Der Frühling war mit dem Mond und dem Veilchen und den schönen reinen Gefühlen für die deutsche Literatur verlorengegangen.

Das soll jetzt repariert werden.

Junge Leute wollen den Karren deutsche Dichtung, der sich zwischen Wortmontagen, Sozialanalysen und politischem Aktionismus festgefahren zu haben scheint, wieder aus dem Kot ziehen. Und sie zeigen dabei weniger Angst als der Tormann beim Halten eines Elfmeters.

Sie wollen jene „individuelle Emotionalitat, die in der ernsthaften Literatur verpönt ist“ nicht mehr allein der Trivialliteratur von Lore bis Heintje überlassen.

Sie finden es schlimm, „daß die Vertreter der fortschrittlichen Intelligenz, die unseren Literaturbetrieb bestimmen, vor jener reaktionären Trivialliteratur kapitulieren, indem sie die Form, in der in jener Literatur bestimmte menschliche Gefühle dargestellt werden, in erschreckender Einmütigkeit mit dem Wesen dieser Gefühle identifizieren und sie als eo ipso reaktionär diffamieren“.

Wird ihnen naive Sehnsucht nach einer heilen Welt ohne Technik vorgeworfen, dann weisen sie darauf hin, daß es sich bei den aus der Literatur verschwindenden persönlichen Gefühlen „um ein deutsches Binnenphänomen handelt“.

Sie konstatieren eine „Angst der Intellektuellen“, einen „Zwang, ständig Stärke und Unverwundbarkeit zeigen zu müssen, was am leichtesten durch Identifizierung mit einem Kollektiv zu ertragen ist“.