Der Richter hatte es schwer. Wachtmeister Hopsnehm behauptete: „Als wir – die Kollegen Schwingknüppel, Faßihn, Frau Wachauge und ich – gemeinsam die Lasterhöhle betraten, rauchte der Angeklagte Ameier Haschisch, Bemüller schluckte gerade LSD, Ceburg trank Schnaps, und Deknacker bastelte an einem Molotow-Cocktail.“ Hingegen bestand Oberwachtmeister Schwingknüppel auf dieser Version: „Ameier schluckte LSD, Bemüller rauchte Haschisch, Ceburg trank Schnaps, und Deknacker bastelte am Molotow-Cocktail.“ Damit stand nicht im Einklang die Aussage der Zimmervermieterin Wachauge, die es so gesehen haben wollte: „Ameier trank den Schnaps, Bemüller war derjenige, der den Molotow-Cocktail zusammengebastelte, Ceburg konsumierte LSD, und Deknacker rauchte Haschisch, als wir vier Zeugen den Ort des Lasters betraten.“ Der vierte Zeuge aber, der Kriminalkommissar Faßihn, beschwor: „Ameier trank Schnaps, Bemüller schluckte LSD, Ceburg war derjenige, der Haschisch rauchte, und Deknacker war mit dem Zusammenbasteln des Molotow-Cocktails beschäftigt.“ Zwar war eines ganz sicher: Jeder der vier Angeklagten hatte genau eine der erwähnten vier Handlungen begangen, und keine zwei Angeklagten hatten das gleiche getan, als die Zeugen den Raum betraten. Doch wer war mit welcher Tätigkeit beschäftigt gewesen?

Aus diesem Durcheinander rettete den Richter das Geständnis eines der vier Angeklagten, der schlicht bemerkte: „Keine zwei dieser Zeugen haben dieselbe Anzahl richtiger Aussagen gemacht.“ Der Richter, der keine Veranlassung hatte, an diesem umfassenden Geständnis zu zweifeln, wußte nun, wer was wirklich getan hatte, als die vier Zeugen den locus delicti betraten (Auflösung in der nächsten Ausgabe).

Lösung der vorigen Logelei: Nehmen wir zuerst an, die Ubianer seien diejenigen, die stets die Wahrheit sagen. Wäre nun der erste Ubianer gewesen, dann hätte der letzte Ibianer und folglich der vierte Ubianer sein müssen. Dann hätte aber der zweite Mann weder Ubianer noch Ibianer sein können, weil beides zu einem Widerspruch geführt hätte. Wäre der erste aus Ibi gewesen, dann hätte auch der letzte aus Ibi sein müssen, ergo wäre auch der zweite Ibianer und der vierte Ubianer gewesen. Dann aber hätte der letzte Mann die Wahrheit gesagt und wäre deshalb Ubianer gewesen.

Damit wissen wir schon: Die Wahrheitsliebenden können nur die Ibianer sein. Wäre der erste ein Ubianer gewesen, dann hätten alle fünf Männer Ubianer sein müssen, doch auf die Frage, ob der Sachbearbeiter aus Ibi stammt, hatten mindestens zwei Männer einander widersprechende Antworten gegeben. Mithin mußte mindestens ein Ubianer und mindestens ein Ibianer unter den Männern gewesen sein. Es bleibt noch eine Möglichkeit: Der erste Mann stammte aus Ibi, mithin der letzte aus Ubi, folglich der vierte aus Ubi. Der zweite Mann konnte dann nur Ibianer und der dritte nur Ubianer gewesen sein.