In der ersten Regierungsvereinbarung zwischen den beiden deutschen Staaten sind in der vergangenen Woche Kostenausgleichszahlungen der Bundesrepublik an Ostberlin für Leistungen im innerdeutschen Postverkehr sowie Verbesserungen der fernmeldetechnischen Verbindungen festgelegt worden. Bei den Gesprächen in Bonn wurde, Einigung darüber erzielt, daß die Bundesrepublik der DDR-Postverwaltung bis 1973 insgesamt 210 Millionen Mark für Dienstleistungen im Postverkehr zahlt. Von diesem Betrag sind bereits 22 Millionen nach Ostberlin überwiesen worden. Die DDR hat sich verpflichtet, von Anfang Juni an 74 statt bisher 34 Telephonleitungen und 35 statt bisher 19 Fernschreibleitungen für den Verkehr zwischen den beiden deutschen Staaten freizugeben.

Unter Hinweis auf die zwischen der Bundespost und der DDR-Post ausgehandelten Regelungen hat der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Schütz, inzwischen die Auffassung vertreten, daß sich in absehbarer Zeit auch für den Post- und Fernmeldeverkehr in Berlin Verbesserungen ergeben werden.

Unklarheit herrscht weiterhin über den Stand der Gespräche, die die Botschafter der vier Großmächte über Berlin führen. Gemäß ihren Vereinbarungen bewahrten die Botschafter auch über das Ergebnis ihrer zweiten Verhandlungsrunde im Gebäude des ehemaligen Alliierten Kontrollrats Stillschweigen. Aus dem Kommuniqué geht lediglich hervor, daß die Botschafter bereits am 14. Mai erneut zusammentreten wollen.