Englands internationale Fluggesellschaft, die British Overseas Airways Corporation (BOAC), gehört mit zu den ersten Fluglinien der Welt, die den Jumbo-Jet im Flugpark haben; doch sie schweigt darüber. Denn der BOAC-Jumbo fliegt nicht, weil die BOAC-Piloten den Riesenvogel boykottieren.

Rund 400 Millionen Mark gaben die Engländer bisher für den Einsatz der zwölf bestellten Super-Jets aus, doch den Piloten bewilligten sie zu wenig. So mußte der erste BOAC-Jumbo, der vor drei Wochen in Amerika übergeben wurde, von amerikanischen Piloten nach London geflogen werden.

Die Piloten der BOAC wollen keine Jumbos fliegen, bevor es nicht mit der Gesellschaft zu einer Jumbo-Vereinbarung kommt. Sie fordern drei Piloten und einen Flugingenieur für das Cockpit, höhere Gehälter und eine neue Regelung der Flugstundenzahl. BOAC ist aber nur bereit, den Wunsch nach einem höheren Gehalt teilweise zu erfüllen.

Man versprach den Piloten mehr Geld, sobald sie auf einer Boeing 747 Dienst tun; knapp 18 000 Mark im Jahr sollen die Jumbo-Flugkapitäne mehr verdienen. Gleichzeitig wurde ihnen eine zehnprozentige Gehaltserhöhung ab Juni nächsten Jahres zugesagt.

Jumbo-Piloten werden auch in Deutschland besser bezahlt. Sie bekommen im Jahr 80 000 bis 99 000 Mark, was einer Verbesserung um 12 bis 15 Prozent entspricht. Der höhere Jumbo-Sold wurde überall eingeführt. Den dritten Jumbo-Piloten, wie ihn die Engländer wollen, gibt es bisher bei keiner Fluggesellschaft.

Mit dem BOAC-Angebot – die englischen Piloten würden damit etwa wie die deutschen Kollegen um 90 000 Mark im Jahr verdienen – waren die Flugkapitäne jedoch nicht zufrieden. Sie wollen ihre Forderung als einen Komplex behandelt haben. Sie weigerten sich sogar, mit dem Training für den Jumbo-Flug zu beginnen.

BOAC bringt die Auseinandersetzung mit den Piloten einen täglichen Verlust von 450 000 Mark. Die BOAC hat jetzt angekündigt, daß man überlegt, die Jumbos zu verchartern oder gar weiterzuverkaufen.