihundert leitenden Regierungsbeamten untersuchen.

  • Wirtschaft
  • Musikmarkt.

    Kuckuck im Plattenschrank

    Doch von Geld spricht er nicht gern: „Ob Sie es glauben oder nicht, wichtiger als Geld ist für mich die Idee.“ Für Rahns „Kuckuck-Idee“ bot die deutsche Grammophon-Polydor einen dreijährigen Vertriebsvertrag sowie einen „sechsstelligen Betrag“ (Rahn) als Starthilfe.

  • Zitat der Woche

  • Warum es die Russen so eilig haben

    In schöner Einmütigkeit verweigerten die Herren die Auskunft: Dr. F. Wilhelm Christians, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank AG, nannte den Zins nicht.

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • In kleinen Schritten nach Europa

    Staatssekretär Harkort vom Auswärtigen Amt sprach von einer „historischen Nacht“. Anderen erschien bemerkenswert, daß die Europäische Gemeinschaft wieder zum „Hallstein-Stil“ zurückgefunden habe, zu nervenzermürbenden Marathonsitzungen, die irgendwann im Morgengrauen mit einem irgendwann enden.

  • NAMEN

    Bernhard Cornfeld, Präsident und Gründer? von IOS, schätzt Mini-Mädchen und Luxuspaläste und hegt ungewöhnlichen Ehrgeiz: Er will Europas größter Industriefinanzier werden.

  • Phoenix

    Schwer verdient

    Die Phoenix Gummiwerke AG in Hamburg-Harburg hat den Umsatz im Geschäftsjahr 1969 ohne Mehrwertsteuer auf 565 Millionen Mark erhöht.

  • Gleitende Arbeitszeit

    Nach Lust und Laune

    Deutsche Firmen und Behörden haben die gleitende Arbeitszeit entdeckt; Hochkonjunktur und ausgepumpte Arbeitsmärkte haben dabei sanft nachgeholfen.

  • ZEIT SPART GELD

    Die Stadt Montreal begibt eine 9prozentige US-Dollar-Anleihe zum Kurs von 100 Prozent. Die Tilgung erfolgt von 1971 bis 1985.

  • Tankstellen

    Autofahrer an der Pumpe

    Mit einem Schlag senkten in Hamburg sechs BP-Tankstellen den Bezinpreis um drei auf 51,9 Pfennig pro Liter. Doch der Kunde muß die Vergünstigung mit einer Gegenleistung honorieren.

  • Siemens ist eine Zwangssparkasse

    Im Hause Siemens ist man verdrossen darüber, daß „die Börse“ die ohne Zweifel hervorragenden Leistungen des größten deutschen Elektrokonzerns nicht gebührend honoriert.

  • Konkurrenz für Schickedanz

    Der Kaufhof geht in den Versand

    Mit dem Codewort „Apollo 70“ tarnten die Spitzenmanager in der Kölner Zentrale der Kaufhof AG ein. seit zwei Jahren vorbereitetes Projekt.

  • Preis-Kampagne

    Schiller ist des Müllers Last

    Wirtschaftsminister Karl Schiller war betroffen. Was er zur Förderung des Wettbewerbs inszenierte, legten ihm die Verbände des Handels als „bewußte Irreführung der Verbraucher“ aus: die Zeitungsinserate, in denen Schiller die Öffentlichkeit darüber informierte, welche Preise nach seiner Rechnung sinken müßten.

  • Zu viele Wege nach Rom

    Als die Bersaglieri am 20. September 1870 eine Bresche in die römische Stadtmauer schlugen und mit der Eroberung des Kirchenstaates die italienische Einigung vollendeten, konnten sie nicht ahnen, welche Schwierigkeiten sich mit der Wahl Roms zum Regierungszentrum für den neugeschaffenen italienischen Nationalstaat ergeben würden.

    Von Friedhelm Gröteke

  • AUS UNTERNEHMUNGEN

    Die in Nassau beheimatete Fondsvertriebsgesellzentrale in Mannheim hat im Geschäftsjahr 1969 den Bestand an Kommunaldarlehen von 1,4 auf 1,66 Milliarden Mark erhöht.

  • Abstimmung am Kiosk

    Deutsche Illustrierten-Leser halten der „Bunten“ aus dem Hause des Offenbacher Verlages Burda nach wie vor die Treue. Das biedere Blatt – „Bunte“-Redakteure halten nicht viel von politischen Themen und schon gar nichts von Sex und Pseudoaufklärung – hat seinen Vorsprung vor dem heutigen Zweiten der Illustrierten-Branche, dem „Stern“ von Gruner – Jahr, in letzter Zeit sogar noch ein wenig ausgebaut.

  • Börsen-Report

    Ein Frühling sinkender Zinsen?

    Die Börsenstimmung ist nicht mehr so gedrückt wie im Januar, obwohl sich an den Liquiditätsschwierigkeiten nichts geändert hat und die Banken heute schon mit Sorge an den großen Steuertermin am 10.

  • Im Gleichschritt in den Keller

    Der Januar 1970 brachte nahezu allen Investmentsparern Verluste. Mit einem erkennbaren Plus schnitt lediglich Agefra (Fonds für französische Aktien) ab.

  • Nur noch mit einem Bein im Käse

    Über dem Rand einer riesigen Käsewanne hing ein schmächtiger Lehrling. Mit strampelnden Beinen mühsam um Balance ringend, rührte der 1,65 Meter kleine Molkereistift mit einer Holzkelle Chesterkäse an.

    Von Hans Otto Eglau

  • ZEITRAFFER

    Die EWG-Länder einigten sich über eine gemeinsame Marktordnung für Tabakwaren und über eine Reihe von Finanzverordnungen, die das EWG-Budget betreffen.

  • Wissen
  • Schwerelose Industrie

    Anfang der sechziger Jahre, als die Amerikaner mit Nachrichtensatelliten zu experimentieren begannen, lächelten die europäischen Fachleute über diese Bemühungen.

  • Die Großkloake im Atlantik

    Jahrhundertealte Mythen weben sich um das Sargassomeer, den riesigen, langsam kreisenden Meeresstrudel südlich der Bermudas.

    Von Peter Roese

  • Amnestie

    Viel schneller als erwartet hat die Bundesregierung ihren etwas unklaren Leitlinien zur Amnestie von Demonstrationsvergehen den Entwurf des Amnestiegesetzes selbst folgen lassen.

  • Spitzmäuse unter Streß

    Die wie große Spitzmäuse aussehenden Spitzhörnchen oder Tupaias – eine Gruppe der urtümlichsten aller Primaten – sträuben bei Erregung die langen Haare ihrer Schwänze.

  • Schritt über die Schwelle

    Allen Respekt verdient die westeuropäische Sechser-Gemeinschaft für ihren Brüsseler Schlußgalopp – die EWG hat nun die Schwelle von der Zollunion zur Wirtschaftsunion überschritten; jetzt werden die Verhandlungen über den englischen Beitritt vorbereitet und Perspektiven für eine politische Gemeinschaft entworfen.

  • Ein Machtwort

    Im Zölibatsstreit klären und verhärten sich die Fronten. Die Aussicht auf einen sachlichen Dialog zwischen beiden Parteien scheint geschwunden, nachdem Papst Paul VI.

    Von H. J. H.

  • Wassergewinnung mit Staub

    Dr. Cedomir Marangunic von der Universität von Chile unternimmt gegenwärtig Experimente, deren Ergebnisse einmal dazu beitragen könnten, den steigenden Energiebedarf seines Landes zu decken.

  • Im Teufelskreis

    Düstere Prognosen für den Ausbruch eines neuen Krieges im Nahen Osten gibt es genug. Gerade in den letzten Tagen haben Politiker in Ost und West warnend ihre Stimme erhoben.

  • Handtäschchens Urgeschichte

    Den aufrechten Gang soll der Urmensch nach Ansicht der Anthropologen notgedrungen entwickelt haben, weil er Waffen und Werkzeug mit sich herumschleppen mußte.

  • Big science kann nicht unpolitisch sein

    Europas Physiker sollen ein riesiges Forschungsinstrument bekommen, einen 300-GeV-Protonenbeschleuniger, eine Sonde, mit der man bis zu den elementaren Bausteinen alles Existierenden vorzudringen hofft.

    Von Wolf Häfele

  • Der Streit um die Presse

    Es war von vornherein klar, daß auf Mini Maxi folgen werde, und ebenso klar war, daß Springer eines Tages aus der Sündenbockrolle in eine Märtyrersituation befördert werden würde, denn die Menschen sind nun einmal von unbeständiger Art und finden nur im Wechsel Genugtuung.

    Von Marion Gräfin Dönhofl

  • Reisen
  • DAS ANGEBOT

  • Reisebüros bieten an: Istanbul

    Flugreisen: Im Rahmen von „Städtearrangements in aller Welt“ wird Istanbul von Nova-Reisen, München, als Zielort angeboten. Flug und sieben Tage Aufenthalt in der Stadt am Bosporus kosten je nach Hotelkategorie zwischen 735 und 817 Mark (ab München).

  • reisenachrichten

    Mit dem Hund zur Kur: Der Tierschutzverein von Bad Salzuflen betreut in seinem Tierheim auch Hunde von Kurgästen. Durch diesen Kundendienst brauchen die Kurgäste bei ihren Spaziergängen in den Kurpausen auf ihre „vierbeinigen Begleiter“ nicht zu verzichten.

  • Programm für Normalverbraucher

    Beständige, ja teilweise sogar reduzierte Preise, ein auf 451 Zielorte erweitertes Angebot und ein neuer Superlativ krönen das neue Ameropa-Programm für die Sommersaison: Das Unternehmen ist zum erfolgreichsten Groß Veranstalter von pauschalen Bahnreisen in der Bundesrepublik avanciert.

  • Mal wieder in Deutschland

    DER propagiert den „Heimattourismus“

    Im Frankfurter Fernwehsilo, dem DER-Hochhaus, klopft man sich mit Stolz an die Brust: Mehr als 12 000 Programme, und Reisevarianten werden in der Sommersaison über die Reisebüros des Unternehmens angeboten.

  • Auf den Pisten der Sierra Nevada

    Bisher war Spanien eigentlich nur sommerzuständig. Verläßliche Temperaturen, viele Sonnenstunden, badewarmer Wellenschlag an schönen Küsten – das sind im allgemeinen die lockenden Garantien dieses hochentwickelten Ferienlandes.

    Von Es fälltschwer, sich einen spanischen Skiwinter vorzustellen Aufnahme: Stefan odry

  • Zwei Tage in Istanbul

    Der Sultan war entzückt

    Für eine nicht zu oberflächliche, aber auch nicht allzu anstrengende Besichtigung von Istanbul und Umgebung werden im Türkei-Band der „Blauen Führer“ – nach meiner Ansicht der beste „Schlüssel zur Welt“ der Türkei – mindestens fünf bis sechs Tage empfohlen, mit dem Zusatz: „Um Stadt und Vororte bis ins Detail anzusehen, sind vierzehn Tage nicht zuviel.

    Von Nina Grunenberg

  • Auskunft über spanische Pisten:

  • Auto
  • Ein Diskussionsbeitrag zum Thema Unfallursachen

    Der Mensch versagt, nicht die Technik

    Wird über vorbeugende Maßnahmen gegen die erschreckende Zunahme schwerer Verkehrsunfälle gesprochen, so steht im Mittelpunkt der Diskussion meist die Verbesserung und der Ausbau des technischen Instrumentariums, wie etwa Karosseriebau, Sicherheitsausstattung, im Inneren des Wagens oder Straßenführung.

    Von Helga Zietzschmann

  • Traurige Erfahrungen eines Autofahrers

    „Vorschriftsmäßiger Idiot!“

    Dennoch hat mich jener jähe Bannstrahl der gestrengen Obrigkeit aus meinem Kraftfahrerdasein aufgeschreckt, das bis dahin in unbestraftes Selbstbewußtsein sanft gebettet war.

  • DIE ZEIT
  • Ein Grandseigneur erzählt

    Des Guten zuviel

    Otto Graf zu Stolberg-Wernigerode: „Die unentschiedene Generation. Deutschlands konservative Führungsschichten am Vorabend des Ersten Weltkriegs“; R.

  • Südafrika

    Armut von Gottes Gnaden

    Was weiß eine Leserin der Regenbogenpresse von Südafrika? Nun, bestimmt nicht wenig von Professor Barnards Herzverpflanzungen und Herzensverwirrungen.

  • Gesellschaft
  • Martin Sperrs „Koralle Meier“ in Stuttgart

    Die unpolitische Politik

    Am Schluß sitzt in einem nicht mehr so ganz traulichen Kaffeekränzchen der an der Ostfront blindgeschossene Bäckermeistersohn mit einem riesigen Kopfverband im Hausvorgarten und freut sich, daß die Nazis die ehemalige Nachbarin, die Hure Koralle Maier, im KZ beseitigt haben.

    Von Hellmuth Karasek

  • Araber-Anschlag

    Terror in Riem

    Gleich zwei arabische Guerilla-Truppen haben für sich in Anspruch genommen, den Handgranatenanschlag auf den Flughafen München-Riem unternommen zu haben.

  • Streit um Ahlers kommt ins Parlament

    Angriff auf Springer-Presse löste Unruhe aus – Brandt: Kein Eingriff in die Pressefreiheit

  • Papst legt Veto ein

    Die heftige Kontroverse zwischen dem holländischen Episkopat und dem Heiligen Stuhl über die Zölibatspflicht (Pflicht der Priester zur Ehelosigkeit) ist gegenwärtig etwas leiser geworden.

  • Fernsehen

    Natürlich Unsinn

    Der Gröfaz nannte es ein „von den Strahlen deutschen Märtyrertums vergoldetes Innstädtchen, bayerisch dem Blute, österreichisch dem Staate nach“.

  • Schweden? Schweden!

    Die Bilder, die er nach Hause brachte – Klaus Elbrodt, der ausgezogen war, den schwedischen Sozialismus kennenzulernen –, die Bilder waren farbig und schön: Sonne über Slussen und Kungsgatan, Sonne im Süden und Sonne am Polarkreis, Sonne in den Holzhausfenstern, Sonne auf den gekräuselten Wellen und Sonne im Haar der Mittsommernachtstänzer.

  • Schon vier Gespräche Bahr-Gromyko

    Entgegen mancher Vorhersagen hält sich der Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Egon Bahr, weiterhin zu Gesprächen mit der Sowjetregierung in Moskau auf.

  • Lernen, frei zu leben

    Ich will an drei Prädikationen der Demokratie zu zeigen versuchen, wie Demokratie als historische Herrschaftsform, als freie Konstruktion einer prinzipiell möglichen Selbstbestimmung und als eine in der Gegenwart zu erfüllende, notwendige Qualität unseres Lebens in der technischen Zivilisation nicht nur vereinbar sind, sondern aufeinander angewiesen – wenn man ernst nimmt, daß „demokratisch zu leben“ gelernt werden muß und daß die Demokratie selbst die formale Ermöglichung dieses fortdauernden Lernprozesses ist.

    Von Hartmut von Hentig

  • Arabische Führer attackieren die USA

    Unter dem Eindruck verschärfter militärischer Auseinandersetzungen im Nahen Osten ist in Kairo das Gipfeltreffen der arabischen Staatschefs zu Ende gegangen.

  • FILMTIPS

    „Die Verdammten“, von Luchino Visconti, ist kein Dokumentarspiel. Geschichte (die deutsche von 1933/34) wird beschworen in ihren authentischen Formen: Kostümen, Schlagern, Theater.

  • Dokumente der ZEIT

    „Wir können nicht davon ausgehen, daß irgendwo ein Idealmodell (für den Kommunismus) besteht, das wir einfach auf unser Land anwenden können.

  • Konflikte vom Lande

    Katholische Erziehung und die hohle Links-Phraseologie von Apo-Studenten: Ein hübscher Gegensatz, als dramatische Auseinandersetzung könnte das eine gute Geschichte werden.

    Von Wolf Donner

  • Kultur
  • Laßt schlechte Gewissen blühen!

    Auf unseriöse Weise reichen Leuten Geld zu entreißen, ist ziemlich schwierig; auf seriöse Weise an ihr Geld zu kommen, ist auch nicht leichter.

  • ZEITMOSAIK

    Was in Frankfurt nicht zustande kam, kann jetzt in Berlin ausprobiert werden: ein neuer Typ von Theater unter kollektiver Leitung.

  • Verderbnis dem Heil zuliebe

    Noch vor wenigen Jahrzehnten hatte die jiddische Literatur Millionen Leser, in Osteuropa und in Amerika. Die Juden Osteuropas sind heute furchtbar dezimiert, ihre Reste leben verstreut und von ihrer sprachlichen und religiösen, Eigentradition abgeschnitten.

    Von Salcia Landmann

  • Minister Leussinks Taktik

    Alles in allem: Sensationen bieten Hans Leussinks vierzehn Thesen zum Hochschulrahmengesetz des Bundes nicht. Strenggenommen findet sich kaum ein Vorschlag, der nicht schon von irgendeiner Seite unterbreitet und dann in langer Diskussion hin und her gewendet worden wäre.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Notwendige Anmerkungen zu einer riskanten Dokumentation

    Ein Zerrbild der deutschen Juden

    Historiker, die sich mit der Geschichte der deutschen Juden in der Weimarer Republik und unter der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus befassen, kennen schon seit vielen Jahren den Briefwechsel, den jüdische Organisationen 1933/34 mit den neuen Machthabern gepflogen haben.

    Von Arnold Paucker

  • Kunstkalender

    Die privaten Sammlungen aktueller Kunst in Baden-Baden spiegeln recht genau die kulturelle Situation des pensionierten Weltbads: Kleinstadt mit Ambitionen, Zwei-Sterne-Provinz.

  • Liebe, Tod, Macht

    Nur flüsternd habe sie an ihrem Hochzeitstag das altehrwürdige Gelöbnis herausgebracht, „im Bett und bei Tisch frisch und munter zu sein“ und zu ihm zu halten „in guten und schlechten Tagen, in Reichtum und Armut, in Krankheit und Gesundheit, bis der Tod uns scheidet“.

  • Aus den Hauptstädten der Welt

    Ein Flugblatt über Reykjavik

    Mir fällt schwer, einen Ort zu beschreiben, den ich allzu gut kenne. Meine ersten Eindrücke von Reykjavik, die die farbigsten waren, weil sie mich unvorbereitet trafen, sind seit langem verwischt.

    Von Helga

  • Dichter auf Lesereise

    In diesen Wochen, die Öffentlichkeit merkt es kaum, geht mancher Schriftsteller auf einmal: Wohin, wozu? Heinrich Böll nannte es einmal: singen gehen.

    Von Horst Krüger

  • Die Wiederbelebung der Sinne

    Die Kunst ist vergesellschaftet“, sagte John Cage kürzlich in seinen Ausführungen zum Thema Art and Technology 1969. „Kunst bedeutet nicht, daß jemand etwas sagt, sondern daß Leute etwas tun, daß jedermann die Chance gegegeben wird, Erfahrungen zu machen, die er sonst nicht gemacht hätte.

    Von Rolf-Dieter Herrmann

  • Wie sie „Dr.“ wurden (XV)

    Wilhelm Girnus, Dr.phil.

    Sein Thema: „Goethe. Der größte Realist deutscher Sprache. Versuch einer kritischen Darstellung seiner ästhetischen Auffassungen“

  • Das Unikum Universitätspräsident

    Die Drittelparität verändert die Anforderungen an die Universitätsspitze total

  • Rosenmontagserkenntnis

    Zum Thema Frau hatte das Christentum schon immer eine gesund konsequente Einstellung. Es fing damit an, daß der liebe Gott ein Mann ist, eine Tatsache, an der auch Emmeline Pankhurst nichts ändern konnte, die es auf sich nahm, ihre Mit-Suffragetten wissen zu lassen: Trust in God.

    Von P. K.

  • Für Ideen weniger begabt

    In seinem vor zwei Jahren auf deutsch erschienenen Tagebuch „Journal en miettes“ und im Hinblick darauf hatte Ionesco von einer Forschungsreise durch einen undurchdringlichen Wald, von der „Suche nach mir selbst“ gesprochen.

    Von Rudolf Härtung

  • KRITIK IN KÜRZE

    „Mrs. Parkinsons Gesetz“ von C. Northcote Parkinson. Wir sind heute an Sachbücher gewöhnt, die auf Tatsachen und Statistiken beruhen.

  • DIE NEUE SCHALLPLATTE

    Good Golly Miss Molly! Noch vor einem Jahr hätte sich doch niemand träumen lassen, daß die Vitalität des Rock ’n’ Roll der fünfziger Jahre so glorreich wiederauferstehen würde.

  • Kafkas sonderbare Liebe

    als Essay, als literaturwissenschaftliche Analyse, als eine biographische Studie bezeichnen. Wie jede Kategorisierung stimmt es aber nur ungefähr.

    Von Gabriel Laub

  • Länderspiegel
  • Justizlichter

    Zwar glaubt der Kläger... aus Kegelfunden im Grabgewölbe eines ägyptischen Kindes aus der Zeit 5200 vor der Zeitenwende folgern zu können, daß Bowling zu den ältesten Spielen der Menschheit gehöre, doch hat das Spiel im deutschen Steuerrecht keine Tradition.

  • Schnüffeleien

    Wem dient die Kartei?

    Friedrich Boljahn ist eine große und stattliche Erscheinung. Er ist Werkschutzleiter der Kölner Kabelfirma Felten & Guilleaume.

  • Diplomaten-Wünsche

    Nur Kleinigkeiten?

    Gewiß, sie sprechen nicht gern über das Geld. Wenn es jedoch darum geht, bewährte Privilegien zu verteidigen, dann geben sie ihre Zurückhaltung auf.

    Von Marion Schreiber

  • Hunter jagt für „Bild“

    Im Dienst der Münchner Schickeria

    Heut’ hab i a süße Sache – Gunter contra James. So was freut d’ Leut’, wenn sich zwei Millionäre streiten“, meint Hannes Obermaier.

    Von Kilian Gassner

  • Der Fall des Malers Schlotter

    Kein Mode-Mann

    Eberhard Schlotter, geboren am 3. Juni 1921 in Hildesheim, ist ein bekannter deutscher Maler und Graphiker. Neuerdings auch ein verkannten.

  • Lebensart
  • Ökonomisch

    „Ich habe einen tollen Trick gefunden“, flüstert ein Schotte seinem besten Freund ins Ohr, „wenn ich mit meiner Freundin ins Kino gehen will, verabrede ich mich mit ihr im Saal.

  • Patenonkel Heinemann

    Bundespräsident Heinemann hat abermals mit einer zopfigen Tradition gebrochen. Er will künftig auch dann die Ehrenpatenschaft vom siebten Kind an übernehmen, wenn die Eltern nicht unbescholten sind.

  • Randspalten-Lyrik

  • Kniefrei nur als Gag? – Mode-Revue 1970 Coco Chanel blieb Siegerin – Auch das klassische Kostüm kehrt zurück –

    Je länger, je lieber Doch Mini bleibt geduldet

    Nun, die Prêt-à-porter-Mode hat das Längenspiel schon längst geübt. Maximäntel fegen die Straßen der Großstädte und sind nicht mehr bloß Futterale für Minikleider.

  • Seid nicht radikal zueinander

    Lieber Leser, fast das ganze Jahr habe ich in Asien und Amerika verbracht. Heimgekehrt, hat mich nichts so sehr beeindruckt wie dies: Die Radikalisierung von Menschen, Mächten und Meinungen in der Bundesrepublik seit der Wahl.

    Von Wolfram Siebeck

  • Tratschke fragt:

    Wer war’s?

    Als er (im Alter von fünfundzwanzig Jahren) heiratete, machte er davon nicht viel Aufhebens. Zwar richtete er sich auf einem Dorf in einem Bauernhaus zusammen mit seiner Frau eine Wohnung ein, aber ansonsten sollte sich in seinem Leben nicht viel ändern.

  • Der Ballermann der kleinen Leute

    Pater Leppich streicht über seine Locken, er hat naturgewelltes Haar. Er greift zur Pfeife, stopft sie, seine Finger zucken, er gibt zu, daß man sich an einer Pfeife „festhalten“ kann.

  • Rebellion der „Tollen Minnas“

    Von Spektakeln begleitet sind vor allem die Auftritte der „Tollen Minnas“. Die Aktionsgruppe, die sich den Namen Wilhelmina Druckers zu eigen gemacht hat, einer Verfechterin der Gleichberechtigung von Mann und Frau (1847 bis 1925), hatte zuletzt in Utrecht versucht, die Mißwahl beim internationalen Filmfestival „Cinemanifestatie 70“ zu vereiteln.

  • Das Elefantengesetz

    Als erstes hatte er das Elefantengesetz herausgegeben: Er fürchtete sich vor den Elefanten und verachtete sie, „Dumme Tiere“, dachte er, „sie versuchen nicht einmal, die Macht zu erobern; sie sind zu groß, um sich fressen zu lassen, und selber fressen sie niemanden; sie sind einfach zu faul, um zu jagen, und fressen lieber Gras.

    Von Gabriel Laub

  • Sport
  • Bestseller-Autor Däniken vor Gericht:

    Dem Seelenarzt ist er ein Greuel

    Seine Bücher werden als Irreführungen verteufelt, als skurrile Spekulationen zur Kenntnis genommen, als wissenschaftliche Arbeiten gelobt; aber wie immer sie beurteilt werden: Erich von Dänikens Erinnerungen an die Zukunft“ und „Zurück zu den Sternen“ werden von Hunderttausenden gekauft und gelesen.

    Von Thomas v. Randow

  • Lichter und Schatten über den nächsten Olympiaden

    ,,Sie werden uns lynchen“

    Olympische Spiele sind heute für junge Revoluzzer ein verführerisches Feld. Schon Barbara Pleyer, die 1952 im wallenden, weißen Maxilook in Helsinki die rote Aschenbahn des Olympiastadions umkreiste, um als Friedensengel die Eröffnungsfeier der Spiele umzufunktionieren, gehört hierher.

    Von Adolf Metzner

  • Paradies in der Wildnis

    Die olympischen Sommerspiele von München werden dem deutschen Bundesbürger rund 1,2 Milliarden kosten. Diese Summe hat Schlagzeilen gemacht.

    Von Horst Seifart

  • unzugeordnet
  • Streit um Boliviens Öl

    Spanische Strohmänner

    Simon Bolivar führte das Land 1825 aus spanischer Vorherrschaft zur Unabhängigkeit. Nach 145 Jahren kehren die Spanier nun in den Andenstaat Bolivien zurück – nur dürftig kaschiert als die Exekutoren amerikanischer Wirtschaftsinteressen.

  • Rum für Deutschland

    Castros Ärger mit dem Zoll

    Die Kubaner waren beleidigt. Denn was bei ihnen ein Spitzenerzeugnis ist und in der DDR-Messestadt Leipzig die Goldmedaille mit Hammer und Zirkel im Ährenkranz erhielt, dürfen Westdeutsche nicht trinken: den Rum „Canay Carta Blanca Superior“.

    Von Aufnahme: Gordian Troelier/stern