Aus der Fernsehansprache Präsident Nixons, in der er den Einmarsch in Kambodscha bekanntgab:

„In meinem Vietnambericht an die Nation vor zehn Tagen gab ich eine Entscheidung bekannt, im Laufe der nächsten zwölf Monate weitere 150 000 amerikanische Soldaten abzuziehen. Ich sagte damals, daß ich diese Entscheidung trotz unserer Sorge über die zunehmende Feindtätigkeit in Laos, Kambodscha und Südvietnam träfe.

Ich warnte damals, daß ich nicht zögern würde, feste und wirksame Maßnahmen zu treffen, wenn ich zu dem Schluß käme, daß die erhöhte Feindtätigkeit in einem dieser Gebiete das Leben der in Vietnam verbleibenden Amerikaner gefährden würde.

Trotz dieser Warnung hat Nordvietnam seine militärische Aggression in allen drei Gebieten – vor allem in Kambodscha – verstärkt.

Nach voller Konsultation mit dem nationalen Sicherheitsrat, Botschafter Bunker, General Abrams und meinen anderen Beratern bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Aktionen des Gegners in den letzten zehn Tagen eindeutig das Leben der Amerikaner gefährden, die heute in Vietnam stehen, und ein unannehmbares Risiko für jene darstellen, die nach dem Abzug von 150 000 Soldaten noch dort sein werden.

Um unsere Soldaten in Vietnam zu schützen und den weiteren Erfolg unserer Abzugs- und Vietnamisierungsprogramme zu gewährleisten, bin ich zu dem Schluß gekommen, daß es an der Zeit ist, zu handeln.

Dies ist nun meine Entscheidung: In Zusammenwirken mit den südvietnamesischen Streitkräften werden in dieser Woche Angriffe geführt, um die wesentlichen gegnerischen Zufluchtsorte entlang der kambodschanischvietnamesischen Grenze auszuräumen. Dies ist keine Invasion Kambodschas. Die Gebiete, in denen diese Angriffe geführt werden, sind völlig von den nordvietnamesischen Truppen besetzt und werden von ihnen kontrolliert. Unser Ziel ist nicht die Besetzung dieser Gebiete. Wenn die feindlichen Streitkräfte aus diesen Schutz- und Zufluchtsorten vertrieben und ihre militärischen Nachschubgüter zerstört sind, werden wir uns zurückziehen.