• Ausgabe 08/1970

    Ausgabe 08/1970

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Der Partisan vom Dienst

    Nur um Haaresbreite, so will es scheinen, ist Jordaniens König Hussein dem Tode entronnen. In der vergangenen Woche hatte er verzweifelt versucht, sich von den Fesseln der Guerilla-Organisationen zu befreien, die ihn in seinem eigenen Lande wie einen Gefangenen halten.

    Von Dietrich Strothmann

  • Wer ist ein Militarist?

    Die Prawda hat am Jahrestage der Jalta-Konferenz wieder einmal die alte Legende aufgetischt, die Auflagen von Jalta und Potsdam, Deutschland zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren, seien in der Bundesrepublik nicht durchgeführt worden.

  • Hüterin eines Traumes

    Als sie vor einiger Zeit einen Vortrag an der Universität von Boston hielt, murmelte am Ende einer der Zuhörer: „Es war, als hätte Dr.

    Von Dieter Buhl

  • Wie werden wir regiert?

    Die Machtstrukturen der Bonner Koalition – im Kabinett verwischen sich die Parteifronten

    Von Rolf Zundel

  • Thaddens Abgesang

    Noch einmal marschierte die NPD in fest geschlossenen Reihen – zum 4. Bundesparteitag in das Mainstädtchen Wertheim. Aber es war ein Marsch ins Ungewisse.

    Von D. St.

  • Wolfgang Ebert:

    Last mit Listen

    Die Enthüllungen von „Welt“ und „Welt am Sonntag“, daß Listen mit den Namen jener Journalisten im Umlauf seien, die von der CDU geschmiert wurden oder von der SPD geächtet werden, haben in Bonn heftige Reaktionen ausgelöst.

  • Tod aus Versehen

    Die Welt hat Guernica, hat Rotterdam nicht vergessen – Symbole des grausamen Luftkrieges. Sie wird, so steht zu fürchten, auch Abu Zabal so schnell nicht aus: dem Gedächtnis verlieren.

  • Wie human ist Tränengas?

    Eines der wichtigsten Themen auf der wiedereröffneten Genfer Abrüstungskonferenz ist wiederum die Ächtung der bakteriologischen und chemischen Waffen (B- und C-Waffen).

    Von Karl-Heinz Janßen

  • Keine Schonfrist für die CDU

    Das sichtbarste Zeichen für die Anstalten, die die CDU trifft, um ihrer Oppositionsrolle gerecht zu werden, ist derzeit die Baugrube, die auf einem 10 000 Quadratmeter großen Gelände an der Straße von Bonn nach Bad Godesberg ausgehoben wird.

  • ZEITSPIEGEL

    Die Pläne der SPD-Linken, auf dem Saarbrücker Parteitag im Mai einen eigenen Kandidaten für den stellvertretenden Parteivorsitz zu nominieren, scheinen gescheitert.

  • Illusionen der Vietnamisierung

    Im ersten Amtsjahr Präsident Nixons ist die militärische Beteiligung Amerikas am Krieg in Vietnam laufend vermindert worden.

    Von Joachim Schwelien

  • „Kennedillon“

    Ein Kongreß der ältesten Partei Frankreichs, der Radikalsozialisten, hat am vergangenen Wochenende einem „Manifest“ zugestimmt, das sich eine „Revolution durch Reformen“ zum Ziel gesetzt hat.

    Von Parteichef J.j.s.s

  • Nach ihm kommen die Funktionäre

    Twardowskij, Chef der Moskauer Literaturzeitung „Nowyj Mir“, wurde seines Postens enthoben

    Von Ulrich Schiller

  • Ein Intellektueller greift nach der Macht

    Das Plakat, das seit kurzem an. allen österreichischen Litfaßsäulen hängt, zeigt eine Arbeiterfaust, die mit brutalem Griff die rotweiß-rote Staatsfahne zu einem blutroten Banner zusammenknüllt.

    Von Barbara Coudenhove-Kalergi

  • Wirtschaft
  • Die Rote Zelle übt den Klassenkampf

    Linke schlagen Linke: An der Berliner Universität setzt die „Rotzök“ Professoren unter Druck. Nun will Helmut Arndt, selbst Konzentrationskritiker und Springer-Gegner, sein Institut nicht länger leiten.

    Von Rainer Brinkschulte

  • Zitat der Woche

  • Kapitalflucht

    Lire im Koffer

    Mit Alfa Romeos staatseigener Produktion will der italienische Staat Kapitalgeber anlocken. Einige Hundert der begehrten Flitzer sind als Gewinnprämien für Zeichner der Anleihen des Staatskonzerns IRI (Institut für industriellen Wiederaufbau) ausgesetzt.

  • Amok gegen den Kapitalismus

    Wir wissen, daß die bürgerliche Presse permanent falsch, entstellend und diffamierend über die rote Zelle Ökonomie. berichtet hat.

  • NAMEN

    Albert Vietor, Vorstandsvorsitzender der gewerkschaftseigenen Neuen Heimat Hamburg, scheint nicht gerade geneigt, den Bremern bei der Aufklärung der Grundstücksaffäre um den Makler Lohmann und den Gewerkschaftsvorsitzenden Boljahn zu helfen.

  • Geld am Sonntag

    Von allen Zeitungen, die nur einmal in der Woche erscheinen, verkaufen sich die am besten, deren Vertrieb am schwierigsten ist: die beiden Sonntagszeitungen Springers.

  • Streiks in England

    Subventioniertes Nichtstun

    Eins muß man Harold Wilson lassen: Er ist wenigstens konsequent inkonsequent. Nachdem er im vorigen Jahr sein groß angekündigtes „Anti-Streik-Gesetz“ wieder stillschweigend in der Schublade verschwinden ließ, will er nun vor den Wahlen noch eine Vorlage durchbringen, die man durchaus als „Gesetz zur Förderung von Streiks“ interpretieren kann.

    Von Franz C. Widmer

  • Großzügig

    Von mancher Seite ist Bonn gedrängt worden, mehr als bisher für die Entwicklungsländer zu tun. Der Druck kam einmal von den unterentwickelten Ländern, deren Begehrlichkeit durch die deutschen Devisenreserven geweckt wurde, zum anderen aber auch von Konkurrenten auf dem Weltmarkt, die die deutsche Aktivität gern auf andere, sie weniger betreffende Gebiete gelenkt hätten.

  • ZEIT SPART GELD

    Seit dem 18. Februar wird offiziell eine 7 1/2prozentige Anleihe der Kreditanstalt für Wiederaufbau angeboten. Bei einem Ausgabekurs von 98 1/2 Prozent und einer Laufzeit von längstens 15 Jahren beträgt die Rendite etwa 7,8 Prozent.

  • Waffenhandel

    Zuviel verkauft

    Frankreichs Staatschef Pompidou ließ in der vergangenen Woche wieder einen Staatsvertrag unterzeichnen, der ein solides Waffengeschäft mit hoher Diplomatie verbindet.

  • Umworben

    Die Franzosen waren böse, als sie von dem fürstlichen Angebot der Deutschen an die Russen hörten, den Röhrenkredit von 1,2 Milliarden Mark nur mit 6,25 Prozent Jahreszins zu belegen.

  • Telephongebühren

    Groschen für das Grenzland

    Das Schickedanz-Unternehmen sieht sich in seiner Ehre verletzt. Die Offenbacher Interessenvertreter hatten der Post vorgeworfen, sie subventioniere mit Gebührenüberschüssen aus dem Telephondienst den defizitären Paketversand und damit auch die Versandhändler.

  • Drohung mit dem Bumerang

    Im übrigen ist das Anlagevermögen in Libyen ... gegen eine entschädigungslose Enteignung versichert“, beruhigt die Gelsenberg AG ihre Anteilseigner vorsorglich in ihrem jüngsten Aktionärsbrief.

    Von Michael Jungblut

  • Wolfgang Krüger:

    Die Funktionäre und die Genossen

    Man glaubte im ersten Augenblicklich verlesen zu haben. „Kampfansage der SPD an die Hamburger Lehrerschaft“ – mit dieser ebenso alarmierenden wie in mancherlei Hinsicht bemerkenswerten Schlagzeile machte in der vergangenen Woche die DGB-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Öffentlichkeit auf eine Kontroverse zwischen ihr und der SPD-Fraktion der Hansestadt aufmerksam.

  • Die Teuerungsrate von 3,5 Prozent hat viele erschreckt – aber Bonn kann nicht noch stärker bremsen

    Die Parole heißt: Abwarten

    Noch immer stehen wir in der Konjunkturpolitik auf schwankendem Boden, noch immer wagt niemand recht eine Diagnose zu stellen, und entsprechend hat auch keiner eine Therapie anzubieten.

    Von Diether Stolze

  • Der Mann nach Rehwinkel

    Notfalls schreckt der Baron vor „Erpressung“ nicht zurück. Er will nicht, daß der Schwarze Peter im Streit um die Lebensmittelpreise der Grünen Front zufällt.

  • „Ich fühle mich elend und unglücklich“

    Es war im Sommersemester 1963. Professor Helmut Arndt hatte damals einen Ruf an die Universität Heidelberg erhalten, und die Studenten seiner Fakultät veranstalteten eine Unterschriftensammlung, um ihn zum Bleiben zu bewegen.

  • EWG-Zölle für Apfelsinen

    Kümmerlinge aus Sizilien

    Sizilianische Orangenbauern sahen den Absatz ihrer Ernte wieder einmal vom „Diktat ausländischer Importeure“ bedroht. Doch Italiens EWG-Unterhändler in Brüssel wußten sofort Rat und forderten, Apfelsinen aus Israel und Spanien künstlich zu verteuern.

  • Abgeschlachtet

    EWG-Vize Sicco Mansholt stöhnte „Nie wieder“ und meinte das jüngst begonnene Schlachtfest unter Europas Kühen. Noch im Vorjahr hatte Brüssel entschieden, mindestens eine Viertelmillion Kühe mit dem Ziel abschlachten zu lassen, den EWG-Milchüberfluß zu stoppen.

  • Investors Overseas Services

    Das Ende einer Affäre?

    Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Rayers seine Enthüllungen gemacht: IOS behandele Kundenaufträge unkorrekt. IOS-Vertreter müßten lange auf ihre Provisionen warten, der Kundenservice habe nachgelassen, und überdies verletze IOS das Bankgeheimnis.

  • Alles blickt nach Wall Street

    Wenn man die seit 1960 erreichten Höchstkurse der US-Aktien mit denen von Ende Januar 1970 vergleicht, bekommt man eine Vorstellung von der Baisse, die sich in den letzten Jahren an den amerikanischen Börsen vollzogen hat.

  • ZEITRAFFER

    DDR-Behörden forderten die Verdoppelung des zinslosen Überziehungskredits für Waren aus Westdeutschland. Der Kreditspielraum sollte von 360 auf 720 Millionen Mark heraufgesetzt werden.

  • Wissen
  • Frankfurter „Hexenprozeß“

    Der Parteitag des SPD-Unterbezirks Frankfurt/Main hat in geheimer Abstimmung mit Zweidrittelmehrheit dem Frankfurter Polizeipräsidenten Littmann das politische Vertrauen entzogen und dessen Versetzung in den einstweiligen Ruhestand gefordert.

    Von Theodor Eschenburg

  • Bruch in Hannover

    Die CDU in Niedersachsen hat den Koalitionsbruch erzwungen. In voller Kenntnis der erklärten SPD-Auffassung, daß die Aufnahme eines NPD-Funktionärs in die Unions-Fraktion den Bruch des Regierungsbündnisses bedeuten würde, hat die CDU einen früheren NPD-Abgeordneten als Hospitanten in ihre Fraktion eingemeindet.

  • Weder Rapallo noch Canossa

    Die Kanzler-Reise nach Ostberlin dient zunächst der atmosphärischen Verbesserung

    Von Kurt Becker

  • Bei Lawinen ist die Regel die Ausnahme

    Die Lawine kam durch Türen und Fenster. „Sie schlug ein wie eine Granate“, hat ein Augenzeuge gesagt. Er hat nicht übertrieben.

    Von Alexander Rost

  • Forscher kapitulieren vor einem Virus

    Zwei Nonnen aus Nigeria waren die erstenTodesopfer der Seuche. Amerikanische Ärzte analysierten ihr Blut und bestätigten, was die Mediziner in Afrika bereits vermutet hatten: Erreger der Seuche war ein Virus.

    Von Peter Roese

  • Für eine neue Psychologie

    Professor Holzkamp: Die Forschung unterstützt autoritäre Gesellschaftsstrukturen

  • Amerika, wohin?

    Präsident Nixon hat ein Beispiel gesetzt: Neben der jahresüblichen Botschaft über die Lage der Nation legte er dem Kongreß einen weltpolitischen Überblick vor, der fortan regelmäßig gegeben werden soll.

    Von Joachim Schwelien

  • Rauchende Hunde

    Zigarettenrauchen vergrößert das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, erheblich, nämlich um das Zehn- bis Zwanzigfache. Diese von der größten medizinalstatistischen Untersuchung, die je ausgeführt worden ist, hinlänglich erwiesene Tatsache wird von interessierter Seite – hauptsächlich der Tabakindustrie – gern mit dem Argument abgetan, der Kausalzusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und der gräßlichen Krankheit sei ja „nur“ statistisch dargetan worden und darum nicht stichhaltig.

  • Reisen
  • Luftkissen-Fähre für Madeira

    Ein Hovercraft-Luftkissenfahrzeug wird demnächst zwischen den portugiesischen Atlantikinseln Madeira und Porto Santo verkehren.

  • DAS ANGEBOT

  • Polen und die Deutsche Bundesbahn

    Eine Sprachschlamperei

    Sprachstörungen signalisieren ein gestörtes Verhältnis zur Umwelt. Daß es mit unseren Beziehungen zu unserem Nachbarn Polen nicht zum Besten steht – wenn man es nicht wüßte, man könnte es dem Kursbuch der Deutschen Bundesbahn, Ausgabe Nordwestdeutschland, Winter 1969/70 entnehmen.

  • Check-up im Urlaub

    Kur für Manager

    Die Schweizer, seit jemit nachtwandlerischem Gespür für touristische Entwicklung begabt, haben einen neuen Hoteltyp entdeckt: die Hotel-Klinik.

  • Ausflüge um Lissabon (I)

    Sardinhas e Salada

    Wir starten an einem Herbsttag in Lissabon. Im Herbst ist es hier am schönsten; es ist nicht mehr heiß, aber noch warm, der Himmel ist von einem dunkleren Blau als im dunstigen Sommer, draußen am Strand sind die Wellen ungewöhnlich hoch und wild.

    Von Heidi Wunderlich

  • Geplant in den Massentourismus

    Ceylon ist auf dem besten Wege, sein Image als „Trauminsel des Indischen Ozeans“ zu verlieren. 650 Zimmer stehen gegenwärtig für Touristen zur Verfügung.

  • Das Sommer-Programm der Großen

    Rallye für Twens und klassisches Griechenland

    Touropa und Scharnow füllen mit ihrem Angebot jeder allein drei Kataloge: einen für Flugreisen, einen für Bahnreisen, einen für Seereisen.

  • Ungarn im Sattel

    Ferienhäuser am Plattensee

    Das ungarische Reisebüro Ibusz bat zum Cocktail-Büfett in ein nobles Bonner Hotel. Es erhofft sich eine Belebung des Ungarn-Tourismus.

    Von Werner Dolph

  • REISESPIEGEL

    Die Lawinen-Katastrophe von Val d’Isère am 10. Februar forderte 39 Todesopfer...............................................

  • DIE ZEIT
  • PREIS-SPIEGEL

    „Bauerwartungsland“ ist die Vorstufe dessen, was als Bauland bezeichnet wird. Im Gegensatz zum Bauland gibt es für Bauerwartungslaid noch keine endgültigen Bebauungspläne der Gemeinden.

  • Gesellschaft
  • Am Anfang tiefes Schweigen

    Wo Erziehung ein hartes Brot ist: Als Lehrer in der Jugendabteilung einer Untersuchungshaftanstalt – Erfahrungen und Experimente

    Von Arnd Richter

  • Nahost

    UNO besorgt

    Die Vereinten Nationen wollen einen erneuten Versuch unternehmen, die sich weiter zuspitzende Situation im Nahen Osten zu entspannen.

  • Vor Treffen Brandt-Stoph

    Mit der Einladung des DDR-Ministerpräsidenten Stoph an Bundeskanzler Brandt, zu einem Gespräch nach Ostberlin zu kommen, ist der innerdeutsche Dialog in eine neue Phase getreten.

  • Plädoyer eines Strafrechtlers

    Gandhi wäre bestraft worden

    Landfriedensbruch und Aufruhr – ein Nachwort zum Hearing über die Demonstrationsdelikte

  • Laird: Neue Truppenabzüge möglich

    Optimistisch über die weitere Entwicklung in Vietnam hat sich der amerikanische Verteidigungsminister Melvin Laird geäußert.

  • „Denkpause“ im Gespräch mit Moskau

    Deutsch – sowjetische Vorverhandlungen unterbrochen – Fünf Treffen mit Kossygin

  • Englisch-Prüfungen an Volkshochschulen

    Die Veranstaltungen der VHS stehen jedem für wenig Geld offen; ihr weit gefächertes Bildungsprogramm reicht von Nähen über Englisch bis zu Kernphysik.

    Von R. W.

  • Uraufführung in Oxford

    Beckett holt tief Luft

    Immerhin noch fünf Schreibmaschinenseiten lang ist Peter Handkes letztes Theaterwerk, das in Basel uraufgeführte „Quodlibet“.

    Von Hellmuth Karasek

  • Fernsehen

    Tut nichts, der Ketzer wird verbrannt

    „... und eine Elite der Arbeiterschaft wird von Zeit zu Zeit zu Versammlungen aufgeboten, um den Reden der Führer Beifall zu klatschen, vorgelegten Resolutionen einstimmig zuzustimmen, im Grunde also eine Cliquenwirtschaft – eine Diktatur allerdings, aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern die Diktatur einer Handvoll Politiker, d.

  • Godards Film „Die fröhliche Wissenschaft“

    Ein improvisiertes Abc des modernen Kinos

    Wir gliedern die Natur an Linien auf, die uns durch unsere Muttersprachen vorgegeben sind. Die Kategorien und Typen, die wir aus der phänomenalen Welt herausheben, finden wir nicht einfach in ihr – etwa weil sie jedem Beobachter in die Augen springen.

  • Viscontis Film ‚,Die Verdammten“

    Perverse Totenfeier

    Luchino Viscontis „Die Verdammten“: ein Film über Industrie-Aristokraten, über die Rivalität von SA, SS und Militär, über Kinderschändung, Mutterschändung, Mord, Gemetzel, Eifersucht, Machtwahn, Ehrgeiz, Dekadenz und ihre Heilung (sprich: Fortsetzung) im Faschismus, ein Film, der in der fiktiven Ruhrindustriellen-Familie von Essenbeck eine markante Phase deutscher Geschichte (1933/34) aufarbeitet.

  • NPD

    Weiter mit Thadden

    Auf dem Parteitag der Nationaldemokratischen Partei (NPD) ist der bisherige Partei Vorsitzende, Adolf von Thadden, für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt worden.

  • Empörung über Anschlag

    Trotz zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung ist es der auf 60 Beamte verstärkten Sonderkommission des Bundeskriminalamtes und des bayerischen Landeskriminalamtes bisher nicht gelungen, den Brandanschlag auf das jüdische Altersheim und Gästehaus in München zu, klaren.

  • Dokumente der ZEIT

    Seit Jahren habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, bei Besuchen in den Landkreisen und Städten unseres Landes an Hand von Chroniken und Kirchenbüchern nachzuforschen, was es in den verschiedenen Landschaften unseres Vaterlandes an freiheitlichen Regungen oder gar an örtlichen Aufständen gegeben hat.

  • Verständnis für Ostpolitik

    Verständnis für die Bonner Entspannungsbemühungen gegenüber dem Osten hat Bundeskanzler Brandt bei seinen zweitägigen Gesprächen mit der dänischen Regierung gefunden.

  • Grundstücksmarkt
  • Schach dem Wucher

    Neun Monate Gefängnis ohne Bewährung, zweitausend Mark Geldstrafe, drei Jahre Berufsverbot: das war die gerichtliche Quittung für Herrn K.

    Von Ingeborg Zaunitzer-&gt

  • Waldfarmen für Städter

    Erholungs-Immobilien will die Contracta, Deutschlands größtes Ferienhausunternehmen (Verkaufsumsatz 1969: 95 Millionen Mark), künftig auf ganz und gar nicht immobile Weise abzahlungswilligen Bundesbürgern auch im Inland andienen.

  • Tischlein deck dich

    Es soll ein Haus sein, das allen hilft, die es nötig haben, alleinstehenden Berufstätigen, allein lebenden Müttern mit Kindern, berufstägigen Müttern, alten Leuten.

    Von Walter Leopold

  • Garantie allein genügt nicht

    Als im letzten Sommer bekannt wurde, daß auf Mallorca Tausende von Touristen kein Bett fanden, beflügelten diese „Überbuchungen“ die ohnehin seit Jahren wachsende Bautätigkeit auf der Insel zu neuen Rekorden.

  • Kultur
  • ZEITMOSAIK

    Die deutsch-demokratischen Künstler gaben sich kritisch: „Wie“, fragten sie sich auf einer Wahlversammlung in Erfurt, „ist es uns gelungen, die Kunst ins Zentrum des Lebens zu rücken? Welche Voraussetzung haben wir uns geschaffen, um den Revolutionär unserer Tage zu gestalten?“ Die Antwort, laut Neues Deutschland, fiel beunruhigend aus: „Wir müssen noch große Anstrengungen unternehmen, um bis zur Spitze vorzustoßen.

  • Ein Anzug ist nicht genug

    Die Krux eines angesehenen Autors ist, daß er eigenen Maßstäben und Ansprüchen gerecht werden soll. Das ist mehr als eine schöne Redensart; es bestimmt ganz einfach das Verhältnis zwischen Schriftsteller und Kritik.

    Von Martin Gregor-Dellin

  • Auf verlorenem Posten

    Beweise dafür zu konstruieren versucht, daß jedes ‚wahre Ich‘ den Schranken von Zeit und Raum und dem ,Zwange der Naturkausalität’ nicht unterworfen sei.

    Von Helmut R. Külz

  • Machtergreifung der Redakteure

    Mangels rechter Intellektueller gibt es keine Linksintellektuellen mehr. Intellektuelle sind eo ipso links, so wie die Löwen Fleischfresser.

    Von Werner Ross

  • Aus den Hauptstädten der Welt

    Die Provinz erobert Paris

    Wer über aktuelle Ereignisse in der französischen Kultur orientiert sein will, erwartet mit Selbstverständlichkeit einen „Bericht aus Paris“.

    Von Francois Bondy

  • Der Philosoph als Architekt

    Der Philosoph Ludwig Wittgenstein baute von 1926 bis 1928 in Wien ein herrschaftliches Wohnhaus. Nicht für sich selbst, sondern für eine seiner Schwestern.

    Von Bernhard Leitner

  • Viergang-Mitbestimmung

    Manche Wörter muß man schnell und entschlossen verbrauchen. Sie sind eben noch frisch und vitamineangereichert, es ist eine Lust, die Zungenmuskeln um sie spielen zu lassen – doch ehe man sich’s versieht, welken sie schal und verschlissen dahin: kein Kaugummi könnte dann unappetitlicher sein.

    Von Hellmuth Karasek

  • Deutsche Plastik durch die Jahrhunderte

    Zwischen den vielen Kunstpublikationen, die sich zumeist ihrem thematischen als auch finanziellen Anspruch nach an zahlungskräftige Spezialisten wenden, bilden die bejahrten „Blauen Bücher“ eine erfreuliche Ausnahme.

  • Kunstkalender

    Kompaß III (1967) war auf New York als Kunstzentrum und Orientierungspunkt eingestellt. Mit Kompaß IV wird die Westküste angepeilt.

  • Schriftstellerprozeß in Ostrava

    Es war ein paar Wochen vor der Okkupation der Tschechoslowakei, nach dem Drohbrief der fünf „Bruderparteien“. Wir saßen in der Redaktion des „Reporter“.

    Von Gabriel Laub

  • Die Auserwählten

    Wenn ein Außenminister die Geschichte seines Volkes vorstellt, so darf er mit Aufmerksamkeit rechnen. Ist es der ebenso gelehrte wie in mehreren Sprachen wortgewaltige Abba Eban, der die Geschichte der Juden und des modernen Israel ausbreitet, so ist erhöhte Aufmerksamkeit gewiß, zumal er in diesen Tagen die Bundesrepublik besucht.

    Von Imanuel Geiss

  • Verwirrungen des Kommunisten S.

    stammt aus der Zeit um den polnischen Oktober 1956. Wygodzki, geboren 1907 in Ostoberschlesien, Altkommunist, seit Jahrzehnten in seinem Land angesehen und ausgezeichnet als Erzähler, Lyriker und Übersetzer (er übertrug vor allem deutsche und jüdische Literatur), schrieb dieses Buch unter dem Schock der Entstalinisierung in wenigen Wochen nieder.

    Von Sabine Brandt

  • Der unbequeme Denker

    Die Auseinandersetzung geht weiter: Das, was man den „Positivismusstreit in der deutschen Soziologie" genannt hat — und ich verweise auf den im Herbst bei Luchterhand erschienenen Diskussionsband, in dem u a.

    Von Jean Amery

  • Katzenjammer bei Germanisten:

    Eine frustrierte Disziplin

    Den Geisteswissenschaften, und da besonders den großen literaturwissenschaftlichen Massenfächern, geht es schlecht. Sie, die sich vor noch gar nicht so langer Zeit für der Wissenschaften vornehmste halten konnten, laborieren nun an ihren Minderwertigkeitsgefühlen.

  • Wie sie „Dr.“ wurden (XVI)

    Peter Hacks, Dr.phil.

    Sein Thema: „Das Theaterstück des Biedermeier (1815-1840) – Versuch einer Gesamtdarstellung“

  • DIE NEUE SCHALLPLATTE

    Was weder Frank Zappa noch die MC 5 und selbst die Rolling Stones nicht schafften, die Jefferson Airplane haben es erreicht: Sie haben sich gegen ihre Firma durchgesetzt und ihr neues Album „Volunteers“ unzensiert herausgebracht.

  • Vietnam-Tips

    A. Leyler/K. Hubinek:„Der Krieg in Vietnam. Bericht und Bibliographie bis 30. 9.............................................

  • KRITIK IN KÜRZE

    „Gespräche mit Eingeschlossenen“ – Gruppenprotokolle aus einer Jugendstrafanstalt von Tilmann Moser, tiefenpsychologische Analyse des Gruppenprozesses von Eberhard Künzel.

  • Ein neuer Mrozek

    Mrozek, mit „Watzlaff“ schon das sechste Mal auf dem Programm des Neumarkt-Theaters, hatte mit seinem neuesten Stück kein Glück.

    Von Manuel Gasser

  • FILMTIPS

    „Portrait of Jason“ (1967), von Shirley Clarke, West III am 21. Februar. „Vivre sa vie“ (1962), von Jean-Luc Godard, Bayern III am 21.

  • Schulterklopfen nach links und rechts

    Jetzt.‘ will zeigen, was jetzt, hier und jetzt, in Deutschland auf dem Gebiet der Künste geschieht ... Künste – und nicht Kunst.

    Von Gottfried Sello

  • Wozu eigentlich Literaturwissenschaft?

    Was die Beschäftigung mit Literatur, zumal vergangener, uns überhaupt angehe – das wollen Studenten wissen, die Literatur studieren.

  • Länderspiegel
  • Bart ab!

    Hanns Joachim Friedrichs gehört zu den vier Fernsehjournalisten, die abwechselnd im Zweiten Deutschen Fernsehen der abendlichen Nachrichtensendung „Heute“ vorsitzen.

  • München:

    Brand ohne heiße Spur

    Über eine Stunde lang standen die Leute geduldig in Münchens Schnee und Kälte, ehe sie in das Haus Reichenbachstraße 27 eingelassen wurden.

  • Hat sich die Bonner Koalition für die FDP gelohnt? Wie wird sie sich in den kommenden Landtagswahlen behaupten?

    Zwei Seelen in der Brust der Liberalen

    Auf Rosen gebettet waren die Liberalen in Nordrhein-Westfalen noch nie. Im ewigen Bannkreis. Bonner Koalitionswetter konnte die Düsseldorfer FDP immer nur mit allerletzter Kraft föderalistische Unabhängigkeit erzwingen, und als ein Mann wie Wolfgang Döring sich das Recht auf Alleingang – abseits der CDU herausnahm und erstmalig 1956 eine Koalition mit der SPD an Rhein und Ruhr gedieh, drohte der FDP hier ein schnödes Ende.

  • Lebensart
  • Wie wird der Wein im Keller mehr wert?

    Kann ein privater Weinkeller eine Kapitalanlage sein? Die Frage ist in jüngster Zeit von Fachleuten

    Von „... weil sich der Gewinn im Genuß verliert&quot

  • Nebbich

    Von Ben Witter

  • Zöl bis eins und bete

    Die wiederholten Aufrufe des römischen Zoodirektors Professor Paolo Papa zur Rettung des Zölibats haben ein Tier in den Blickpunkt des Interesses gerückt, das den meisten bis dahin völlig unbekannt war.

    Von Wolfram Siebeck

  • Wörtlich genommen

  • Frische Luft

    John erzählt gern seinem kleinen Bruder, was er in der Schule Neues erfahren hat: „Stell dir vor, vor hundert Jahren – im zwanzigsten Jahrhundert – brauchten die Menschen überhaupt keine Luftfilter.

    Von Gabriel Laub

  • Mini-Moralisten

    Die Modeexperten haben bekanntgegeben: „Der Mini-Look ist tot. Es lebe der Maxi-Look!“ Solcher Wandel ist gesetzmäßig: Der Minirock hat das Maximum an Minimum erreicht; die nächste Entwicklungsphase könnte nur noch der Nullrock sein.

  • Wie wird der Wein im Keller mehr wert?

    Kann ein privater Weinkeller eine Kapitalanlage sein? Die Frage ist in jüngster Zeit von Fachleuten und solchen, die es sein wollen, erörtert worden, wobei man freilich nicht die nötige Klarheit über die Voraussetzungen erzielte, Wein werterhaltend oder gar wertsteigernd aufzubewahren.

    Von „... weil sich der Gewinn im Genuß verliert&quot

  • Tratschke fragt:

    Wer war’s?

    Er war klein, mager, sehr energisch. Weil er daheim wenig Chancen sah, wanderte der Fünfundzwanzigjährige bald nach dem Abschluß seines Studiums aus – in jenes Land, das ihm groß genug schien für die Erfüllung seiner Träume.

  • Nur die Zähne

    Der Mensch hat seine Mitte verloren, sagt man. Deswegen ist seine Angst so groß geworden. Es ist die Angst vor dem Tod. Ihm weicht er aus, wo es nur geht: Friedhöfe werden weit nach draußen verlegt, Sterbende in Badezimmer abgeschoben.

    Von Gerhard Prause

  • Nervi über Speer Zwei Welten der Architektur

    „Es müssen Jahre der Verrücktheit gewesen sein...“

    Die Memoiren Albert Speers werden nach wie vor in den Bestseller-Listen geführt. In Moskau wurde ihr Erscheinen gerade kritisiert; in Amerika gaben der Produzent Sam Spiegel und der tschechische Regisseur Jiri Weiß bekannt, daß sie das Opus von Hitlers Rüstungsminister verfilmen wollen.

    Von Rino Sanders

  • Schwester Elisabeths Kampf gegen die Mühlen der Bürokratie:

    „Schmerzen tun allen weh“

    Der Hinweis kam von einem Frauenarzt: „Diese patente Person ist uns eine große Hilfe; Sie sollten sie mal in Aktion sehen.“ Und junge Mütter schwärmten: „Die berät großartig.

  • Linguistische Limericks

    Von Ralf Gaffron

  • J.M-M: Menschenrecht

    Gewiß kann man nicht ohne weiteres vom Verhalten eines Richters auf den geistigen Zustand eines Staates schließen; aber manchmal kann man es eben doch.

  • Leserbriefe
  • Frankreichs Wintersportmanager planen dos Jahr 2000

    Skilaufen ohne Grenzen

    Die Franzosen haben offenbar als erste bemerkt, daß sich im Skilauf eine kleine Revolution anbahnt. „Frankreich ist dabei“, so triumphierte kürzlich das französische Nachrichtenmagazin L’Express, „die internationale Schneeschlacht mit Milliardenbeträgen zu gewinnen.

    Von Ferdinand Ranft

  • Sport
  • Trauerspiel in Sevilla

    Trauer mußte Fußball-Deutschland tragen. Die 0:2-Niederlage der deutschen Mannschaft in Sevilla gegen Spanien offenbarte das Dilemma des Bundestrainers.

    Von Jürgen Werner

  • Triumph, Geschäft, Hysterie

    Bevor die Marseillaise im Eisstadion von St. Ulrich ertönte und die Trikolore für die beiden Weltbesten Slalomakrobaten, Jean-Noel Augen und Patrick Rüssel, und das Sternenbanner für den 26jährigen Studenten der Colorado University, Bill Kidd, gehißt wurden, stolperten die drei Skikönige mit Beatlefrisur über Teppichfalten und verirrten sich im Protokoll.

    Von Sepp Binder

  • "Ich garantiere zwei Goldmedaillen"

    Tagelang vor den Weltmeisterschaftsrennen hatten die italienischen Zeitungen ihren „Thöni nazionale" gepriesen und von seinen vorangegangenen Siegen in Val dTsere, Adelboden und Madonna di Campiglio geschwärmt.

  • unzugeordnet
  • Die Deutschen sparen falsch

    Pro Kopf der Bevölkerung machen die Investmentanlagen in der Bundesrepublik rund 200 Mark aus, in der Schweiz sind es 580 Mark, in England 800 Mark und in den USA 900 Mark.

    Von Ihr Securius

  • Börsen-Report

    Spekulanten werden kleinlaut

    Der letzte Monatsbericht der Deutschen Bundesbank hat die gerade aufkeimenden Hoffnungen auf eine dicht bevorstehende Zinssenkung gründlich zerstört.